Mittwoch, 17. August 2016

15-Jährige klaute Gras vom Vater

 

Bewährungsstrafe für den Verkauf von schmutzigem Gras

 

Grafik: Mari Jo
Grafik: Mari Jo

 

In Arendsee hatte ein junges Mädchen ihrem Vater Marihuana entwendet und heimlich mit ihrer Freundin konsumiert. Da deren Eltern von dem Krautkonsum jedoch Wind bekamen, wurde der Ursprung der Hanfware von den Minderjährigen ausgespuckt und die Adresse anschließend von den Erziehungsberechtigten der Polizei mitgeteilt. Ein Problem der Geschichte ist, dass der Dad der Diebin das Marihuana selbst herstellte. Eine 15-Jährige klaute Gras vom Vater und sorgt für dessen Verurteilung aufgrund des Besitzes von drei Kilogramm Cannabisknospen.

 

Von Juli bis November 2015 soll der Angeklagte eine Plantage in den eigenen vier Wänden betrieben haben. Nach einem Unfall bestand bei diesem die Sorge, dass er von Schmerzmitteln abhängig werden könnte. Aus diesem Grund besorgte er sich günstiges Anbau-Equipment und startete eine Cannabisproduktion. Mit dem Schwarzmarkt wollte er nicht in Berührung kommen, sagte er vor Gericht. Doch da die Erntemengen weitaus höher als zuvor von ihm eingeschätzt wurden, entschied er sich einen gewissen Teil an Freunde und Bekannte zu veräußern. Zwischen fünf und sechs Euro hätte er für das Gramm Marihuana verlangt. Auch wenn der Schuldige erst sehr spät mit dieser vorher vehement bestrittenen Wahrheit rausrückte, verurteilte ihn das Gericht zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zu einer dreijährigen Bewährung ausgesetzt wurde. Zusätzlich winken 100 Stunden Sozialarbeit.
Am Tag der Festnahme trafen die Beamten in der Wohnung einige gerichtsbekannte Personen im Haus des Verurteilten, die wohl regelmäßig ihren Bedarf abdeckten und so für einen Verdienst von circa 800 – 1000 € Euro gesorgt hätten. 150 – 200 Gramm wären im Monat verkauft worden.
Während der Großteil dieser Geschichte nach einem regulären, fehlgeschlagenen Cannabisanbau klingt, gibt ein Mittelstück aus dem Gerichtssaal etwas tieferen Einblick in die reine Seele des leidenden Hanf-Produzenten.

 

Der Richter sprach von einer sehr schlampig geführten Anbauanlage, die der Angeklagte im Einsatz gehabt haben soll. Zwischen Dreck, Müll und Gerümpel hätten die Cannabispflanzen zum Trocknen offen in der Wohnung gehangen. Bereits benutzte Einkaufstüten und alte Zigarettenschachteln dienten dem gehandicapten Hanfbauern als wohlgesonnene Stauräume für die abgeernteten Knospen, die im gesamten Haus verteilt waren. Die im Gericht gezeigten Beweisfotos reichten dem Richter für diese Beurteilung bereits aus.

 

Ein weiterer Grund für die Legalisierung von Cannabis – Qualitätskontrolle und Jugendschutz.

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