Mittwoch, 11. Januar 2017

Final Fantasy XV

 

 

Road Trip

 

 

Autor: mze

 

Bereits in 2006 soll die Entwicklung des nun erschienenen Final Fantasy Rollenspiels begonnen haben. Als FF Versus XIII einst für die PS3 in Planung gegangen, erschien das ersehnte SquareEnix-Game jetzt erst zehn Jahre später für PS4 und Xbox ONE. Nach der letzten eigenständigen Einzelspielererfahrung der beliebten Serie in 2009, eine lange Wartezeit, die viele Hoffnungen und Erwartungen in das nun als Final Fantasy XV veröffentlichte Videospiel legte.

 

Prinz Noctis muss in FF XV eine Reise in das benachbarte Königreich antreten, um mit dem Abschluss einer offiziellen Heiratsvereinbarung, den Frieden des Landes zu sichern. Während er jedoch mit seinen drei befreundeten Aufpassern in einem Cabriolet kichernd durch die Landschaft cruised, wird sein Vater Opfer einer üblen Hinterlist. Fortan als König ohne Königreich auf der Flucht vor den feindlichen Widersachern, versucht Noctis den Geheimnissen seines spirituellen Erbes sowie den Drahtziehern der feigen Anschläge auf die Schliche zu kommen. Da die geplatzte Ehe auch nur durch Fremdeinwirkung verhindert wurde, muss auch die Liebste des Prinzen unter allen noch so widrigen Umständen aufgefunden und nach ihrem Befinden befragt werden. Doch als sich auf halbem Weg ein General der Feindesmacht als besonders hilfreicher Unterstützer offenbart, sind auch die Protagonisten aus Final Fantasy XV verwirrt.

 

Nur noch wenig von dem einstigen rundenbasierten Gameplay ist in der neusten Inkarnation der wohl bekanntesten Rollenspielreihe vorhanden. Drei Charaktere begleiten den Spieler eigenständig durch eine riesige Landschaft, der die direkte Kontrolle über Prinz Noctis erhält. Dieser junge Adlige besitzt die Fähigkeit, magische Waffen über eine gewisse Strecke zu schmeißen und sich am Punkt deren Aufschlags zu manifestieren. So teleportiert sich Noctis auch auf in der Ferne sichtbare Gegner und nutzt den gewonnen Schwung für eine mächtige Überraschungsattacke. Drei Waffen hält Noctis stets im Repertoire, die per einfachem Tastendruck auch während des Kampfes gewechselt werden können. Anstatt in Menüs Einstellungen für das Kampfverhalten auswählen zu müssen, wird eine aktive Steuerung vom Spieler verlangt. Mittels eines Angriffsknopfes wirbelt Noctis mit seinen Schwertern, Lanzen oder Kanonen herum, mittels eines Deckungsknopfes weicht er feindlichen Attacken aus oder blockt diese, um anschließend einen Konter auszuführen.

 

Magie wird in Final Fantasy XV vor dem Einsatz hergestellt, wozu Orte entdeckt werden müssen, die elementare Kräfte bereitstellen. Erst in Flaschen abgefüllt, stehen Feuer-, Eis- und Blitzzauber bereit und dürfen mit anderen Utensilien gemischt werden, bevor sie gegen Gegner im Einsatz Wirkung zeigen. Während der Kämpfe laden sich auch unterschiedliche Leisten auf, die dann die Auswahl auf Spezialmanöver erlauben. Noctis Freunde helfen schließlich bei den Schlachten, gehören ausgerüstet und versuchen möglichst sinnvoll zu agieren, wenn man ihnen die Anweisung gibt. Neben den Kämpfen fährt man viel mit dem Cadillac des Hochwohlgeborenen umher, schwingt sich für Touren im Gelände auf Chocobo-Vögel und erfüllt Nebenaufgaben für Hilfe suchende Bewohner. Angeln darf Prinz Noctis auch zum Zeitvertreib.

 

Grafisch sind viele Details verbaut worden und Auffälligkeiten an Monster wie Mensch bemerkbar. Das Charakterdesign zielt zwar wohl eher auf modisch bewusste Teenager, doch Geschmack besitzen alle Charaktere. Hier ist auch eine weitere Besonderheit des neusten Final Fantasy Spiels vorzufinden, da die Crew nur während Übernachtungen in den Werten steigt und sich beim Camping unter den Sternen immer selbst versorgen muss. Zu diesem Zweck werden Nahrungsmittel und Rezepte gesammelt, die dann in aufwendigen Menüs gekocht für Statusverbesserungen Sorge tragen. Lecker.

 

Leider wird die vorhandene grafische Finesse und das große Gameplay in Final Fantasy XV – das besonders in gescripteten Sequenzen punktet – jedoch oft von technischen Macken geplagt, sodass Gourmets teils angewidert über den Tellerrand blicken möchten. Warum Abstürze, Bugs, lange Ladezeiten, und eine durchgängig ruckelige Darstellung auf den modernsten Geräten heute noch zum königlichen Alltag gehören dürfen, lässt sich nach dieser langen Entwicklungszeit sowie den angewachsenen Technikressourcen schwer erklären – oder einzig dadurch.

Eine etwas holprige Tour mit Highlights.

 

Final Fantasy XV

Fotos: SquareEnix

USK 12

Circa 59 €

( XBOX ONE – ASIN: B00R4S0DXU  / PS4 – ASIN: B00DC3E4BS )

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