Mittwoch, 5. April 2017

Die Marihuanagesetzgebung bleibt komisch

 

Ein Brite erklärt amerikanischen Unsinn.

 

 

Auch wenn die Drogenbeauftragte Deutschlands wenig Humor im Bezug zur Cannabislegalisierung demonstriert und sogar bestätigt, in der Diskussion mittlerweile komplett auf Durchzug geschaltet zu haben, sehen andere Menschen die gesamte Thematik weiterhin als überarbeitungswürdig an. Sogar der britische Moderator der amerikanischen HBO-Show „Last Week Tonight“ erkennt den Unsinn in der liberaleren US-Drogenpolitik, weshalb er seinen Zuschauern eine viertelstündige Exkursion über die Entstehung und aktuelle Lage der Cannabisprohibition in den Vereinigten Staaten spendierte: Cannabis ist Katzenminze für Menschen und die Marihuanagesetzgebung bleibt komisch.

 

John Oliver weiß, wie er seinen amerikanischen Mitmenschen verquere Gesetzeslagen seiner Wahlheimat anschaulich vor Augen hält. So schaffte er es, die wöchentlich ausgestrahlte Show als religiöse Glaubensgemeinschaft anerkennen zu lassen, oder berichtete darüber, dass die Feuerwehr mittlerweile häufiger aufgrund von Opioidsucht ausrücke, als gegen Feuer anzukämpfen. Nun nahm sich der smarte Engländer die Cannabispolitik der USA vor die Lupe und zeigte die bestehende Problematik der unterschiedlichen Einstufungen durch Staatsorgane. Da das nahezu überall im Einsatz befindliche medizinisch wirksame Kraut in acht Bundesstaaten sogar zu Genusszwecken gehandelt werden darf, ist es schwer vorstellbar, wie schwierig es für manchen Amerikaner bleibt, seine Leiden legal durch Cannabisprodukte zu verringern. Ein Ausflug nach Kentucky zu einem unter Albträumen leidenden Vietnamveteranen ändert dieses jedoch schnell.

 


John Oliver hat noch guten Grund zum Wettern – selbst in den USA.

 

Weltweit gültig sind dagegen die Feststellungen Olivers über politische Dinosaurier unterschiedlichen Alters, die einfach weiterhin an überholten Meinungen festhalten, anstatt wissenschaftlich fundierte Ergebnisse anzuerkennen und die begründete Stimmung im Land nachzuvollziehen. Selbst 83-jährige Republikaner aus Alaska hätten mittlerweile verstanden, dass die ungerechtfertigte Klassifizierung von Marihuana in den gesamten USA verändert gehöre, sodass nicht länger Konflikte zwischen Bundes- und Landesgesetzen bestehen und alle profitierenden Patienten, Konsumenten sowie Anbieter täglich weiterhin um ihre Freiheit bangen müssten.

 

Für den amerikanischen Unsinn des britischen Komikers sollte daher selbst bei deutschen „Spaßbremsen“ aus der Drogenpolitik – trotz vermuteter Sprachbarriere – eigentlich direkt ein Gateway geöffnet werden, damit der ehrliche Sturm der Entrüstung John Olivers folgenlos durch den prophylaktisch geleerten Kopf hindurch blasen kann. Das gern als „Gateway-Droge“ bezeichnete Naturprodukt Cannabis öffnet laut dem Moderator der Last-Week-Tonight-Show anhand des Beispiels des Vietnamveteranen aus Kentucky schließlich eigentlich nur das Tor zu einem festeren Schlaf, der Wiederaufnahme sportlicher Betätigungen und verstärkter Hilfsbreitschaft in der Gemeinde

 

Die Tür zu einem Ausritt im ausgelasteten Feuerwehrwagen, aufgrund einer weiteren Überdosis lähmender Opioide, wird dagegen wohl noch vielen Inhabern anderer Rezepte durch fremde Hilfe aufgeschlossen werden.
Die Marihuanagesetzgebung bleibt daher komisch, leider aber weiterhin nicht zum Lachen.

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