Samstag, 23. September 2017

Island behandelt eine Cannabislegalisierung im Parlament

 

Gesetzesentwurf für Kiffer eingebracht.

 

Island wird zukünftig vielleicht grüner.

 

Noch vor knapp zehn Jahren wusste man selbst in themenspezifischen Fachredaktionen wenig über die Drogenpolitik und die Konsumgewohnheiten im kalten Island. Auch wenn damals Kiffen schon eine weitverbreitete Beschäftigung unter der Bevölkerung darstellte, schien die Regierung in dieser Zeit noch an einem 2002 gefassten Plan festhalten und die Insel mittels Reefer-Madness-Kampagnen“ drogenfrei zu bekommen. Aktuell schwappen jedoch überraschende Neuigkeiten über den Teich, die diesem Rückblick überhaupt nicht entsprechen. Island behandelt eine Cannabislegalisierung im Parlament.

 

Pawel Bartozek von der Reform Partei hat einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Marihuana entwerfen lassen, der ein Regelwerk für einen vernünftigeren Umgang mit den beliebten Pflanzen auf Island darstellt. Bereits ins Parlament eingebracht und mit Unterstützung einer Parteigenossin sowie von zwei Mitgliedern des Parlaments aus der isländischen Piratenpartei versehen, hofft man über den Vorstoß auf die Chance, zukünftig besseren Jugendschutz gewährleisten und gleichzeitig einige Steuern generieren zu können. Die Regeln sähen vor, dass ab dem Alter von zwanzig Jahren keine Straftat bestünde, wenn Cannabis konsumiert, angebaut oder sogar verkauft werden würde. In speziellen Geschäften könnten die noch nicht legalen Waren zukünftig genehmigt gehandelt werden, die unter anderem auch als Restaurants fungieren dürften – in denen man dann jedoch kein Alkohol zum konsumierbaren Cannabis anbietet. Graue Verpackungen mit einer deutlichen Aufschrift – die über Herkunft, Inhalt und Gefahren Auskunft geben – wären ebenfalls Pflicht wie das Einhalten eines kompletten Werbeverbotes für die berauschenden Güter. Steuerlich wolle man die Hanfprodukte alkoholischen Getränken ungefähr gleichsetzen, während die Verkaufspreise anhand des THC-Gehaltes der Produkte festgemacht scheinen. 2000 Isländische Kronen soll ein Gramm reines THC auf dem legalen Markt in Island einmal wert sein, weshalb ein Gramm Cannabis mit einem Wirkstoffgehalt von 15 Prozent 300 Kronen kosten würde. Umgerechnet circa 2,40 Euro, die auch ein Übersetzungsfehler darstellen könnten und eigentlich die vorgesehene Besteuerung beziffern sollen.

 

Selbst wenn dem so sein sollte, stehen die Insel bewohnenden Isländer nach einem klaren Bekenntnis zur Beendigung der Cannabisprohibition vielleicht schon schneller auf einem stabilen Boden als die zimperlichen Germanen, denen nun durch eine erste Cannabislieferung aus Kanada die unvorhergesehen leer geräumten Apothekenregale neu aufgefüllt werden müssen.

 

50 Kilogramm Mediweed über die Pedanios GmbH, anstatt etwas Gras aus Nachbars Vorgarten …

2 Antworten auf „Island behandelt eine Cannabislegalisierung im Parlament

  1. Oli KellerJóhannsson

    euch ist da definitiv ein fehler bei der umrechnung unterlaufen, tausend kronen sind 7,77 euro, aktuell kostet das GRAMM in Keflavík 3000-3500ISK also umgerechnet ca. 23 bis 27 euro DAS GRAMM 😉 wobei ich den artikel mit größtem misstrauen begegne, ich leb und rauch seit 15 jahren auf island und von einer legalisierung ist man auf island leider einfach noch zu weit entfernt, da die mehrheit der isländer zu diesem thema sehr konservativ eingestellt ist und auch medial „blöd“ gehalten wird…

  2. Ulf

    @ Oli. Lebe zwar nicht in Island. Habe jedoch die Insel schon einige Male besucht (Frau ist absoluter Fan). Es kam mir dort jetzt auch nicht gerade sehr fortschrittlich in Bezug auf Cannabis vor.
    Schade jedoch, dass man solche Schlagzeilen aus allen Ländern der Welt liest zwischenzeitlich. In BRD bleibt es aber ruhig. Hier wird das Thema der Legalisierung sehr klein gehalten, es werden Schubladen und Klisches benutzt um die Konsumenten in schlechtes Licht zu rücken. Californien scheint mir zwischenzeitlich das einzig Wahre zu sein. Hätte ich eine Jobsicherheit würde ich mir vermutlich ernsthaft überlegen dorthin auszuwandern. War dort jetzt 2 Mal und bin jedesmal sehr positiv überrascht. Dort könnte ich den Traum leben, den ich hier schon lange suche.

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