Sonntag, 27. März 2016

Anbau von Cannabis auf hydroponischen Medien

Die Innere Sicherheit und der Anbau von Cannabis auf hydroponischen Medien

 

Ein Absturz des Betriebssystems kann böse Folgen haben

 

BudSpencer

 

Autor: KIMO

 

 

Am Anfang sind es meist Erde oder Kokos, doch mit der Erfahrung steigen oft auch die Ansprüche an den eigenen Grow. Aber auch der größere Komfort und eventuell noch bessere Erträge sind nicht selten Antriebsfeder für einen Wechsel des Betriebssystems im Growraum. Doch aufgepasst: Für einen hydroponischen Grow ist weitaus mehr Planung und Basiswissen notwendig als bislang, außerdem ist die Umstellungsphase für den Gärtner sehr zeitintensiv.

 

Für einen „echten“ Hydro-Durchgang ist es hilfreich, einmal mit Kokossubstrat zu üben. So kann das penible Messen von Ec- sowie pH- Wert sowie die Installation und den Umgang mit der automatischen Bewässerung, die später dann bei den Hydro-Systemen unumgänglich wird, in Fleisch und Blut übergehen. Kokossubstrat verzeiht Fehler, ähnlich wie Erde, bis zu einem gewissen Grad, wird jedoch wie ein hydroponisches Medium gedüngt und gegossen.

Wer sofort hydroponisch loslegen möchte, sollte vorab eine Menge lesen und vor allen Dingen penibel auf Sauberkeit achten. Hydro-Systeme ziehen Schädlinge magisch an, weil das Medium seltener gewechselt wird, wobei aeroponische Systeme hier eine Ausnahme bilden.

Auch ist Hydro nicht gleich Hydro, es gibt im Indoor-Bereich eine Vielzahl unterschiedlichster Varianten: Mit oder ohne Medium, Fertigsysteme oder Bausätze, Selbstbau-Varianten aus dem Internet, Bio, konventionell, halb- oder vollautomatisch etc.

Die Faustregel: Je besser ein System funktioniert, umso aufwendiger und kostenintensiver ist sein Kauf oder ein Eigenbau. Komfort kostet extra. Aber: Die Zeit, die man durch das Wegfallen von Gießen und Schleppen spart, wird locker in Pflege, Messen und Regulieren investiert. Bei kleineren Anlagen kann ein Hydro Setup den Spaß- und Lernfaktor erhöhen, er spart aber definitiv erst ab einer Größe von mehr als zwei Lampen Zeit.

Bevor die verbreitetsten Systeme ein wenig genauer erläutert werden, gilt es, vorab ein paar grundlegende Worte über die Vorbereitung eines Hydro-Durchgangs zu verlieren:

 

 

Hydro heißt Wasser

 

Die Vorbereitung ähnelt sich bei allen Varianten der Hydroponik. Vor der Wahl der Ausstattung sollte man sich über die Qualität des zu verwendenden Wassers informieren und die paar Extras besorgen, die für jeden Hydro-Grow notwendig sind. PH- und Ec- Wert sind mit den entsprechenden Geräten schnell ermittelt. Nur Wenige achten vorab auch auf den Härtegrad ihres Wassers, der aber ist mit entscheidend für das optimale Gelingen. Der Härtegrad gibt den Kalkgehalt des Wassers an, der wiederum die Transportfähigkeit der Nährstoffe stark beeinflusst. Hier gilt: Je weicher, desto besser für die Pflanzen. Düngerhersteller nehmen bei ihren Tests immer sehr weiches Wasser mit einem Leitwert von 0,0 mS/cm². Zwar beeinflusst der Kalkgehalt auch den pH-Wert, kann aber nicht mit mit pH+ oder pH- geändert werden. Hierzu bedarf es einer Osmoseanlage.

In Deutschland unterscheidet man zwischen drei Härtegraden:

– „weich“ (0-7 Grad deutsche Härte)

– „mittelhart“ (7-14 dH)

– „hart“ (14-21 dH).

