Donnerstag, 9. Juni 2016

1 Mio. $ Klage wegen Dispensary-Schließung

 

Razzien in zahlreichen Abgabestellen und Festnahmen durch die Polizei

Bild: Archiv
Bild: Archiv

 

Weil Ende Mai in Toronto zahlreiche Marihuana-Abgabestellen im Zuge von Razzien geschlossen wurden, haben viele Cannabis-Patienten nur noch unzureichenden Zugang zu ihrer Medizin. Ein betroffener Patient hat dagegen eine Beschwerde wegen dem Verstoß gegen die Menschenrechte gegen die Stadt Toronto eingereicht und 1 Mio. Dollar Schadensersatz gefordert. Im Rahmen von ‚Project Claudia‘ waren Ende Mai zahlreiche Cannabis Dispensaries durchsucht worden. Seitens der Polizei hieß es, dass einige Abgabestellen Marihuana-Handel außerhalb der gesetzlichen Bestimmungen tätigten. Die Stelle für Lizenzierungsstandards teile dem Sender CTV mit, dass 78 Dispensaries rechtswidrig betrieben wurden.

 

Den Razzien fielen auch die Dispensaries im Bezirk von Raymond Hathaway zum Opfer. Der Rechtsanwaltsgehilfe nutze das so genannte Rick Simpson Öl, um die Schmerzen eines inoperablen Tumors in seiner Wirbelsäule zu behandeln. Durch die Schließungen hat er nur noch sehr eingeschränkten Zugang zu seiner Medizin, weil die von der Regierung zugelassenen Abgabestellen das Öl nicht führen. „Ich empfinde dies als Belästigung und als direkten Angriff auf die Unversehrtheit meiner Person, welcher sich auch auf den Zugang von Cannabis-Patienten zu ihrer Medizin bezieht.“ so der Patient. „Als jemand mit einem inoperablen Tumor verschwende ich nun einen großen Teil meiner begrenzten Zeit, um eine Abgabestelle für meine Medizin zu finden.“ Daher hat er sich dazu entschlossen die Beschwerde einzureichen.

 

Für das Vorgehen gegen die Dispensaries ist Premierminister Justin Trudeau, der angekündigt hatte Cannabis liberalisieren zu wollen, in die Kritik geraten. „Die Razzien und Festnahmen in den Dispensaries, welche von Justin Trudeaus liberaler Regierung unterstützt werden, sind Teil der größten Marihuana-Razzia, die es in der kanadischen Geschichte je gegeben hat und sind schlimmer, als alles was wir unter der Harper Regierung gesehen haben.“ beurteilt Jodie Emery, eine Aktivistin aus Vancouver die Lage. Torontos Bürgermeister John Tory versicherte hingegen, dass er nichts mit den durchgeführten Aktionen zu tun hatte. Von der liberalen Regierung Kanadas wird erwartet, dass sie Cannabis im kommenden Jahr legalisiert. Die festgenommen Betreiber und Angestellten der Dispensaries hoffen nun darauf, dass Cannabis legal sein wird bevor ihre Fälle vor Gericht verhandelt werden.

 

 

 

 

 

2 Antworten auf „1 Mio. $ Klage wegen Dispensary-Schließung

  1. moep

    Ist wohl der Versuch den unregulierten Markt zu bekämpfen bevor im nächsten Jahr ein regulierter Markt entsteht… es ist nicht klar ob die bestehenden Läden den Transfer schaffen bzw eine Lizenz bekommen werden. ZB haben kanadische Verbände, die Kontrolle über Alkohol haben, Interesse angekündigt Cannabis zu verkaufen und dafür ihr eigenes Verteilersystem zu nutzen.

  2. Hamf

    Uiii, ne Schmerzensgeldklage – ich glaube, davor sorgen sich auch so manche der hiesigen Polit-Verbrecher. Wie kommt es eigentlich, das die Bevölkerung immer so halb und halb dafür oder dagegen ist beim Cannabis, aber 80-90% der Politiker? Ist ein weltweites Phänomen, welches noch der Aufklärung harrt.

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