Sonntag, 11. Juni 2017

ICBC 2017 in Berlin

 

Memories…

 

 

Vom 10. bis 12. April fand im Berliner Maritim Pro Arte Hotel die erste „International Cannabis Business Conference“ auf deutschem Boden statt. Hochpreisige Eintrittskarten für das dreitägige Hanfevent in Höhe von 500 € Euro schreckten den regulären Messebesucher verständlicherweise etwas geschockt ab, doch dadurch wurde garantiert, dass die stark begrenzten Plätze für die zahlreich erwarteten Fachbesucher reserviert blieben.

 

Ein vollgestopftes Konferenzprogramm mit internationalen Gästen, regelmäßige Verköstigung der arbeitenden Standbetreiber und einige Star-Auftritte ließen die, über die Steuer abschreibbaren, Ausgaben dann auch gleich wesentlich geringer wirken.

Natürlich war die gesamte Agentur Sowjet  Group auf dem Event der besonderen Klasse anzutreffen, um die vielen angereisten Amerikaner, Kanadier und aus allen Herren Ländern stammenden Fachmenschen herzlich zu begrüßen. Da Deutschland aufgrund der neuen Medizinalhanf-Regelungen ein großes Interesse bei etablierten Hanfproduzenten und Firmen in der Branche hervorgerufen hat, waren Gespräche mit alten Hasen aus Germany äußerst gefragt.

 

Insgesamt war während der ICBC Berlin 2017 stark spürbar, wie viele Enthusiasten auf die offiziellen Ausschreibungen der Cannabisagentur warteten, um dann passenderweise am ersten Tag der gelungenen Veranstaltung von dem kurz zuvor veröffentlichten deutschen Regelwerk bitter enttäuscht zu werden. Genau hier sah auch der an der Konferenz teilnehmende Sohn von Ben Dronkers – Alan Dronkers von Sensi Seeds – große Gefahren, wie er im Exzessiv.TV-Interview erneut betonte. Sollten nur wenige Hanfproduzenten eine offizielle Erlaubnis erhalten, medizinisches Cannabis zu produzieren, wäre die Vielfalt der Pflanze bedroht. Varietäten könnten schnell vom Erdboden verschwinden, wenn sich große Firmen ihr Saatgut auch noch mit genetischen Codes rechtlich patentierten, weshalb einzig der Grow@Home die Sortenvielfalt garantiere – legalize!

 

Eine andere Forderung in gleiche Richtung stellte Dr. Franjo Grotenhermen, der mit einer Charta für Patientenrechte etwas aussprach, was in der Diskussion über Cannabismedizin oft übersehen wird. Es käme nicht auf die Wirkstoffe oder den Namen der Medikamente an, einzig die fachgerechte Versorgung des Leidenden müsse im Vordergrund stehen, weshalb das „Cannabis“ vor „Medizin“ eigentlich nicht länger erwähnt werden müsse. Ist jemand krank, gehöre der Zugang zum Medikament garantiert – der Name sei unwesentlich.

 

Ansonsten wurde über die positiven Eigenschaften der Legalisierung, des geistigen High-Gefühls und die zu bewerkstelligende Aufgaben der baldigen Zukunft philosophiert, was den Tagungssaal des Maritim Pro Arte Hotels konsequent gefüllt hielt. Ein bisschen Spaß brachte dafür die Kiffer-Legende Tommy Chong in die Bude, der mit guter Laune und stoischem Gemüt jedes Selfie-Gewitter über sich ergehen ließ. Diese Hälfte des Cheech & Chong-Teams war auch so frei, sich etwas Zeit für ein Interview mit Exzessiv.TV zu nehmen, weshalb er zum Dank ein Chong-Comic-Portrait seitens des Kameramanns Chris geschenkt bekam – natürlich zusammen mit Monster Bud.

 

Während die täglich circa zehnstündige Veranstaltung allen Teilnehmern einige Anstrengungen abverlangte, durfte am Abend der politische Umschwung zelebriert werden. Am Dienstag den 11. April gab sogar Hip-Hop-Teacher KRS-One ein exklusives Konzert im Kreuzberger Club Gretchen, das aufgrund der satten Performance ein weiteres Highlight der „International Cannabis Business Conference Berlin“ 2017 darstellte. Der „Sound of da Police“ war schließlich die gesamten drei Tage nur einmal absichtlich aus einer PA wahrzunehmen, obwohl alle verkleideten Schlipsträger überall insgesamt recht viel herum zündelten.

 

Cannabusiness wird international.

 

Ps: Most Bizarre Moment: einen jungen Mann von den Philippinen zu treffen, der mit Joint im Mundwinkel, die schrecklichen Taten Rodrigo Dutertes zu rechtfertigen versuchte… äh?!

 

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