Samstag, 26. November 2016

Green Friday in den USA

 

Thanksgiving bedeutet schließlich Erntedank.

 

Bild: Archiv
Bild: Archiv

 

Der letzte Freitag im November ist ein besonderer Tag im amerikanischen Kalender.
Während der Feiertage des Thanksgiving-Festes lassen sich Händler im Land nicht lumpen und bieten größtmögliche Rabatte, die die Bevölkerung in einen hektisch, brutalen Kaufrausch versetzt. Der als Black Friday bekannte Höhepunkt des kommerziellen Wahnsinns bekommt nun jedoch glücklicherweise dank der mächtigen Legalisierungswelle ein beruhigendes Gegenstück mit Marihuanabeigeschmack. Green Friday in den USA.

 

Während auch hierzulande besonders Elektronikhändler mit verlockenden Preisen wie wild um sich schlagen, um das einem Extremsport ähnelnde kapitalistische Treiben herüber schnappen zu lassen, haben sich die Amis bereits einen beruhigenden Gegentrend einfallen lassen. Damit alle kiffenden Bewohner und Besucher der von Prohibition befreiten Bundesstaaten ebenso einen Grund zum Feiern während des Erntedankfestes bekommen – was viele Portemonnaies öffnen soll – ließen Marihuanafachhändler die Prozentschrauben andrehen und hoben einen neuen Feiertag aus der Taufe. „Es ist, als wäre man ein Baby und liefe durch einen Süßwarenladen“ beschreibt ein 27-jähriger Bewohner aus Dallas seinen Besuch in dem Native Roots Cannabis Shop in downtown Denver, der zum Green Friday auch die Preise gesenkt hat.
Im letzten Jahr verzeichnete man während des „Weed Wednesday“ – dem Mittwoch vor Thanksgiving – durch ähnliche Angebote einen Verkaufsanschub von 55 % Prozent bei dem Cannabis Anbieter Baker und einen Anstieg der dort bestellten Marihuanamengen von 25 % Prozent. Auch andere Produkte, wie Kerzen oder essbare Waren, wären vor den Feiertagen sehr begehrt, sagen Ladenverkäufer. Allein in Oregon verzeichneten die Cannabis Dispensaries einen Anstieg des Handels von 14 % Prozent im Vergleich zu anderen Tagen, während es in Colorado 7 % Prozent waren.

 

Doch nicht nur in Denver wird der neue Feiertag in Form des Green Friday in den USA zelebriert, über die gesamte Westküste Kaliforniens haben sich die Verkaufsstellen ebenso schon auf die Feierlichkeiten zum Jahresende eingeschossen. So bieten manche Händler in Oakland 10 % Rabatt auf potente Marihuanaprodukte an, während andere Geschäftsleute Qualitätsjoints ab gewissen Einkaufswerten an ihre Kundschaft verteilen oder ihnen gewichtige Pfadfinderkekse vergünstigen. Jeder Kunde kommt während des Green Friday anscheinend auf seine Kosten – und wird bei Bedarf über die Wirkungsweisen und Folgen der jeweiligen Applikationsformen durch geschultes Fachpersonal unterrichtet.
Zuvor werden die häufig aus anderen US-Bundesstaaten angereisten Hanffreunde zweifach auf Alter und Personalie überprüft. Jugendschützer bleiben daher unerwähnt wie größtenteils auch sicherlich unbesorgt, wenn der Green Friday in den USA von amerikanischen Erwachsenen gebührend gefeiert wird.

 

Thanksgiving bedeutet schließlich Erntedank.

3 Antworten auf „Green Friday in den USA

  1. mze Autor

    @Sensimueller: Du hast vollkommen recht. Wird/wurde editiert. Thx für den Hinweis – da waren die Finger schneller als das Hirn. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.