Samstag, 19. November 2016

Kascha November 2016

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

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Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Teresa (20, aus Essen) fragt:

 

„Hi Kascha,

 

mein Freund hat neulich seinen Balkonanbau geerntet und das liegt jetzt da und trocknet. Wir sind aber schon sehr neugierig auf das Ergebnis und ich habe überlegt, ob man eine noch nicht ganz trockene Blüte vielleicht trotzdem schon mal im Vaporizer probieren kann? Da wird es doch auch trocken drin? Wäre ja doof, wenn wir uns jetzt noch was kaufen müssten obwohl wir erst mal genug für ein paar Wochen haben eigentlich.“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Teresa,

 

grundsätzlich ist es möglich, auch frische und nicht ganz trockene Pflanzenteile im Vaporizer zu verdampfen. Dabei sollte man aber beachten, dass solche Pflanzenteile viel mehr Wasser enthalten, das mit dem THC mitverdampft. Der Dampf ist also deutlich feuchter und hat ein etwas anderes Aroma. Insbesondere, wenn der Fermentationsprozess (bei dem durch eine Verlangsamung des Trocknens die gewünschte Konsistenz und die gewünschten Aromen entstehen) noch nicht abgeschlossen ist, wird man sehr wahrscheinlich ein stark pflanzliches Aroma beim Verdampfen wahrnehmen. Dennoch halte ich für den schnellen Konsum von frischem Pflanzenmaterial den Vaporizer für ein ganz gut geeignetes Instrument: Die Alternative wäre, den Trocknungsprozess zu beschleunigen und die Blüten z.B. in den Ofen zu legen. Wird aber schnell, also bei größerer Hitze, getrocknet, verflüchtigt sich auch mehr THC als bei einer langsamen Trocknung – im Vaporizer spielt das keine Rolle, weil genau das ja gewünscht ist. Der Geschmack mag zwar unter Umständen ungewöhnlich sein, ist aber sicher noch angenehmer als der bitter-kratzige Geschmack von im Ofen getrocknetem Weed.“

 

 

Fabian (22) aus Berlin fragt:

 

„Hi Kascha,

 

ich habe mal eine Frage zum Thema Kiffen und Alkohol. Also bei mir ist das meist so, wenn ich ein paar Bier getrunken habe und dann einen Joint rauche, dann haut der viel mehr rein, als wenn ich noch ein Bier trinken würde oder kiffe ohne zu trinken. Ich kiffe nicht sehr oft, eher so am Wochenende, ich trinke aber auch nicht sehr viel. Ich habe aber Freunde, die rauchen zu jedem Bier einen Joint und scheinen das gut zu vertragen. Ist das von Mensch zu Mensch unterschiedlich? Ich bin dazu übergegangen, wenn ich die Wahl habe, lieber weniger zu trinken und stattdessen zu rauchen, dann geht das ganz gut bei mir.“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Fabian,

 

die Erfahrung hat wohl jeder, der Alkohol und Kiffen manchmal kombiniert, schon gemacht: Wenn man schon ziemlich angetrunken ist, kann ein Joint manchmal unangenehm wirken. Vor einiger Zeit ergab eine Studie, dass bei der gleichen aufgenommenen THC-Menge ein höheres THC-Level im Blut erreicht wird, wenn dazu Alkohol getrunken wird – praktisch bedeutet das, dass man vom gleichen Joint stärker breit wird, wenn man dazu trinkt. Das ist grundsätzlich erst einmal bei jedem Menschen so. Abhängig vom Körpergewicht, der körperlichen Konstitution und den Trink- bzw. Rauchgewohnheiten können Menschen aber natürlich auch bei dieser Kombination unterschiedliche Toleranzlevels haben: Während sich der eine nach fünf Bier und fünf Joints noch gut fühlt, kann jemand anderen diese Kombination leicht an den Anschlag bringen. Insbesondere, wenn man auf Kiffen heftiger reagiert, sollte man bei der Kombination mit Alkohol vorsichtig sein – andererseits kann es einem gewohnheitsmäßigen Kiffer, der selten Alkohol trinkt, schon zu viel sein, zwei Bier zu seinem Feierabendjoint zu trinken. Oft wird grundsätzlich vom Mischkonsum von Alkohol und Cannabis abgeraten – tatsächlich kann sogar der Nachweis von Mischkonsum abseits des Straßenverkehrs zur Aberkennung der Fahreignung, also zum Führerscheinentzug, führen. In der Praxis genehmigen sich aber viele Kiffer auch gerne mal ein Glas Wein oder Bier zum Joint, ohne dass sie sich gleich unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken aussetzen. Tatsächlich liegt das Geheimnis hier wohl im maßvollen Konsum. Vor allem wenn man ohnehin schon hackeblau ist, ist es in den meisten Fällen sowieso eher Grasverschwendung, noch einen Joint zu rauchen.“

