Dienstag, 6. Dezember 2016

Die Hanf-Beichte des Meistertrainers

 

Sadhu van Hemp

 

Grafik Lukas Tkoz
Grafik Lukas Tkoz

 

Stellen wir uns vor, ein Joachim Löw käme auf die Schnapsidee, darüber zu plaudern, mit welchem Hausmittelchen er seine vom vielen Popeln entzündete Nasenscheidewand behandelt. Belanglos? Unwichtig? Nein, nicht die Bohne, wenn unser Bundesjogi zugleich freimütig einräumt, gegen den Juckreiz illegal anzukiffen.

Das Rauschen im deutschen Blätterwald würde alle Bäume und Sträucher entlauben. Der Bundestrainer der Lieblingssportart der Deutschen ein Haschgiftfixer? Die Schmierfinken der Boulevardpresse würden Amok laufen und das Vorbild der Jugend auf eine Stufe mit Kinderschändern, Linksextremisten und Radfahrern stellen. Millionen besorgte Bürger wären aus dem Häuschen, um dabei zu sein, wenn der oberste Fußballlehrer der Nation geteert und gefedert und anschließend als krimineller Inländer nach Holland abgeschoben wird.

 

Was in Deutschland den inneren Frieden bedrohen würde, ereignete sich ganz still und leise letzten Freitag in den USA. Steve Kerr, der Jogi Löw der National Basketball League (NBA) und Meistertrainer der Golden State Warriors, sorgte mit einer Drogenbeichte für Aufsehen – aber nur kurz, da sich die Yellow Press nicht bemüßigt sah, auf den Sündenfall mediale Lynchjustiz folgen zu lassen. Das Outing des 51-jährigen Basketballprofessors war letztlich auch nur das fehlende Puzzleteilchen, um das Bild einer durch und durch verkifften NBA abzurunden. Nun ist es Gewissheit, dass nicht nur die, die sich drillen lassen, mit Hanf regenerieren, sondern auch die Zuchtmeister, die vom vielen Sitzen und Kommandieren „Rücken haben“. Steve Kerr macht keinen Hehl daraus, dass er im letzten Jahr ganze zweimal Marihuana geraucht hat – aus Notwehr, da ihn die „Hexe“ sonst flachgelegt hätte. Der Warriors-Coach hatte sich bereits im Vorjahr nach zwei Rückenoperationen eine Auszeit nehmen müssen, nachdem es bei einer Bandscheiben-OP zu Komplikationen gekommen war.

„Vielleicht bekomme ich Ärger“, sagte der eloquente und smarte Headcoach, der in seiner aktiven Zeit selbst als einer der besten Werfer in der NBA unterwegs war. „Ich habe Schmerzmittel und andere Medikamente versucht, und bei denen wurden die Schmerzen nur noch schlimmer.“ Und so griff er zum Joint, der akribische Basketballwissenschaftler, der nichts dem Zufall überlässt und seinen Spielern stets körperliche und mentale Höchstleistung abverlangt. „Vielleicht hätte ich einen Drogentest nicht bestanden“, bilanziert Kerr mit einem Augenzwinkern, bedauert aber zugleich, dass ihm Cannabis nicht geholfen hätte.

 

Dennoch – Steve Kerr, der Goldmedaillengewinner von 1986 und fünfmalige NBA-Meister, der Spitzenreiter der Ewigen Bestenliste der Dreipunktewerfer und Coach of the Year, das Vorbild aller weißen Korbballer – dieser amerikanische Held hat der Hanfcommunity einen großen Dienst erwiesen. Sein aus highterem Himmel vorgetragenes Plädoyer, den Sportlern Sportzigaretten zur Linderung der Knochenschmerzen anzuempfehlen und dafür die Finger von Pharmagiften zu lassen, verhallt nicht ungehört in den Köpfen derer, die noch zwischen Pro und Contra schwanken. Das Wort eines Siegers wie Steve Kerr wiegt schwer und kann kaum mehr aufgewogen werden – und schon gar nicht von den Loserntypen der Anti-Hanf-Fraktion

2 Antworten auf „Die Hanf-Beichte des Meistertrainers

  1. U-G

    So gut wie möglich an der Natur angebautes Bio-Gras mit Thc und anderen wichtigen Stoffen, fördert den Prozess der Heilung. Eins ohne dem Anderen ist Verfälschung und Fehlwirkung von Mutter Natur gegebenes Wunderkraut.

  2. Papa

    Hab nach über 35 Jahren da rauchen zwangsweise eingestellt war nie krank und brauchte keine Tabletten.
    Und siehe da 2 Jahre später Blutdrucksenker Schilddrüsentabletten und noch so scheiss dinger wegen erhöhtem Cholesterin.
    Danke Frau Mortler jetzt gehts mir echt prima

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