Donnerstag, 12. Januar 2017

Duterte droht Bürgermeistern die in Drogenhandel verwickelt sind

 

Kläglicher Widerstand im Westen gegen das Wüten auf den Phillipinen.

 

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Bild: Archiv

 

Circa 5800 außergerichtliche Hinrichtungen soll es seit dem Amtsantritt Rodrigo Dutertes im Juni 2016 auf den Philippinen aufgrund von mutmaßlichen Drogendelikten gegeben haben. Ein Großteil der Bevölkerung unterstützt diese extrem harte Gangart gegen den Substanzmissbrauch, obwohl sie jeden einzelnen Bürger des Inselstaates treffen könnte. Deshalb herrscht auch Angst bei ebenso vielen Menschen, dass Freunde oder Verwandte in derartigen Auseinandersetzungen ums Leben kommen. Nachdem der Staatschef eine Liste mit möglichen Drogenhändlern im Dezember vorstellte, dürfte sich diese Angst unter der regierenden Klasse stark erhöhen. Duterte droht Bürgermeistern, die in Drogenhandel verwickelt sind.

 

So äußerte sich der ehemals selbst als Stadtoberhaupt agierende Präsident der Philippinen während der Vereidigung von 200 neuen Beamten, dass er jeden einzelnen Bürgermeister eigenmächtig töten würde, stünde dessen bekannter Name auf seiner finalen Liste. Es würde ihn nicht stören, wenn er deshalb als „Metzger“ in die Geschichte einginge. „Wenn dein Name dort zu finden ist, Hurensohn, dann hast du ein Problem: Ich werde dich wirklich töten.“ wird Duterte üblich sprachgewandt zitiert.
Immerhin versuchte die Vizepräsidentin des außer Kontrolle geratenen Archipels anschließend auf geltende Gesetze und Gerichte hinzuweisen und bezeichnete beide als eigentlich einzig effiziente Werkzeuge in Schuldfragen. Dies dürfte bei Staatenlenker und Metzger Durante jedoch auf ebenso wenig Verständnis treffen, wie der Zusammenhang seiner Regierungsarbeit mit den gestiegenen Todeszahlen im angezettelten Drogenkrieg.
Dass eher oft Glück die geistig Schwachen trifft, beweisen auch wieder jüngste Entwicklungen bei den bald Regierenden der USA. Der kommende Außenminister Rex Tillerson wollte sich nicht auf vorliegende Medienberichte verlassen, weshalb er keine Menschenrechtsverletzungen durch Dutertes Handlungen ausgelöst sehe. Dagegen sähe man die Philippinen als einen Partner, den man auch zukünftig behalten wolle. Kläglich.

 

Eine heute um 19:30 Uhr stattfindende Diskussionsrunde im Berliner taz Café wird an diesen garstigen Zuständen leider wohl nur allzu wenig ändern können. Diskussionswillige Teilnehmer sind aber eingeladen, sich bei freiem Eintritt eines Besseren belehren zu lassen. Widerstand leisten im Westen.

2 Antworten auf „Duterte droht Bürgermeistern die in Drogenhandel verwickelt sind

  1. Littleganja mit Ausnahmeerlaubnis

    Wenn ich in einem Land lebe in dem Drogen verboten sind und mir der Tod droht, lass ich persönlich die Finger weg.
    In Indien würde ich auch nie ne Kuh Schlachten.

  2. BigGanjaauchmitErlaubnisdenAusnahmeistdasnichtmehr

    @Littleganja mit Ausnahmeerlaubnis
    Das lässt so leicht sagen, glaubst du, du bist ein besserer Mensch als die Phillipinen? Oder was denkst du, warum die dort trotzdem konsumieren? Und wer sagt das nur Drogenhändler oder Süchtige unter den getöteten sind? Ich frage dich, bist du etwa der Ansicht sie währen selber schuld? Na dann, sollten wir das hier auch gleich machen?
    Du bist ja einer, echt hey. Denkst du auch manchmal nach?

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