Mittwoch, 20. April 2016

Schweizer Bauern wollen Hanf selbst anbauen

 

Lokale Versorgung der Konsumenten des Berner Modellprojekts gefordert

Schweiz

 

Die Stadt Bern will ein Cannabis-Modellprojekt starten und dazu Cannabis an bis zu 1.000 Konsumenten in speziellen Einrichtungen abgeben. Derzeit warten die Initiatoren noch auf die Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Das Projekt sah vor die benötigte Menge Cannabis aus den Niederlanden zu importieren, doch melden sich immer mehr Schweizer Bauern zu Wort, die die Pflanze auf heimischen Äckern sähen wollen. «Ich finde es falsch, für das Programm Marihuana aus dem Ausland zu importieren. Das können wir genauso gut selbst anpflanzen», sagte Landwirt Heinz Siegenthaler in „Der Bund“. Der ehemalige Berner BDP-Präsident und Nationalrat baute bereits in den 1990er Jahren Hanf an.

 

Siegenthaler ist nicht der einzige, der Interesse zeigt. Bei der Berner Sozialdirektorin Franziska Teuscher (Grünes Bündnis) gingen unzählige Anfragen von Bauern ein, die Hanf für das Pilotprojekt anbauen wollen. Auch beim Berner Bauernverband meldeten sich zahlreiche Landwirte. «Es gibt Bauern mit Innovationsgeist, die am liebsten schon heute Hanf säen würden», berichtete Andreas Wyss, Geschäftsführer des Bauernverbands. Stefan Wächli, einer der betroffenen Bauern nannte als Grund für sein Interesse am Hanfanbau: «Weizen rentiert sich nicht mehr. Milch rentiert sich nicht mehr. Hanfproduktion bietet sich für Bauern als Nischenprodukt bestens an. Wir haben mehr als genug Boden.». Bei den Bauern stehen also vor allem wirtschaftliche Interessen im Vordergrund.

 

Der Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern Matthias Egger leitet das Forschungsprojekt und sieht den Anbau von Hanf in der Schweiz nicht als Teilbereich des Modellprojekts: «Unser Ziel ist sicher nicht, ein Hanf-Anbauprogramm für Schweizer Bauern zu lancieren. Sondern zu untersuchen, wie sich die Cannabis-Abgabe in Apotheken präventiv auswirkt». Theoretisch sei jedoch eine Versorgung durch Marihuana aus der Schweiz denkbar, solange dies aus biologischer Produktion stamme und eine  standardisierten THC-Gehalt von 12 Prozent aufweise.

 

Sandro Cattacin unterstützt hingegen die Bestrebungen der Bauern den Hanf lokal anzubauen. Der Soziologe ist Sprecher einer Städte-Gruppe, die ebenfalls Cannabis-Modellprojekte starten wollen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Bauern eine Genehmigung für den derzeit illegalen Anbau erhalten. Auch werden für das Pilotprojekt derzeit nur geringe Mengen an Cannabis benötigt. Folglich würden – wenn überhaupt – nur wenige Bauern für den Hanfanbau ausgewählt werden. Dies könnte sich jedoch schnell ändern, wenn Cannabis in der Schweiz legalisiert würde. Derzeit werden dort bis zu 100 Tonnen jährlich konsumiert, die vorwiegend aus illegalen Indoor-Anlagen stammen.

 

 

 

 

 

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Und es kommt noch schlimmer, denn der junge Mann muss feststellen, dass sein eigenes Land tief im Sumpf des Verbrechens steckt. Während nämlich auf der einen Seite Präsident Richard M. Nixon den Krieg gegen die Drogen
6 Jahre zuvor

Freiheit für die Hanfbauern! Respekt und Anerkennung für Sandro Cattacin. Hier einige Hintergründe – ein sehr gutes Buch – zum sogenannten „Drogenkrieg“:

[… Drogenhandel Je mehr Drogenkrieg, desto größer die Gewinnspanne

Alfred McCoy untersucht, wie der amerikanische Geheimdienst in den asiatischen Rauschgifthandel geriet. Und wie Drogenhandel und Großmachtpolitik zusammenhängen.

