Freitag, 15. April 2016

Crowdfunding: 300.000 für Hanf-Unternehmen

 

Unklar wann Firma in die Produktion von medizinischem Cannabis einsteigen kann

Cannabis aus der Apotheke
Foto: marker

 

Über einen Crowdfunding-Aufruf im Jahr 2015 hatten die Gründer von „Hanfgarten“ innerhalb kürzester Zeit das Startkapital zusammen, um ihren Stecklingshandel in Österreich ins Leben zu rufen. Nachdem Unternehmensgründer Andreas Troger seinen Handel für Steckling und weitere Cannabis-Produkte etablierte hat, will das Unternehmen den nächsten Schritt gehen und startete dazu am Mittwoch einen erneuten Aufruf auf der Crowdfunding-Plattform greenrocket.com.

 

Hanfgarten scheint die Anleger zu überzeugen, denn in nur 30 Minuten war die Finanzierungsschwelle von 75.000 Euro überschritten. In weniger als zwei Tagen kamen über 300.000 Euro zusammen. Bis zu einem Betrag von 1 Mio. Euro kann noch in das Projekt investiert werden. Das Unternehmen betont dabei in völlig legalem Rahmen zu operieren, da Hanfpflanzen in Österreich legal sind, solange diese nicht zur Blüte gebracht werden. Mit dem Geld aus dem aktuellen Crowdfunding-Aufruf soll in die Forschung zu medizinischem Cannabis investiert werden. Laut Video auf der Crowdfunding-Seite habe Hanfgarten auch bereits mehrere Anfragen  von internationalen Unternehmen aus der Arzneimittelbranche erhalten.

 

Um mit dem Anbau von medizinischem Cannabis starten zu können, wurde ein 10.000 qm großes Gewächshaus eingerichtet, welches über die neuste Technologie verfügt. Troger weist daraufhin, dass der staatliche Cannabis-Anbau zu medizinischen Zwecken seit 2008 stattfindet und dass die Möglichkeit bestünde hier mit privaten Unternehmen zusammenzuarbeiten. Was im Video nicht erwähnt wird, ist, dass die staatliche Agentur für Ernährungssicherheit (Ages), welche für die Gewinnung von medizinischem Cannabis zuständig ist, allein ihr Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion mit dem Anbau von Cannabisblüten beauftragt hat und sich bisher weigert mit privaten Unternehmen zu kooperieren, wie wir Mitte März bereits berichteten. Deswegen hat der Inhaber der Stecklings-Firma Flowery Field Alexander Kristen, der wie Troger in die Produktion von medizinischem Cannabis einsteigen will gegen das Monopol der Ages geklagt. Über das staatliche Cannabismonopol muss nun das Verfassungsgericht entscheiden. Das Urteil wird ausschlaggebend sein für Geschäftsmodelle wie die von Hanfgarten oder Flowery Field.

 

 

 

3 Antworten auf „Crowdfunding: 300.000 für Hanf-Unternehmen

  1. Gasterl

    Ich würde sofort funden, jedoch will ich als Patient keine monetäre Rendite, sondern eher ein „Naturalien-Gegenangebot“. Sobald legal, eine Zeit lang oder eine bestimmte Menge Medizinalblüten für das getätigte Investment oder besondere Vergünstigungen beim Bezug von Medizinalblüten o.Ä.
    Als klassisches Investment interessiert es mich leider nicht.
    Hanfgarten wünsche ich sehr, sehr viel Erfolg!

  2. Michael Carus

    Liebe Freunde und Freundinnen,

    ich habe heute eine wichtige Kampagne entdeckt, die sich aus meiner Sicht zu unterstützen lohnt:

    Crowdfunding for Medical Cannabis started today „Say YES to cannabis as medicine!“

    Auf der Crowdfunding-Website Indiegogo, neben Kickstarter die weltweit wichtigste Crowdfunding-Plattform überhaupt, findet ihr mehr Informationen und ein interessantes Video:
    https://www.indiegogo.com/projects/say-yes-to-cannabis-as-medicine–5#/

    Ein erklärendes Flugblatt habe ich hier gefunden:
    http://medical-cannabis-declaration.org/wp-content/uploads/2016/04/16-04-19-FlyerCrowdfunding_CannabisMedicine.pdf

    Ich habe sofort gespendet. Schaut mal, ob ihre diese weltweite Aktion auch mit einer kleinen (oder großen :)) Spende unterstützen wollt. Noch wichtiger: Verteilt die Informationen in Euren Netzen. Immer noch wissen viel zu wenig Menschen, welchen medizinischen Nutzen Cannabis als Medizin hat und dass Patienten in den allermeisten Ländern immer noch keinen legalen Zugang zu dieser Naturmedizin haben.

    Liebe Grüße

    Euer Michael

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