 

 

Dirk (19, aus Hamburg) fragt:

 

Hallo Kascha,

 

ich hatte in meiner Ernte einige Samen, so etwa 25 Stück. Ich weiß nicht, wo die herkommen, weil ich eigentlich ziemlich vorsichtig war und die Männchen gleich weg gemacht habe. Aber das Gras war jetzt auch nicht so extrem versamt und ich dachte dann kann ich die Samen gleich für nächstes Jahr nehmen. Geht das einfach so, oder muss ich die irgendwie behandeln, um sie bis März lagern zu können? Und ist das dann auch gutes Gras nächstes Jahr oder wird das schlechter? Ich hatte meine Samen von jemand bekommen der professionell anbaut und das soll eigentlich ganz gut sein.“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Dirk,

 

es kann verschiedene Wege gegeben haben, wie deine Pflanzen befruchtet wurden. Da Hanf über Wind bestäubt wird, können von anderen, wild wachsenden oder nicht beseitigten, männlichen Pflanzen Pollen herübergeweht worden sein, die dann mehr oder weniger zufällig deine Pflanzen bestäubt haben. Gerade beim Balkonanbau in Innenstädten ist das ein verbreitetes Problem. Es kann aber auch sein, dass eine deiner Pflanzen gezwittert hat, das machen Pflanzen manchmal unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel Licht- oder Nährstoffstress. Dann entwickeln sich an einer weiblichen Pflanze auch männliche Blüten, die dann diese und die umstehenden Pflanzen bestäuben können. So etwas ist sehr ärgerlich für Homegrower: Man muss diese Pflanzen natürlich auch entfernen, wirft aber auch eine zu 50 % weibliche Blüten ausbildende Pflanze weg. Wenn man es sich zutraut, kann man auch die männlichen Blüten abschneiden – hier besteht aber das Risiko, eine zu übersehen und dann doch Samen zu produzieren. Wenn dann doch Samen anfallen, sind sie kühl und dunkel gelagert durchaus bis zum nächsten Jahr haltbar und müssen nicht gesondert präpariert werden. Nur zu warm und zu feucht sollten sie nicht liegen, damit sie nicht anfangen zu keimen oder zu faulen.

Da man nicht weiß, wie deine Pflanzen besamt wurden – von fremdem Gras oder durch einen Zwitter – kann man nicht genau vorhersagen, wie die Qualität sein wird. Bei einem Zwitter wird die Qualität sich wohl nicht sehr verändern, der THC-Gehalt stärkerer Sorten nimmt allerdings in der Regel nach ein paar Generationen etwas ab. Sollte der Wind fremde Pollen auf deine Pflanzen gebracht haben, können diese sowohl von Nutzhanf als auch von irgendeiner abgefahrenen Haze-Pflanze von einem Nachbarn kommen – da muss man sich wohl überraschen lassen.“

Eine Antwort auf „Kascha November 2016

  1. fred vom jupiter

    Jeder sollte selbst Samen herstellen.*
    Die meisten der geilsten Sorten, die es heutzutage gibt,
    entstammen irgendwelchen Zufallsbestäubungen und ähnlichen Vorfällen.
    Also Leute, kauft nur reguläre Sorten und macht Seeds!*
    Auf das Cannabis niemals ausstirbt und sich ständig weiter entwickelt – zum Nutzen der gesamten Menschheit….auch derer, die das noch nicht einsehen wollen. Das ist fast schon eine heilige Pflicht. Kein Scheiß. Jeder, dem Cannabis Stunden über Stunden an Freude bereitet hat oder dem es sonst irgendwie hilft, sollte sich dafür revanchieren – und dieser Königin des Pflanzenreiches helfen, niemals unter zu gehen.*

    *natürlich nur, wo es erlaubt ist

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