Ist zu viel Kalk im Wasser, können pH- und Ec-Wert noch so gut sein, die Pflanze wird nicht optimal mit Nährstoffen versorgt, obwohl davon ausreichend in der Nährlösung vorhanden sind. Ist das Wasser aus der Leitung „hart“, kann man es mit weichem mischen oder gleich 100% mineralfreies Wasser nutzen. Das kann entweder gefiltertes Regenwasser oder Osmosewasser sein.

 

Wer diesen Aufwand trotz relativ hartem Wasser scheut und hydroponisch growen will, sollte unbedingt Spezialdünger für hartes Wasser nutzen. Leider gibt es nur sehr wenige Anbieter, die für hartes und weiches Wasser unterschiedliche Produkte anbieten. Der Härtegrad des Leitungswassers ist einfach im Internet oder telefonisch beim örtlichen Wasseranbieter zu erfahren.

 

Ein Wasseranschluss oder zumindest ein Schlauch mit Hahn in Reichweite des Nährstofftanks spart Kräfte. Damit beim Austausch der Nährlösung keine Eimer herbeigeholt werden müssen, kann der Zulaufschlauch mit einem T-Stück und einem Absperrhahn versehen werden, so dass man ihn leer pumpen kann. Sauerstoff- und Umwälzpumpe sorgen für eine frische und algenfreie Nährlösung, ein Aquariumheizstab für die richtige Temperatur von 18-20 Grad Celsius. Steht der Behälter im Growraum, wird das Wasser oft mit der Zeit immer wärmer. Bis 24 Grad vertragen die Pflanzen das problemlos, darüber wird die Nährstoffversorgung problematisch. Die ideale Lösung, ein Wasserkühler, kostet aber ab 300 Euro aufwärts. Kühlakkus sind günstiger, tauen jedoch relativ schnell auf und sind keine Dauerlösung.

 

Ob man einen fertigen Bausatz kauft oder sich seine Anlage selbst zusammenbastelt, kommt auf den finanziellen Einsatz und das handwerkliche Geschick an. Besonders wichtig beim Eigenbau ist, dass alle Wasser führenden Verbindungen absolut dicht sind und die verwendeten Materialien nicht ausdünsten. Krebserregende Weichmacher werden auch von den Pflanzen aufgenommen. In den bekannten Foren wie zum Beispiel www.grower.ch gibt es hervorragende Anleitungen für selbst gebaute Hydro-Systeme jedweder Art.

 

 

Die ältesten hydroponischen Indoor-Kulturmethoden sind gut speicherfähige, hydroponische Medien wie:

 

Steinwolle oder Rockwool und Co.

 

Egal ob als Matte, als Würfel oder als Flocken: Steinwolle muss immer feucht gehalten werden, benötigt jedoch keine permanente Bewässerung. Steinwolle muss einen Tag vor dem Einpflanzen in einer pH- kontrollierten Nährlösung eingeweicht werden. Das sorgt für die pH-Wert Stabilität im Medium, wenn die Jungpflanzen eingesetzt werden. Die Struktur der Steinwolle dient der Wasserspeicherfähigkeit und muss erhalten bleiben, weshalb Quetschen beim Transport und bei der Verarbeitung vermieden werden muss. Eine beliebte Alternative sind Oasis Flocks, die ein wenig mehr Sauerstoff speichern können als Steinwolle, ansonsten aber genauso zu behandeln sind.

 

Bei den kleinsten Steinwoll-Würfel (2-4 cm), die gerne für Stecklinge genutzt werden, ist bei einigen Fabrikaten das Loch ein wenig zu groß. Merkt man beim Einstecken, dass der Nachwuchs nicht stabil steht oder Licht ins Pflanzloch fällt, so bohrt man sich einfach ein zweites, kleineres Loch daneben, in dem das Hanfbaby besseren Halt findet.

