Donnerstag, 18. Mai 2017

Gemeinsames Kiffen in Washington State genehmigt

 

Kurios klingende Cannabisgesetze aus dem US-Bundesstaat.

 

Grafik: marker

 

Als der Besitz und Konsum von berauschendem Cannabis in Washington State und Colorado im Dezember 2012 legal wurde, fiel der Bevölkerung nach der großen Sause auf, dass einige Gepflogenheiten bei der Verwendung von Marihuana weiterhin mit dem geltenden Bundesgesetz kollidierten. Um einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, wurde am Dienstag den 16.05.2017 von Washington State Gouverneur Jay Inslee eine „Omnibus-Gesetzesvorlage“ unterzeichnet, die einigen Ungereimtheiten, die bisher für Kiffer und Medizinalhanfpatienten des US-Bundesstaates galten, entgegenwirken soll. So wurde unter anderem auch gemeinsames Kiffen in Washington State genehmigt.

 

Insgesamt sind Veränderungen für Genusskonsumenten, Patienten und Produzenten in Senate Bill 5131 enthalten, die als künftige Richtlinien jetzt ihre Gültigkeit erhielten. Erwachsenen Rauchern ist nun beispielsweise das Überreichen eines entzündeten Joints erlaubt sowie auch das gegenseitige Überlassen von bis zu einer Unze getrockneter Marihuanaknospen. Die Bedingung ist, dass dabei keine finanziellen Gegenleistungen verlangt werden. Dem alles überwachenden Liquor Control Board wurde dazu angetragen, die Möglichkeiten für den Heimanbau von Cannabis auf Grundlage der Bundesgesetze zu überprüfen, damit auch Genusskonsumenten zukünftig eine Option für eine Selbstversorgung mit Marihuana geboten werden könne.

 

Medizinalhanfpatienten hingegen sollen sich nun bei der staatlichen Medizinal-Cannabisdatenbank anmelden, damit sie neue Bezugsquellen für die anschließend daheim wachsenden Arzneimittel nutzen können. Registrierte Cannabispatienten erhalten den direkten Zugang zu den Herstellern von medizinischem Marihuana, bei denen sie künftig ihre gewünschten Samen, Klone oder Jungpflanzen bestellen können. Melde man sich nicht offiziell im Register an, könne man zwar auch vier Pflanzen im Eigenheim züchten, die Beschaffung der weiblichen Gewächse bliebe nach der aktuellen Regelung jedoch illegal.
Produzenten und Anbieter müssen sich dafür bei ihren künftigen Werbemaßnahmen an überarbeitete Regeln halten, die einen Einsatz von Maskottchen und das Zeigen der berauschenden Waren auf Anzeigetafeln verbieten. Kinder und Jugendliche sollen durch diesen Schritt niemals direkt oder indirekt von einer Werbung für Cannabisprodukte angesprochen werden, was auch durch weitere Abbildungsvorschriften verhindert werden möchte: Kein Spielzeug, keine Charaktere und keine verlockenden Fotografien dürfen daher auf der Werbung von legal vertriebenen Cannabisprodukten zu sehen sein.
Witziger erscheint der Versuch, ein eigenes Label für Qualitätsmerkmale durch das LCB entwickeln zu lassen, das auf biologisch angebauten Cannabisprodukten verwendet werden kann. Da die Bezeichnung „organic“ jedoch in den gesamten Vereinigten Staaten einheitlichen Einsatz findet, stünde selbst nur einer Verwendung dieses Begriffs einmal mehr das widersprüchliche Landesgesetz im Wege.

 

Da dieses leider nicht – wie eine Zeitungsente einst verheißungsvoll versprach – bereits den gesamten Bewohnern der USA einen Einsatz von Marihuana erlaubt, sprach man wenigstens ein knappes Jahr später nun einmal erneut die problematische Situation an bedeutender Stelle an. Der Kongressabgeordnete Tom Garret empfahl eine längst überfällige Beendigung der landesweiten Prohibition von Cannabis während einer Pressekonferenz auf dem Capitol Hill in Washington DC am gestrigen Tag.

 

Kuriose Gesetze wirkten gerechter als unbegründete Verbote.

2 Antworten auf „Gemeinsames Kiffen in Washington State genehmigt

  1. Ralf

    Unglaublich, diese lächerlichen Prohibitionsclows, sie können`s einfach nicht lassen irgendwie ihre kranken Vorstellungen in abstrußeste Regeln zu fassen. Wenn ich so viel Wahnsinn auf einen Haufen erleben muß, krieg ich manchmal richtigen Würgreiz vor lauter Ekelgefühl.

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