Donnerstag, 9. Juni 2016

Der Haschischklub

Buchtipp

 

Phantastische Erzählungen

 

Théophile Gautier

 

 

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Drogen und die Erfahrung berauschter Zustände gehören seit jeher zur menschlichen Kultur. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich auch die verschiedensten Schriftsteller der westlichen Literatur mit dem Rausch befasst und dabei mystische und phantastische Welten heraufbeschworen, die sowohl auf den eigenen Rauscherfahrungen basieren, als auch ihrer Phantasie entsprungen sind. So auch Théophile Gautier. Der Schriftsteller und französische Romantiker lebte 1811 bis 1882 und schloss sich als junger Mann dem Literaturkreis um Victor Hugo an. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichte und Erzählungen und war bald als einer der Hauptrepräsentanten der Pariser Bohème bekannt und berüchtigt. Auch vertrat er die Auffassung die Kunst solle allein um ihrer selbst willen geschaffen werden. Dabei solle der Künstler nach Perfektion streben und jegliches gesellschaftliche oder politische Engagement meiden. In seinen Geschichten brach er mit damals geltenden sexuellen Tabus und verherrlichte den Gebrauch von Drogen auf schillernde Weise.

 

Der Ripperger & Kremers Verlag hat nun neun dieser Erzählungen in „Der Haschischklub – Phantastische Erzählungen“ zusammengefasst und als Hardcover veröffentlicht. „Die Wirklichkeit diente den Herrlichkeit der Halluzination nur mehr als Ausgangspunkt“ beschreibt der Ich-Erzähler aus „Der Haschischklub“ seine nächtliche Erfahrung. Die Erzählung war namensgeben für den Erzählband und befasst sich mit den verschiedenen Stadien des Rausches. Die Halluzinationen und phantastischen Fabelwesen, die hier vom Ich-Erzähler beschreiben werden, dürften nur in geringer Weise den Erfahrungen gleichen, die Cannabis-Kenner heute mit Haschisch und anderen Cannabis-Produkten machen. Doch macht dies gerade den Reiz einer Literatur aus, die in keiner Weise an die Realität gebunden ist.

 

Auch die übrigen Erzählungen sind voller fabelhafter Wesen, die die Sinne der Protagonisten auf jede erdenkliche Weise betören. Dabei spiegeln sie Gautiers Epoche und den Hedonismus der Pariser Bohème auf leichte und doch faszinierende Art wider. „Der Haschischklub – Phantastische Erzählungen“ ist Teil der in Leinen gebundenen Reihe „Literarische Kunststücke“ und ist Ende letzten Jahres als fünfter Teil beim Ripperger & Kremers Verlag erschienen.

 

Foto: Ripperger & Kremers

 

 

 

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