Ein einfaches Drip-Bewässerungssystem, das während jeder Lichtphase zwei bis sechs Mal anspringen sollte, reicht für den Grow auf Steinwolle. Um ein Überwässern zu vermeiden, ist der Kauf einer sekundengenauen Zeitschaltuhr bei der Drip-Bewässerung sehr ratsam. Die richtige Gießmenge pro Pflanze wird ermittelt, indem ein Messbecher unter einen beliebigen Tropfer platziert und der Durchlauf pro Minute gemessen wird. Ein Beispiel: Soll jede Pflanze 900 ml Nährlösung pro Tag erhalten und in einer Minute laufen 300 ml durch einen Tropfer, weiß man, dass die Bewässerung insgesamt drei Minuten laufen muss und kann die Bewässerungsintervalle auf 6×30 Sekunden stellen.

Auch die Verwendung eines Ebbe und Flut Systems ist bei Steinwolle sehr beliebt, denn sie sind sehr preisgünstig und die Bewässerung funktioniert denkbar einfach: Die gesamte Pflanzfläche wird pro Lichtphase ein bis dreimal geflutet, so dass sich die Matten oder Würfel mit Nährlösung vollsaugen. Die optimalen Bewässerungsintervalle und -mengen findet man durch langsames Steigern heraus.

 

Steinwolle braucht einen niedrigen pH-Wert, nach der Bewurzelungsphase mit 6,0 sollte er noch 5,6 bis 5,8, in der Endblüte nur noch 5,4 bis 5,6 betragen. Steinwolle ist leicht zu transportieren und pflegeleicht und lässt sich sehr sauber verarbeiten, allerdings ist das Tragen von Handschuhen beim Umgang obligatorisch.

 

Doch es gibt auch ein paar Nachteile: Steinwolle kann nur einmal genutzt werden und ist deshalb nicht gerade billig. Sie muss  nach einem Durchgang aufwendig entsorgt werden. Eigentlich sogar als Sondermüll, aber welcher Hobbygärtner will schon seine gebrauchten Matten zur örtlichen Mülldeponie zu bringen? In der Industrie tragen die Arbeiter sogar beim Hantieren Atemmasken. Für rezirkulierende Systeme ist sie nicht geeignet, weil die zurück laufende Nährlösung zu salzhaltig wäre. Die intensive Bewässerung ohne Rücklauf hat einen relativ hohen Wasser- und somit Düngerverbrauch zur Folge, da die Restlösung aus den Matten im Ausguss landet.

Ein paar sehr erfahrene Gärtner bewässern auch ihre Steinwollgrows rezirkulierend, dafür muss die Pumpe jedoch ständig laufen, der Ec-Wert niedriger als empfohlen und eine Menge Erfahrung vorhanden sein. Anfängern ist hiervon abzuraten.

 

 

Neben den gut speicherfähigen Medien gibt es natürlich auch schlecht speicherfähige Medien wie:

 

Hydrokorrels, Seramis und Co.

 

Das sind Ton- und Mineralkügelchen oder -Steine, die selbst kaum Wasser speichern können und  eine Dauerbewässerung erfordern. Die bis heute erfolgreichsten Hydro-Systeme, der Dutch Pot und die Aqua- oder Waterfarm von General Hydropnics of Europe, beruhen auf dieser Technik. Das  ständig fließende Wasser sorgt für einen hohen Sauerstoffgehalt, so dass sich die Wurzeln explosionsartig entwickeln. Obwohl einige Strom-Sparfüchse davon überzeugt sind, 15 Minuten Bewässerung pro Stunde reiche aus, bedarf es keiner Zeitschaltuhr bei der Bewässerung, wie die Hersteller dieser Systeme bestätigen. Außerdem ist es der pH-Stabilität und dem Sauerstoffgehalt zuträglich, wenn das Wasser ständig bewegt wird.

 

Hydrokorrels sollten vor dem Gebrauch in weichem Wasser gewaschen werden, damit die feinen, roten Staubanlagerungen sich nicht im System wiederfinden. Das Waschen stabilisiert außerdem auch den pH Wert. Der schwankt bei der Inbetriebnahme dieser Systeme immer ein wenig, bleibt dann nach zwei bis vier Tagen aber meist stabil.

