Montag, 28. März 2016

Kascha März 2016

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

kascha

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

 

Torsten (35) aus Berlin fragt:

 

„Hi Kascha,

ich rauche nur gelegentlich, so alle paar Monate mal, aber dann ganz gerne. In letzter Zeit erzählen mir immer alle ganz stolz, sie haben „Haze“ dabei. Meist ist das auch ziemlich starkes Gras, aber ist das etwas Synthetisches? Das riecht manchmal etwas nach Lösungsmittel wenn man das Tütchen aufmacht, finde ich, und ich habe viel von diesem ganzen synthetischen Cannabis gehört, das ja auch sehr stark sein soll?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Torsten,

tatsächlich ist Haze eine Sativa-Cannabissorte, deren verschiedene Untersorten einen THC-Gehalt von etwa 20 % und einen ziemlich niedrigen CBD-Gehalt aufweisen. Verbreitet sind zum Beispiel Lemon Haze mit leichtem Zitrusgeruch, Silver Haze oder Amnesia Haze, das mit einem starken Lösungsmittelgeruch auffällt. Dieser Geruch kommt aber nicht von synthetischem THC, das häufig eher auf legal erhältlichen „Kräutermischungen“ zu finden ist. Er kommt von im Cannabis enthaltenen Terpenen – wenn dich das genauer interessiert, kannst du es ja mal googlen, das ist ein großes Thema, denn im Cannabis kommen dutzende verschiedene Terpene vor, die sich auf die Wirkung des THC auswirken können. So helfen zum Beispiel einige Terpene dabei, dass der Wirkstoff schneller aufgenommen werden kann. Andere Terpene werden tatsächlich als Lösungsmittel verwendet – riech mal an einer Dose Terpentin (aber bitte vorsichtig). Und wieder andere Terpene sind in Lebensmitteln enthalten und sorgen dort nicht nur für das typische Aroma, sondern, wie zum Beispiel bei der Mango, auch wiederum dafür, dass THC besser vom Körper aufgenommen werden kann. Im Internet kreist längst der Geheimtipp, beim Rauchen ein oder zwei reife Mangos zu essen. Mit diesen Terpenen lassen sich aber auch eine Reihe von verschiedenen natürlichen Aromen ins Gras züchten, wenn der Terpenanteil wie beim Haze hoch genug ist. So überrascht Lemon Haze mit einem natürlich wirkenden zitronigen Aroma und Chocolate Haze hinterlässt einen typischen Kakaogeschmack auf der Zunge. Sicher sind diese interessanten Geschmacksaspekte neben der starken Wirkung mit ein Grund dafür, dass diese Sorten trotz dem relativ hohen Preis (oft über 10 € pro Gramm) immer beliebter und verbreiteter werden.“

 

 

Jan (24) aus Göttingen fragt:

 

„Hallo Kascha,

jetzt geht ja langsam die Anbausaison wieder los und ich wollte mir wieder zwei oder drei Pflanzen auf den Balkon stellen. Da ich zwei Balkone habe und die Pflanzen, wenn ich zu Hause bin, hin und her räume, damit sie mehr Sonne haben, hatte ich mir überlegt, dieses Jahr Seramis zu nehmen. Einfach, weil die Töpfe mir irgendwann sehr schwer geworden sind mit Erde drin. Kann man sowas machen? Ich habe bisher immer normale Erde genommen aber ich habe auch Zimmerpflanzen mit Seramis also müsste das doch auch gehen?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo Jan,

zunächst muss ich dich darauf hinweisen, dass der Anbau von Hanf ohne Genehmigung in Deutschland verboten ist. Tatsächlich lassen sich die Pflanzen mit Seramis drin leichter tragen – es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zwischen Tongranulat und Erde. In Erde, vor allem in Blumenerde, sind natürlicherweise Nährstoffe und Mineralstoffe enthalten, die die Pflanze zum Wachsen und für ihren Stoffwechsel – letztendlich auch für die Ausbildung schöner Blüten – braucht. In Seramis ist so etwas nicht enthalten und die Nährstoffe müssen ständig beim Gießen, so wie auch bei deinen Zimmerpflanzen, zugeführt werden. Die entsprechenden Nährstoffmischungen für Grünpflanzen aus dem Gartenhandel sind allerdings nicht speziell auf die Bedürfnisse von Hanf eingestellt, so dass man für optimale Resultate vermutlich eine spezielle Nährstoffmischung zugeben muss. In der Praxis werden übrigens häufig Pflanzen ohne Erde angebaut: Beim so genannten hydroponischen Anbau wachsen die Wurzeln der Pflanzen in Kokosballen oder direkt in einer fließenden Nährstofflösung. So lassen sich die Konzentrationen und Aufnahmezeiten der einzelnen Nährstoffe perfekt einstellen und auf die verschiedenen Wachstums- und Blütephasen der Pflanzen einstellen, so dass sich das Ergebnis besser kontrollieren lässt als in normaler Blumenerde, die mit speziellem Dünger ergänzt wird. Für den privaten Gebrauch sind solche Anbaumethoden wohl zu umständlich – die Kombination aus Seramis, einem Erdballen für die Wurzeln und einem speziell ausgewogenen Nährstoffmix dürfte allerdings auch funktionieren.“

