Dienstag, 28. Juni 2016

Studie zu Cannabis als Ersatz für Opioide

 

Forscher wollen Richtlinien für den medizinischen Gebrauch von Cannabis entwickeln

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Die kanadische Initiative National Access Cannabis hat in Kooperation mit dem US-amerikanischen Unternehmen Phytosciences Consultants die Studie „Medizinisches Cannabis – eine evidenzbasierte, schadensminimierende Herangehensweise an den Gebrauch verschreibungspflichtiger Opiate“ gestartet. National Cannabis Access hat es sich zur Aufgabe gemacht Menschen über medizinisches Cannabis zu Informieren und Patienten den Zugang zu ihrer Medizin zu ermöglichen. Die zweijährige, evidenzbasierte Kohortenstudie wird das Potenzial von medizinischem Cannabis als Substitut für Opioide bei der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen untersuchen.

 

Kanada und die USA leiden seit einigen Jahren unter einer regelrechten Opioid-Epidemie. Die Studie soll nun dabei helfen sichere Alternativen zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten zu finden. Diese sind jährlich für den Tod von tausenden Menschen verantwortlich. Die Zahl der Todesfälle durch Überdosierungen steigt in beiden Ländern rapide an. In Ontario stehen Opioide an dritter Stelle, der durch Unfälle verursachten Todesfälle. Schätzungen zufolge sind zwischen 2011 und 2014 fast 2.500 Menschen durch diese Medikamente ums Leben gekommen. Das Narcotics Control Board berichtet zudem, dass der Gebrauch von Opioiden von 2000 bis 2010 um 203% gestiegen ist.

 

Die Studie soll nun die therapeutische Wirkung und das subjektive Wohlbefinden von Patienten, die medizinisches Cannabis verwenden, untersuchen und mit Gebrauch von Opioidschmerzmitteln vergleichen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für weitere Forschung dienen und Informationen und Optionen für die Entwicklung einer evidenzbasierten Strategie für eine potenzielle Substitution dieser Medikamente durch Cannabis liefern. Durch die Untersuchungsergebnisse sollen außerdem Ansätze für Richtlinien für Ärzte in Hinblick auf Dosierung, Strain-Auswahl, Nebenwirkungen sowie die Zusammenwirkung mit anderen Medikamenten und Begleiterkrankungen entwickelt werden.

 

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