Montag, 29. Mai 2017

Österreich: “Medical Cannabis Bürgerinitiative” startet durch

 

10.000 Unterschriften von Patienten für medizinisches Marihuana dem Nationalrat übergeben

 

 

Wie angekündigt bekam der Nationalrat in Wien am Freitag Besuch von einer Abordnung schwerkranker Hanfpatienten, die Parlamentsdirektor Harald Dossi rund 10.000 Unterschriften überreichte. Somit ist der Weg frei für die Petition der parlamentarischen „Medical Cannabis Bürgerinitiative“, deren Forderungen in Kürze auf der Webseite des österreichischen Parlaments online unterschrieben werden können. Die von der Cannabis-Patientenvertretung „Arge Canna“ ins Leben gerufene Bürgerinitiative wird vom „Hanf-Institut“ unterstützt und fordert vom Gesetzgeber, Patienten mit entsprechender medizinischer Indikation den Anbau und Besitz von Cannabis für den Eigenbedarf zu erlauben.

 

Bei der Übergabe der Unterschriften sagte der querschnittgelähmte und an Spastiken leidende Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, Patrick Krammer: „Als Schmerzpatient hoffe ich auf eine rasche Änderung im Sinn der betroffenen Patienten. Unsere Kriminalisierung ist nicht mehr zeitgemäß und belastet alle Kranken zusätzlich.“

Gerfried Düregger, Obmann der „Arge Canna“ erklärte: „10.000 Unterschriften aus ganz Österreich sind ein deutlicher Hinweis, wie positiv die Menschen zu Cannabis als Medizin stehen. Die Betroffenen könnten sich durch unser Eigenanbau-Modell kurzfristig selbst Hilfe verschaffen.“

 

Überdies fordert Hanf-Institutsobmann Toni Straka die Rücknahme der geplanten Gesetzes-Novelle, die eine weitere Verschlechterung für Patienten mit sich bringen würde. Zudem stelle sich Österreich gegen den weltweiten Trend zur Heilpflanze Cannabis. Anstatt die Cannabis-Politik den wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen, werde an der Strafverfolgung festgehalten – auch bei den potentiell 200.000 Cannabis-Patienten.

 

Die geplante Novelle des Suchtmittelgesetzes sieht vor, das nicht psychoaktive Cannabinoid CBD den gleichen Strafbestimmungen wie den psychoaktiven Inhaltsstoff THC zu unterstellen.

„Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen. Damit könnte diesen Menschen eine schmerz- und leidensfreie Zeit bis zu einer generellen gesetzlichen Neubetrachtung der Hanfpflanze gewährt werden, die eine multidisziplinäre Betrachtung erfordert“, sagte Straka.

 

Das „Hanf-Institut“ tritt in einer Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf insbesondere der Begründung entgegen, dass zu CBD keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. „In Österreich will der Staat in wenigen Tagen eine neuerliche Gesetzes-Novelle abhandeln, in der Hanf wider alle Fakten zur Chemikalie hochstilisiert wird“, sagte Straka. „Alle, die Cannabis kennen, wissen, dass er eine von über 28.000 Heilpflanzen auf dieser Welt – wie Kamille, Salbei oder Baldrian – ist. So soll Cannabis daher nach unserer Ansicht auch behandelt werden: Als Pflanze.“

 

5 Antworten auf „Österreich: “Medical Cannabis Bürgerinitiative” startet durch

  1. Thomas Maier

    Ich frage mich sowieso, wie man in einer „christlichen Wertegemeinschaft“ eine PFLANZE derart verteufeln kann (Genesis 1:12). Zudem wirft sich nun die Frage auf, ob nicht auch Waldbesitzer wegen des Anbaues von Halluzinogenen Pflanzen wie z.B. Tollkirsche, Fliegenpilz und Stechapfel einzubuchten sind. Mal ganz abgesehen von den kultiviereten Hobby.- und Schrebergärtnern, die zwar Cannabis als Teufelszeug betrachten, aber keine Hemmungen zeigen wenn es darum geht wer wohl die größte Engelstrompete (Brugmansia) großziehen kann. Dabei gibts doch gegen Schizophrenie heutzutage so wirksame Medikamente. Und jetzt wollen die Ösis auch noch CBD mit Strafe bewehren. Wie schwachsinnig ist das denn? So hohl sind ja nichtmal das amerikanische Trumpeltier und sein christlich-fundamentalistisches KKK-Sprachrohr Jeff „mit den Hängeohren“ Sessions.

  2. Marco

    !!!!!! Its time for legalize !!!!!

    Austria kackt sich dabei in die hose es zu legalisieren ihr schauer : D

  3. Ralf

    „Unsere Kriminalisierung ist nicht mehr zeitgemäß und belastet alle Kranken zusätzlich.“
    Die Kriminalisierung war niemals Zeitgemäß, das ist ein Kriminalisierung zu keiner Zeit. Dieses wie immer mal wieder mißbrauchte Wort suggeriert nämlich, daß sie „eine Zeit lang“ moralisch vertretbar und so in Ordnung war. Sie ist aber ein VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHHEIT und so etwas kann niemals „zeitgemäß“ gewesen sein, Punkt und !!!!!!

  4. rainer sikora

    Ich habe mich zwar nicht dazu geäußert,aber mir stach das mit der zeitgemäßen Kriminalisierung auch ins Auge.

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