 

 

Janine (25) aus Leipzig möchte wissen:

 

„Hallo Kascha,

mein Freund trinkt gerne zu seinem Joint einen Kaffee und sagt, dass das dann besser rein haut und ihn angenehmer breit macht. Ich trinke keinen Kaffee, sondern lieber Energy Drinks, deshalb habe ich das noch nie probiert. Mit einer Dose Energy zum Joint finde ich die Wirkung aber auch stärker und angenehmer, ich bin dann nicht so müde sondern eher psychedelisch high. Wie kommt das und ist das als Mischkonsum gefährlich?“

 

Kascha antwortet:

 

„High Janine,

tatsächlich gibt es anscheinend eine Wechselwirkung zwischen Koffein und Cannabis, im Tierversuch haben Affen niedrigere Dosen Cannabis angefordert, wenn sie gleichzeitig eine koffeinähnliche Substanz verabreicht bekommen haben. Das lässt vermuten, dass Koffein die Cannabiswirkung verstärkt. Außerdem wirkt es einigen Cannabisnebenwirkungen entgegen, wie zum Beispiel dem leichten Abfall von Blutdruck und Körpertemperatur. Andererseits kann die entwässernde Wirkung von Koffein andere Nebenwirkungen wie die Mundtrockenheit verstärken. Konsumenten mit einem empfindlichen Magen würde ich auch empfehlen, dazu etwas zu essen – das durch das Kiffen hervorgerufene Hungergefühl verträgt sich nicht immer gut mit Kaffee auf nüchternen Magen.

Gerade bei sehr starken Gras-Sorten oder hohen Dosierungen sollte man zusätzlich die Kreislaufbelastungen mit berücksichtigen: Wenn sowohl das Cannabis als auch das Koffein den Herzschlag beschleunigen, kann dies zu unangenehmem Herzrasen führen. Wegen dem angeregten Kreislauf sollten auch Diabetiker vorsichtig sein, damit sie nicht unterzuckern (bei den meisten Energy-Drinks ist wiederum wahrscheinlich eher zu viel Zucker enthalten). Ansonsten ist diese Kombination tatsächlich insbesondere bei Leuten, die im Büro arbeiten, recht beliebt. Dabei dürften Kaffee und Energy-Drinks eine ähnliche Wirkung haben, wobei üblicherweise in einer Tasse Filterkaffee (150 ml) mit ca. 100-120 mg Koffein deutlich mehr Koffein enthalten ist als in einer Dose Energy-Drink (250 ml) mit ca. 80 mg. Eine Flasche Club Mate (500 ml) enthält ca. 100 mg Koffein.“

 

2 Antworten auf „Kascha März 2016

  1. Cosmo

    Noch ein schmankerl von der einzig Wahren Presse:
    der-postillon.com/2015/03/marihuana-einzig-wirksames-mittel-um.html

  2. Honza

    Betr. : Haze / Künstliche Cannabinoide

    Hallo zusammen,

    liebe Kascha, leider muss ich dir wiedersprechen.
    Das Grass gestreckt wird seit +/- 10 Jahren ist eine Erfahrung die bitter ist. Das es in manchen Städten und Regionen ausschließlich auf dem Illegalen Markt verfügbar ist und gekauft wird um so mehr.
    Nicht das deine Ausführungen in der Antwort an Thorsten zum Thema Terpene nicht korrekt sind.
    Doch kurz und knapp muss ich sagen das „Haze“ wovon Thorsten spricht sehr wohl mit synthetischen Cannabinoiden und Aromastoffen erst dazu gemacht wird.
    Also hast du vielleicht ganz nett und simpel erklären wollen was an Haze natürlicherweise das Aroma und die kräftige Wirkung bestimmt.
    Meiner Meinung nach aus meiner Erfahrung ist es aber so wie Thorsten es befürchtet.

    Gern sag ich mehr was ich noch so dazu betragen kann wenns jemanden interessiert. Aber an der Stelle genug.

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