Mittwoch, 12. Oktober 2016

Frankreich: Mehrheit für Legalisierung

 

Gesundheitsministerin Befürwortet Abwandlung der Bestrafung

Artwork by mark marker
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Jüngst wurde in Paris die erste „Fixerstube“ Frankreichs eingerichtet. In der Einrichtung in der Nähe des Nordbahnhofs sollen sich ab Freitag Drogenabhängige ihre Drogen unter medizinischer Aufsicht spitzen können und Beratungsangebote erhalten. Anlässlich der Eröffnung hatten Gesundheitsministerin Marisol Touraine und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo am Dienstag die Einrichtung besucht. Im Zuge der Besichtigung äußerte sich Ministerin Touraine auch über die derzeitige Praxis im Umgang mit Cannabis.

 

Touraine betonte, dass sie sich nach wie vor gegen die Entkriminalisierung ausspreche, jedoch sollte man die Art der Bestrafung für Konsumdelikte überdenken. „Wäre eine pauschale Geldbuße nicht eine geeignetere Strafe?“ stellte Touraine in den Raum. Gleichzeitig stellte die Ministerin klar, dass sie diese Debatte ungeeignet für den kommenden Präsidentschaftswahlkampf halte. Auch solle man den Cannabiskonsum nicht verharmlosen, sondern weiterhin auf die Risiken aufmerksam machen. Touraines Aussagen sind weit davon entfernt die Legalisierung in Frankreich voranzutreiben. Bemerkenswert ist lediglich, dass es das erste Mal war, dass sich eine Gesundheitsministerin in Frankreich überhaupt einer Debatte gegenüber Cannabis offen gezeigt hat.

 

Während man in der Politik noch hadert, ist die Bevölkerung schon weiter. Laut einer Ende September durchgeführten Umfrage wünschen sich 52% der Einwohner Frankreichs sehr wohl, dass Cannabis zum Thema des anstehenden Wahlkampfes wird. Befragt wurden 1.097 Personen ab einem Alter von 16 Jahren. Die Mehrheit befürwortet eine Zulassung des Cannabiskonsums für Erwachsen. 49% sind derzeit noch gegen die Legalisierung. Ganze 84% halten hingegen die derzeitige gesetzliche Regelung für ineffektiv und 52% sehen im staatlich kontrollierten Verkauf von Cannabis eine gute Alternative.

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