Sonntag, 25. Dezember 2016

Kascha Dezember 2016

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Konrad (23) aus Hamburg fragt:

„Hi Kascha,

ich hatte ein paar Pflanzen auf dem Balkon, aber ich bin eigentlich eher Haze-Raucher und das ist mir nicht stark genug, was ich da geerntet habe. Jetzt habe ich überlegt, damit zu extrahieren. Meinst du, dass das funktionieren könnte und dass ich das auch mit handelsüblichen Hilfsmitteln zu Hause machen kann?“

 

Kascha antwortet:

„Hallo Konrad,

weil ich einerseits nicht zur Produktion von illegalen Betäubungsmitteln anleiten darf und andererseits auch nicht möchte, dass du aufgrund einer eventuell unvollständigen Anleitung durch mich bei der nicht ganz ungefährlichen Herstellung von Extrakt zu Schaden kommst, kann ich dir hier nur recht allgemein antworten. Detaillierte Anleitungen, Erfahrungsberichte und Kommentare dürftest du aber ohne weiteres im Internet finden.
Es gibt verschiedene Extraktionsmethoden, die zu unterschiedlichen Resultaten führen. Das dunkle, fast schwarze Haschischöl wird in der Regel mit Alkohol hergestellt: Das Weed wird in Alkohol eingelegt, das wird dann erwärmt und zum Schluss wird das Weed ausgesiebt und der Alkohol verdunstet. Übrig bleibt das Haschischöl. Bei der Erhitzung von Alkohol entstehen allerdings explosive Dämpfe, weshalb dieses Verfahren nicht ganz ohne Risiko ist. Das in den letzten Jahren immer beliebter werdende „Honey“ oder „Wax“ genannte BHO, kurz für Butan Hash Oil, wird, wie der Name schon nahelegt, mit Butangas hergestellt. Dabei wird Butangas durch einen Behälter mit Gras geleitet und wenn das Butan anschließend verflogen ist, kondensiert das THC in einem weiteren Behälter. Butangas wird für Feuerzeuge verwendet und ist sehr leicht entzündlich, auch hier ist dementsprechend ein großes Feuer- und Explosionsrisiko gegeben. In einer Altbauküche mit Gastherme sollte man beide Verfahren auf jeden Fall sein lassen, in einer gut belüfteten und entsprechend präparierten Gartenlaube hat man wesentlich sicherere Bedingungen. Ob dir der Aufwand bei einer eventuell nicht allzu großen Ausbeute von etwa 3-5 Gramm Extrakt auf 50 Gramm Ernte nicht zu groß ist, musst du einschätzen – andere, weniger aufwändige, Methoden wären zum Beispiel das Einlegen in hochprozentigen Schnaps (über 60 %) oder das Inhalieren mit einem Vaporizer.“

 

Pat (22) aus München möchte wissen:
„Hallo Kascha,

neulich hat mir jemand von einem Wohnungsbrand erzählt, wo jemand beim Rauchen eingeschlafen ist, und hat gesagt, dass das kein Joint gewesen sein kann weil die gehen ja immer aus und nur Zigaretten brennen weiter. Jetzt habe ich mal eine Weile beobachtet und das stimmt. Wie kommt denn das, selbst wenn man viel Tabak im Joint hat, geht der nach ein paar Sekunden aus und eine Zigarette brennt einfach selbst weiter?“

 

Kascha antwortet:
„Hi Pat,
das stimmt, auch wenn es nicht heißt, dass man sich nicht auch verbrennen kann, wenn man mit Joint in der Hand einschläft. Das liegt im Grunde genommen am Papier: Wohl auch, weil in Europa über Jahrzehnte überwiegend Haschisch geraucht wurde, das nicht so schnell brennt, haben sich hier sehr dünne Papers unter den Kiffern immer mehr verbreitet. Das macht auch Sinn: Wenn man gutes, schwarzes Haschisch in einem Joint aus zusammengeklebten Zigarettenpapers oder dicken Longpapers rollt, dann merkt man, wie der Joint schneller abbrennt als das Hasch verbrennt. Wenn das Papier erst einmal glimmt, dann glüht es relativ heiß und zügig herunter und brennt dabei den Joint oder die Zigarette mit ab. In tropischen Ländern, in denen relativ frisches Weed pur oder mit nur winzigen Zigarettentabak-Beimengungen geraucht wird und somit das gesamte Füllmaterial etwas feuchter ist, helfen dicke Papers wiederum dabei, den ganzen Joint überhaupt am Glühen zu halten. Wenn du dir einmal den Querschnitt von einer handelsüblichen Zigarette und den von einem Joint ansiehst, wirst du merken, dass bei einer Zigarette das Papier im Verhältnis sehr viel dicker ist – das führt dazu, dass eine Zigarette im Aschenbecher, in der Hand oder leider auch unter dem Sofa noch eine ganze Weile weiterglühen kann, während ein Joint in der Regel schnell ausgeht. Manchmal sogar schon, wenn man zwischen zwei Zügen nur mal zu viel geredet hat.“

 

Tobi (19) aus Erfurt fragt:
„High Kascha,

woran liegt das eigentlich, dass Gras im Sommer immer so lecker riecht und im Winter nach fast gar nichts? Liegt es daran, dass es trocken wird? Ich lagere es schon im Kühlschrank, damit es nicht so schnell austrocknet, aber immer wenn ich rauche, egal ob draußen oder in meiner Wohnung, es riecht einfach nicht so gut wie im Sommer.“

 

Kascha antwortet:
„Hi Tobi,
da hast du Recht. Im Sommer ist der Weedgeruch viel intensiver. Das liegt zum einen daran, dass das Weed im Winter aufgrund der trockneren Luft schneller austrocknet. Es liegt aber auch an der trockenen Luft selbst: Wassermoleküle in der Luft helfen dabei, Gerüche zu transportieren. Je trockener die Luft ist, desto weniger Gerüche kann sie aufnehmen. Daher riechen wir Gras auch am intensivsten an den ersten Frühlingstagen, wenn uns wärmere und feuchtere Luft um die Nasen weht und die Nase den Geruch schon fast vergessen hat. Dass die Luft in der Wohnung im Winter trockener ist, liegt daran, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann: Wenn es draußen kalt ist und drinnen warm, und man dann lüftet, dann entweicht feuchte Luft aus dem Fenster, während ziemlich trockene Luft hereinkommt und erwärmt wird. Möchte man die volle Geruchsvielfalt beim Rauchen auch im Winter genießen, sollte man Maßnahmen ergreifen, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren: Zimmerspringbrunnen, die ständig etwas Wasser verdunsten, können hier Abhilfe schaffen. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit ist allerdings im Winter unter Umständen auch nicht gut – Wasser kann an kalten Außenwänden kondensieren und zu Schimmel führen. Ideal ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40-60 % in Wohnräumen. Da Feuchtigkeit den Geruch transportiert, ist aber auch frisches, feuchtes Weed viel geruchsintensiver als trockenes, bröseliges Weed. Die Aufbewahrung im Kühlschrank ist dabei eine gute Idee, denk aber daran, auf eine geruchsfeste Verpackung zu achten, damit das Gras am Ende nicht nach Käse riecht und der Käse nicht nach Gras.“

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