Bei rezirkulierenden Anlagen sollte vor und während der Blütephase jeweils, mindestens einmal das Wasser komplett ausgetauscht werden. Der beste Zeitpunkt in der Blüte ist das Ende des Längenwachstums, also Ende der dritten oder Anfang der vierten Blütewoche. In der Zwischenzeit reicht es, die Nährlösung in Bewegung zu halten und die notwendigen Parameter regelmäßig zu kontrollieren und, falls notwendig, zu regulieren. Abgestorbene Wurzelreste müssen regelmäßig aus den Töpfen und dem Reservoir entfernt werden. Zur Wiederverwendung werden die Hydrokorrels in einer verdünnten Wasserstoffperoxid- Lösung eingeweicht  und danach mit klarem Wasser ausgespült. So können sie beliebig oft verwendet werden.

 

Das mühsame Schleppen von Säcken ist vorbei, die Anschaffungskosten für ein fertiges System fangen bei 250 €/m² an. Natürlich gibt es auch hierfür in den bekannten Foren wunderbare Selbstbauanleitungen. Nicht unbedingt anfängergeeignet haben Fehler bei rezirkulierenden Hydro-Anlagen direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Pflanzen, weil kein Medium die Nährlösung speichert und somit auch nicht buffert. Auch die Anfälligkeit für Schädlinge ist bei unsauberem Arbeiten besonders hoch, weil halb feuchte Schmutzecken in Zusammenhang mit Tropfwasser optimale Brutstätten für allerhand Getier bilden.

 

Wichtig: Bei allen Systemen sollte nie mehr Wasser in den Kreislauf eingebracht werden, als der Nährstofftank fasst. Oft wird zum Regulieren einfach Wasser nachgeschüttet, bis der Tank fast voll ist. Fällt dann eine Pumpe aus und läuft das Wasser aus dem System zurück ist der Wasserschaden vorprogrammiert. Wasserschäden sind neben Geruchsbelästigungen die zweithäufigste Ursache für den plötzlichen Pflanzentod durch zweibeinige Schädlinge.

 

 

Ein weiteres rezirkulierendes System, das mit so gut wie allen Anzuchtmedien, also sogar mit Erde, kombiniert werden kann, heißt kurz:

 

NFT

 

Bei der Nährfilm-Fließ-Technik fließt ständig ein dünner Film Nährlösung durch den Wurzelbereich. Die Pflanzen können dabei in jedem belieben Anzuchtmedium stehen. Die Pflanzen werden mitsamt Anzuchtbehälter oder -Würfel auf ein Wurzelvlies gestellt. Dann legt man schwarze, luftdurchlässige Nadelfolie über das Wurzelvlies, um es lichtdicht abzudecken. Weil NFT-Tische sehr anfällig für Algen sind, sollte deren Randbereich ein wenig überlappen und peinlich genau verlegt werden. Das Vlies darf an keiner Stelle mehr zu sehen sein, bei der Inbetriebnahme ist deshalb den kritischen Einschnittstellen für die Töpfe besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Im Optimalfall bildet sich zwischen dem Vlies und der Folie eine mehrere Zentimeter dicke Wurzelschicht. Die Töpfe oder Würfel dienen lediglich der Vorzucht und der Stabilität. Bei einem guten NFT Grow entsteht zwischen Vlies und Folie eine bis zu 10 Zentimeter dicke Wurzelschicht, die weiter oben für beste Erträge sorgt. Bei NFT-Tischen hängt die Art der Bewässerung von den Medien in den Pflanzbehältern ab. Bei der Verwendung von Wasser speichernden Medien wie Steinwolle oder Kokos reichen Intervalle von 15 Minuten pro Stunde, schlecht Wasser speichernde Medien brauchen Dauerbewässerung. NFT-Tische gibt es als Bausätze in allen Preis- und Qualitätsklassen, ein Eigenbau ist jedoch relativ einfach und preisgünstig.

