Mittwoch, 15. Juni 2016

Daten von Cannabispatienten anonymisieren

 

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates empfiehlt.

 

Bild: Schmiddie

 

Nachdem sich auch endlich in Deutschland die fachgerechte Versorgung von Medizinalhanfpatienten zu einem politischen Thema entwickelt hat, scheinen sich die Regierenden noch nicht ganz sicher, wie die Einführung vonstatten gehen solle. Auch da sich immer mehr Menschen mit der Problematik befassen, kommen verschiedene Ansichtsweisen gehäuft in die Diskussion. Unter anderem, dass man die Daten von Cannabispatienten anonymisieren sollte.

 

So meldet das Apothekerportal Apotheke adhoc heute, dass der Gesundheitsausschuss des Bundesrates, nicht für eine zwingende Teilnahme an wissenschaftlichen Studien plädiere, wäre man als Patient auf Cannabisblüten als Medizin angewiesen und wolle die Kosten von der Krankenkasse übernehmen lassen. Entgegen der Regierungsüberlegung, jeden Cannabis-Kassenpatienten zwanghaft zur Teilnahme streng geführter Begleitstudien zu verpflichten, empfiehlt der Gesundheitsausschuss des Bundesrates eine freiwillige Teilnahme unter anonymisiertem Datenaustausch.

 

Auch stelle der Ausschuss die Frage nach klarer Definition von Medizinalhanf, was einen nötigen Analyseprozess zur Standardisierung mit nachfolgender Festlegung von Wirkstoffgehalten impliziere. Unter anderen Umständen ergäbe sich sonst die Möglichkeit, dass verschiedene Pflanzenqualitäten in unterschiedlicher Wirksamkeit in den Apothekenschränken landen, auf dessen Wirkung sich die Patienten nicht richtig verlassen könnten. In anderen Worten: es gäbe keine Chance für Mediziner, Dosierungsempfehlungen auszusprechen.

 

Noch in diesem Jahr will die Regierung das Gesetz verabschiedet sehen, im Bundestag werde nun darüber beraten. Die Begleitstudie sehe der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe als notwendig, da man nicht genügend über die medizinalen Fähigkeiten von Marihuana wissen würde.

 

Wenigstens hier hat er recht – in Colorado hat Gouverneur John Hickenlooper gerade erst ein Gesetz unterzeichnet, das Kindern und Jugendlichen den Gebrauch ihrer wirksamen Medizin auch während der Schulzeiten erlaubt.

 

 

Hanf heilt.

3 Antworten auf „Daten von Cannabispatienten anonymisieren

  1. LittleGanja mit Ausnahmeerlaubnis

    Mir persönlich ist es egal ob anonym oder nicht, Hauptsache es wird von der KK übernommen.
    Besser heute wie morgen!

  2. Gasterl

    Ich habe auch eine Ausnahmeerlaubnis, aber ich bin absolut dagegen, dass man mich zwingt an Studien teilzunehmen damit ich meine Medizin von der Kasse bezahlt bekomme.
    Ich kann mir derzeit nichtmal die Hälfte meiner verschriebenen Dosierung leisten, und das obwohl die Dosierung nach Absprache mit meinem Arzt erstmal eher gering angegeben wurde um die Chancen auf die Genehmigung zu erhöhen. Wenn ich nicht auf viele, viele andere Dinge verzichten würde, könnte ich mir nichtmal die Hälfte leisten. Laut Rücksprache mit meinem Arzt wäre eine tägliche Dosierung von 4-5 Gramm das Optimum für mich. Derzeit bin ich bei nichtmal ganz 1 Gramm pro Tag. Meine Symptome sind zwar stark zurückgegangen, aber ich merke nunmal, dass an Tagen, an denen ich wirklich Schmerzen habe und ich dann mal 3 Gramm an diesem Tage nutze, die Schmerzen ganz weg sind. Bei 1 Gramm sind sie gut gelindert, aber noch nicht weg.
    Ich hoffe, auf eine faire Regulierung – ähnlich wie in de USA. Man kann unter vielen Sorten wählen und so die optimale für seine Beschwerden nutzen.
    Beispiel: Bedrocan wirkt bei mir recht gut – aber vor einigen Jahren hatte ich Super Lemon Haze….das wirkte bisher am besten! Aber auch bei der Indicalastigen Sorte ist das so. Kush hat immer bestens gewirkt….Bedica ist gut, aber nicht so gut, wie Kush für meine Beschwerden.
    Und da gäbe es sicher noch bessere Pflanzen daüfr.
    Je nachdem, was das für Studien sind, und was die von mir wollen, würde ich freiwillig (aber anonym) gerne mitmachen, damit die Erfahrungen aus der Studie auch anderen Menschen helfen. Aber ich möchte nicht gezwungen werden.
    Ein Patient, der Prozak oder Opiate oder sonstige Dinge verschrieben bekommt, bekommt das auch von der Kasse bezahlt, ohne zu etwas gezwungen zu werden. Gleiches Recht für alle!

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