Dienstag, 26. Juli 2016

Start der Legalisierungsdebatte in Italien

 

Konservatives Lager stellt sich gegen Gesetzesentwurf

...die Zeichen stehen auf grün
Foto: Archiv

 

Gestern hat das italienische Parlament damit begonnen über die Legalisierung von Cannabis zu diskutieren. Zur Debatte steht ein Gesetzesentwurf, der Erwachsenen gestatten würde eine geringe Menge Cannabis für den persönlichen Gebrauch sowie bis zu fünf Cannabispflanzen zu besitzen. Der Verkauf solle jedoch weiterhin illegal bleiben, genau wie der Konsum an öffentlichen Orten oder am Arbeitsplatz.

 

Derzeit ist Cannabis nur legal für Patienten über Apotheken erhältlich. Das medizinische Cannabis wurde zuerst aus den Niederlanden importiert, kostete in der Apotheke allerdings fast das Zehnfache (bis zu 38 Euro) vom Schwarzmarktpreis. Daher wurde die Armee mit dem Anbau von medizinischem Cannabis beauftragt, um die Versorgungslage der Patienten zu verbessern und die Kosten zu senken. Im vergangenen Jahr haben einige Parteien sowohl aus den linken als auch aus dem rechten Lager einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung verfasst.

 

Sollte das neue Gesetz in Kraft treten, könnten Konsumenten maximal 15 Gramm zum persönlichen Gebrauch in ihrer Wohnung besitzen. Zudem dürften sie fünf Gramm auf der Straße mit sich führen. Die Befürworter des Gesetzes argumentieren, dass die bisherige Bestrafung von Konsumenten keine Wirkung gezeigt habe. Doch das konservative Lager stellt sich nach wie vor gegen die vorgeschlagene Liberalisierung. So sammelte man Unterschriften gegen den Gesetzesentwurf. „Die teilweise Legalisierung wird den Drogenkonsum nur noch mehr steigern. Das ist ein Geschenk für die Mafia, die ihre Umsätze erhöhen wird“, so die Überzeugung der rechtskonservativen Senatoren Carlo Giovanardi und Maurizio Gasparri.

 

3 Antworten auf „Start der Legalisierungsdebatte in Italien

  1. Ulfus Maximus

    Die Prohibition ist ein Milliardengeschäft für die Mafia, wie kann denn bitte schön die Legalisierung ein Geschenk für die Mafia sein??? Da scheinen die beiden Senatoren eher ein Teil von den Mafiaeinnahmen abzubekommen und scheinen von der eventuellen Legalisierung Angst zu haben…

  2. Gasterl

    “ Das ist ein Geschenk für die Mafia“
    Meiner Meinung nach haben die in diesem konkreten Fall sogar recht.
    15 Gramm darf man daheim besitzen. Somit fällt der Anbau sowieso schon aus – selbst wenn er offiziell erlaubt wäre.
    Verkauf bleibt auch illegal – also ändert sich für die Konsumenten nur, dass der reine Besitz von 5 Gramm unterwegs zu keinen strafrechtlichen Problemen führt. Die Mafia macht munter weiter im Schwarmarkt und freut sich über Kunden, die nicht mehr so viel Angst vor der Verfolgung haben….aber dennoch verfolgt werden. (Könnten ja 15,1 Gramm zuhause oder 5,1 Gramm in der Tasche sein….)
    Von demher ist für die Nutzer nichts gewonnen – aber die Mafia würde es freuen.
    Alleine schon der Blödsinn 5Gramm hier – 15 Gramm da …. entweder man legalisiert es vernünftig oder spart sich die Diskussionen.
    5 Pflanzen zum Eigenanbau – ungeachtet der darauf entstehenden Menge – muss legal sein. Dann bringt es was…

  3. Mörnest

    Ich glaube die Zeit für WEED like to talk wäre jetzt Reif. Die Aktion war leider viel zu Früh. In vielen EU Ländern gibt es bewegung, alle wollen legalisieren, die einen mehr die anderen weniger, aber alle reden darüber. So, also warum zur Hölle steigt die EU nicht aus diesem dämlichen Vertrag aus, damit jedes Land für sich, Cannabis regulieren kann, um einen Verantwortungsbewussten Gebrauch legal zu ermöglichen.? Aber leider ist die Legalisierungsszene komplett zerstritten und lauter Dummhirne spalten munter weiter. National und wer weiß? Vermutlich auch international.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.