19.04.2016, von Michael Hochgeschwender …]
Quelle: faz.net/aktuell/feuilleton/alfred-mccoy-schreibt-ueber-die-cia-und-heroin-14185449.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Jeder, der sich für die Wieder-Legalisierung von Cannabis (Hanf) einsetzt, sollte diese Hintergründe kennen, um dieses Wissen in einer Debatte effektiv einsetzen zu können.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen wünschen wir allen schweizerischen Hanffreundinnen und Hanffreunden und besonders den Hanfpatientinnen und Hanfpatienten.

Schönen 4/20 und ganz liebe Grüße von der „Die Hanfinitiative“ 🙂 🙂 🙂

www.diehanfinitiative.de
6 Jahre zuvor

Dazu passend noch ein Film:

[… Drogen kann man nicht erschießen
Wege aus dem Drogenkrieg
Donnerstag, 28. April um 8:55 Uhr (76 Min.)

Der Drogenkrieg begann 1971, als Nixon den Drogenmissbrauch zum Staatsfeind Nummer eins erklärte. Dieser Krieg ist gescheitert: Die USA sind der größte Drogenmarkt der Welt. Zukünftig muss es eine neue Antidrogen-Politik geben. Selbst eine Legalisierung ist kein Tabu mehr. Der Film dokumentiert neue Wege aus dem Drogenkrieg. …]

http://www.arte.tv/guide/de/055130-000-A/drogen-kann-man-nicht-erschiessen

Wir hoffen, wir hoffen ehrlich, dass die UNGASS2016 echte Fortschritte bringt und der Hanf bald wieder für alle Menschen legal und verfügbar ist. Es wäre, unserer Auffassung nach, 😉 ein Segen – für alle Menschen.

LG 🙂 🙂 🙂

Gasterl
Gasterl
6 Jahre zuvor

Liebe Leute – Herr Dr. Grotenhermen und weitere wollen die Möglichkeiten Hanf als Medizin zu nutzen einer breiteren Masse verständlich machen. 5 Dollar (4,40 Euro) habt ihr sicherlich mindestens übrig und die wären gut angelegt….wenn es mehr ist, hilft es mehr! 😉
Spenden könnt Ihr hier:
https://www.indiegogo.com/projects/say-yes-to-cannabis-as-medicine–5#/

https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition
6 Jahre zuvor

Liebe/r @Gasterl, danke für die Information. Das ist eine gute Sache! Wir unterstützen das. Nochmal zu den Hintergründen des Hanfverbotes – das „Ganze“ einmal aus einer Satellitenperspektive betrachtet – wir haben versucht das „Gesamtbild“ (es ist natürlich auch nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit), hier darzustellen: https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition Wenn man allen Links und auch den Verzweigungen gefolgt ist und sich vorurteilsfrei hindurch gearbeitet hat, wird sich sicher ein Erkenntnisgewinn einstellen. Wir nennen es das „Kopfschüttelsyndrom“. Ein Zitat, welches ein wenig Licht in das perfide Dunkel des Teilsystems „System Prohibition“ bringt, ist folgendes: [… „Wir wussten, dass wir es nicht illegal machen konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber indem wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die… Weiterlesen »

Fast von Anfang an – und bis heute – mischten mexikanische Politiker mit im illegalen Geschäft. Aber auch die Regierungsbehörden in den USA hätten sich merkwürdig verhalten, schreibt Valdés: Trotz detaillierter Informationen unternahmen sie nicht
6 Jahre zuvor

Noch ein Nachtrag – guter Artikel von Alexandra Endres in der „ZEIT ONLINE“:

[… Drogenpolitik: Milliarden für einen nutzlosen Krieg

Viele Staaten würden den Drogenkrieg am liebsten sofort beenden. Doch in der Sondervollversammlung der UN gibt es darüber nicht einmal eine ernsthafte Debatte. Warum?

Von Alexandra Endres

20. April 2016, 17:37 Uhr 165 Kommentare …]

Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-04/drogenpolitik-un-konferenz-new-york-mexiko-konsum/komplettansicht

Ja, WARUM? – ein Schelm wer eine „Agenda“ dahinter vermutet – aber der „Klimawandel“ schreitet unaufhaltsam voran und nicht nur die Eisberge in der Arktis schmelzen… zunehmend schneller!

Minimum 60 Jahre mal 500 Milliarden Dollar – plus Zinsen – plus Dividenden – plus Wertsteigerungen – plus … = ??? [kleine Aufgabe, nicht nur für Finanzmathematiker ;-)]

LG 🙂 🙂 🙂