Freitag, 2. Juni 2017

Tabak im Joint erhöht den Cannabisrausch nicht spürbar

 

Wissenschaftliche Studie überprüfte ungesundes Kiffergerücht.

 

...ingehüllt in eine Dunstwolke aus Rauch
Foto: Chmee2 via wikimedia: cc-by-sa-2.5,2.0,1.0

 

Besonders in Europa genießen Menschen Cannabis gern mit Tabak gemischt in konischen Glimmstängeln. Holländische Joints wurden vor dem allgemeinen Rauchverbot auch genauso oft mit der krebserregenden Massendroge gestreckt, wie es in Deutschland aktuell wohl noch üblich ist. Sind einmal Kiffer aus Übersee zu Besuch, fühlen sie sich oft wie in die siebziger Jahre zurückversetzt, wird ihnen der zusätzliche Einsatz der wesentlich schädlicheren Substanz beim allgemeinen Cannabiskonsum klar. Dass in folgenden Gesprächen über die Thematik dann oft verstärkte Wirkungsweisen durch den ungesunden Mischkonsum als Argument der einheimischen Kiffer genutzt werden, verwirrt pur konsumierende Gäste dann nochmals stark. Denn Tabak im Joint erhöht den Cannabisrausch nicht spürbar, wie eine kleine wissenschaftliche Studie aus England nun auch eindeutig feststellen konnte.

 

Experten des University College London (ULC) fanden heraus, dass es ein Mythos unter Marihuana genießenden Menschen ist, Tabak eine Cannabiswirkung verstärkende Fähigkeit zuzuordnen. Tabak im Joint erhöhe den subjektiven Rausch des Konsumenten nicht spürbar, füge dem Gebrauch des THC-haltigen Materials aber eindeutig zusätzliche Gefahren bei. 24 Personen wurden mit vier verschiedenen Methoden in eine mögliche Rauschsituation versetzt und daraufhin medizinisch untersucht. Dabei wurden Herzfrequenz und Blutdruck überwacht sowie auch die Gedächtnisfunktionen des Gehirns überprüft. Auch konnten die Teilnehmer selbst mitteilen, wenn sie sich stoned fühlten oder unter etwas Schwindelgefühl litten.

 

So fand das Team von Forschern heraus, dass das Beifügen von Tabak zwar keine Rausch erhöhende Wirkung besitzt, aber dafür gegen das Defizit des Kurzzeitgedächtnisses wirken kann, weshalb manche Menschen vielleicht noch immer diese eigentlich sehr ungesunde Konsumform bevorzugen. Die Herzfrequenz und der Blutdruck erhöhten sich unter der Mischkonsumform schließlich kurzfristig am Stärksten, was die bereits bekannten Gesundheitsgefahren für Tabakraucher noch einmal zusätzlich erhöhe. Auch wenn die typischen Joints daher tatsächlich vielleicht aufgrund einer unterbewusst festgestellten Gedächtnisverbesserung  hierzulande weiterhin kreisen sollten, gäbe es nach Empfehlung des Cannabisforschers Ian Hamilton von der Universität York wesentlich effektivere und gesündere Methoden, das eigene Gedächtnis aufzufrischen.

 

Tabak tötet im Gegensatz zu Marihuana Menschen – bitte nicht vergessen!

6 Antworten auf „Tabak im Joint erhöht den Cannabisrausch nicht spürbar

  1. Littleganja

    Fakt ist, dass die Menschen die Cannabis mit Tabak mischen eh schon Tabakabhängig sind. Jemand der kein Tabakraucher ist, wird sein Gras auch nicht mit Tabak mischen. Ich persönlich stelle keinen Unterschied in der Wirkung fest ob ich jetzt mit oder ohne Tabak rauche. Weiterhin waren in Deutschland und vor allem Holland, bevor Arjan Roskam Gras publik machte, fast nur Hasch verfügbar. Und um Hasch in Jointform zu rauchen benötigt man eben einen Grundstoff, da bietet sich Tabak an. Ebenfalls wird Tabak in Europa meiner Meinung nach auch zu strecken benutzt, d.h. da Gras und Hasch eben nicht so umfangreich verfügbar sind wie in den USA z.b., wird dass wenige teure vorhandene eben minimal in den Joint gebröselt, der dann zu 80% aus Tabak besteht. Wenn man richtig mischt, 60-70% Gras und 30% Tabak, dann knallt die Tüte wie ein Purjoint oder sogar am Anfang mehr.

    Zu den USA, es stimmt zwar dass die Amis fast nur Pur rauchen, jedoch in den einschlägigen Hipp Hopp Videos von z.b. Wiz Khalifa, sieht man immer wieder Blunts. Man müsste untersuchen wie viele Blunts in den USA verkauft werden, dann hätte man zumindest schon mal einen Anhaltspunkt wie viele hier den Mischkonsum betreiben.
    Meiner Meinung nach sind Aussagen wie die Europäer mischen alle oder die Amis rauchen alle Pur Schubladendenken und nicht belegbar.

  2. Salah Eddine

    Bis vor 17 Jahren (30 Mai 2000), war ich hochgradig abhängig von dem Drecks Tabak!

    Nach 18 Jahren Tabak abhängigkeit.
    Auch wurde mir immer und immer wieder suggeriert das alle negativen Auswirkungen die ich hatte von dem Cannabis kommen sollten.

    NEIN seit dem ich Cannabis nur noch pur konsumiere, entfielen ALLE die Negativen Auswirkungen, die dem Cannabis zugeschrieben werden. Bis auf einige zu vernachlässigende Kleinigkeiten hat bei mir Cannabis keine negativen Auswirkungen! Auch die Menge des Cannabis hat sich ohne Tabak drastisch reduziert!
    Denn das wichtigste ich habe KEINE GIER mehr!!!
    Meine Empfindung, der Tabak bringt einem sogar vom dem gewollten angenehmen Gefühl des Cannabis runter. Man hat bei purem Konsum länger von dem Cannabis. Raucht dadurch nicht ständig eine Sportzigarette …… die Folge/n könnt ihr euch selbst ausrechnen.

    Ergebnis: Wenn ich nach dem Basteln der Fackel sie nicht gleich anstecke, kann es passieren das die Fackel den nächsten morgen noch auf dem Tisch liegt, da die GIER nach dem Tabak nicht mehr vorhanden ist. Auch wird dies mir immer wieder von den Pur Rauchern bestätigt. Sollten sie es geschafft haben vom Tabak weg zu kommen.

    Zu Bemerken ist noch das wenn man Cannabis mit Tabak vermischt einen Mischkonsum begeht.
    Sprich eine Politoxie wird gefördert. Das sind dann die Fälle die Herr Prof. Dr. Rainer Thomasius ………. vorzeigt!

  3. Swear

    Wer Gras mit Tabak raucht ist, genau wie die Leute, die sogar Tabak ohne Gras rauchen, einfach ein Trottel. In 100 Jahren lachen sich die Menschen darüber kaputt, dass a) Gras mal illegal war und b) die Menschen damals Tabak geraucht haben.

  4. greenness

    @swear:

    Du redest über Tabakraucher wie ein „CSU’ler“ über Cannabiskonsumenten.

    Ganz großes Kino…

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