Dienstag, 7. März 2017

Österreichische Justiz riskiert Tod eines Schmerzpatienten

Inhaftierter Obmann des “Cannabis Social Club Salzburg“ im Hungerstreik

Bild: Sadhu van Hemp

Sadhu van Hemp

 

Die österreichischen Justizbehörden zeigen sich derzeit mal wieder von der hässlichen Seite. Am vorigen Montag wurde der Obmann des „Cannabis Social Club Salzburg“ und Schmerzpatient Wilhelm Wallner erneut von der Gendarmerie in seiner Wohnung überfallen, in Ketten gelegt und in die Justizvollzugsanstalt eingewiesen. Die Polizei beschlagnahmte 37 Hanfpflanzen, eine nicht näher bezifferte Menge getrockneter Cannabisblüten sowie Hanföl.

 

Die Strafaktion der Polizei war nur eine Frage der Zeit. Der 58-jährige Wallner kämpft seit Jahren für die Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke und wurde erst vor vier Wochen vom Salzburger Landgericht wegen des illegalen Anbaus von 109 Hanfpflanzen rechtskräftig zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In seinem Schlusswort kündigte er an, auch weiterhin das Heilkraut anzubauen, da Morphium beim ihm nicht wirke und ihm sein Arzt zur Linderung der Beschwerden Cannabis empfohlen habe. Der ehemalige Lkw-Fahrer leidet seit einem Arbeitsunfall vor einigen Jahren unter starken chronischen Schmerzen. Der Salzburger besteht nach wie vor auf sein Recht der Therapiefreiheit und hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.

 

Mit der jetzt erfolgten Inhaftierung Wallners nimmt die Strafsache dramatische Züge an. Die Justizbehörden befinden sich in der ausweglosen Situation, Recht und Ordnung durchsetzen zu müssen, während Wallner im Stile eines Andreas Hofer den Aufstand probt und sich mittels zivilen Ungehorsams beherzt dem Cannabisbefreiungskampf opfert. Die Fronten sind derart verhärtet, dass für beide Seiten kaum mehr die Chance auf einen Kompromiss besteht.

 

Nun haben sich Angehörige Wallners und sein Anwalt zu Wort gemeldet und der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass der seiner Freiheit beraubte „Cannabis-Pensionist“ in den Hungerstreik getreten und bereits im Gefängnis kollabiert sei. Anwalt Franz Essl forderte letzten Freitag nach einem Besuch im Gefängnis, seinem Mandanten umgehend Haftverschonung zu gewähren. „Er befindet sich mit dem heutigen Tag den fünften Tag im Hungerstreik. Mein Mandant ist körperlich sehr verfallen. Ich war entsetzt, als ich ihn gesehen habe. Ich werde sofort seine Enthaftung beantragen. Mein Mandant kann in der Justizanstalt Salzburg nicht entsprechend medizinisch behandelt werden. Das ist ein Punkt, der dazu führt, dass die Untersuchungshaft aufzuheben ist.“

 

Das zuständige Gericht war vorerst für eine Stellungnahme nicht bereit. Die Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt widersprechen der Darstellung, dass sich Wallner im Hungerstreik befände. Der Häftling habe sehr wohl auch gegessen, zwischendurch aber auch nicht. Momentan gebe es mit dem Mann keine besonderen Vollzugsprobleme, hieß es Anfrage des ORF.

 

Wünschen wir unserem Bruder, dass er sich von den willigen Helfern eines völlig enthemmten österreichischen Justizapparates, der kranke Menschen quält und entwürdigt, nicht brechen lässt und sein Anwalt ein glückliches Händchen hat, ihn aus der Hölle der Untersuchungshaft zu befreien.

3 Antworten auf „Österreichische Justiz riskiert Tod eines Schmerzpatienten

  1. Maghreb Import

    Es ist halt illegal dort warum lebt der Mann nicht in NL oder tschechien? Da brauch man sich nicht wundern.

  2. Ralf Med

    Schrecklich einfach was Menschen Menschen antun ! Im Allgemeinen und hier im speziellen Fall ! Es werden auch zB in Österreich, wie eben auch in Deutschland, immer noch, Menschen wegen Hanfkonsums als Verbrecher verurteilt, wegen dem Konsum des Teufelszeugs !

  3. Ralf

    Wünschen wir unserem Bruder, dass er sich von den willigen Helfern eines völlig enthemmten österreichischen Justizapparates, der kranke Menschen quält und entwürdigt, nicht brechen lässt und sein Anwalt ein glückliches Händchen hat, ihn aus der Hölle der Untersuchungshaft zu befreien.
    Gut daß wenigstens einer bei euch noch die halbwegs richtigen Worte für diese Machenschaften einer Post-Nazijustiz inclusive ihrer Schergen findet. Willige braune Helfer sind halt immer zur Stelle wenn es gilt neues Unrecht zu schaffen!

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