 

Fazit: Ein guter Einstieg in die Hydro-Gärtnerei, besonders wenn man die Pflanzen in Töpfen mit einem einfach zu handhabenden Medium wie Kokos, Steinwolle oder Oasis stellt. So haben nicht alle Anfängerfehler direkte Auswirkungen auf die empfindlichen Wurzeln.

 

 

Wer nie wieder Säcke oder Matten mehr schleppen möchte, widmet sich der Königsdisziplin des Indoor-Anbaus, der:

 

Aeroponik

 

Wovon alle träumen: Nur mit Wasser, Luft und ein paar Nährstoffen dicke Buds zu züchten. Aber auch so genannte Bubbler für Stecklinge sparen bei der Bewurzelung viel Zeit und haben bombastische Ergebnisse. Bei der Aeroponik stehen die Pflanzen oder Stecklinge in kleinen Körbchen, die in die Abdeckplatten von Behältern gesteckt werden, um dort von unten aus Düsen mit Nährlösung bespritzt zu werden. Bei billigen Systemen hängen die Wurzeln einfach in der Nährlösung.

 

Diese muss natürlich wie zuvor beschrieben ständig frisch gehalten werden. Die sauerstoffreiche und dunkle Umgebung sorgt für ein explosionsartiges Wurzelwachstum. Bei Stecklingen in einem Bubbler kann man oft schon nach fünf Tagen die ersten Wurzeln sehen. Die Verwendung von Stecklingen, die ebenfalls aeroponisch gezogen wurden, erleichtert den Start nach dem Umtopfen immens. Stellt man einen Steinwollwürfel oder gar ein natürliches Medium in den Hydro-Korb, gibt es oft Probleme. Lila Stiele und ein Wachstumsstopp bis zu einer Woche – die Symptome der „Wet Feet Disease“. Denn Stecklinge auf anderen Medien vertragen die 100 prozentige Luftfeuchtigkeit im Wurzelbereich eines aeroponischen Systems nicht. Den gleichen Effekt kann man oft beim Umpflanzen von Erde-Stecklingen auf jedes Hydro-System mit Dauerbewässerung beobachten. Nach einer Woche haben sich die Damen an das nicht vorhandene Medium gewöhnt, bilden neue Wurzeln und die Stiele werden wieder grün. Weil nichts gebuffert oder gespeichert wird, ist die richtige Wassertemperatur von 18-20 Grad wichtiger als bei allen anderen Methoden der Hydro-Kultur. Der richtige pH und Ec-Wert sind selbstredend ständig zu messen und sollten nur langsam gesenkt werden. Zur Wurzelbildung sollte er 6,0 betragen und mit zunehmender Größe und Reife langsam und stetig auf 5,6 kurz vor der Ernte gesenkt werden.

 

Der Selbstbau eines aeroponischen Systems erfordert eine Menge Material und Kleinteile und bedarf so einiger hundert Euro an Investition. Ein einfacher Stecklings-Bubbler ist dagegen schon für 25 Euro selbst gebaut. Beim Kauf von Düsen und Pumpen ist zu beachten, dass die Düsen auch wirklich einen feinen Nebel versprühen. Viele Bausätze sind leider mit Düsen bestückt, die eigentlich Tropfer sind. Das funktioniert zwar, aber besonders bei der Wurzelbildung sorgt ein feiner Sprühnebel für eine schnellere Wurzelbildung als Tropfen aus einer Pseudo-Düse. Wenn man schon den höchstmöglichen Aufwand betreibt, sollte man sich auch nur mit dem Feinsten zufrieden geben. Viele Growshops führen solche Düsen gar nicht.

 

Früher hieß es mal, Aeroponik sei nicht biologisch machbar, weil die Nährlösung faule. Doch mittlerweile bieten alle führenden Düngerhersteller Bio-Dünger an, der auch beim Anbau ganz ohne Medium funktioniert. Allerdings gelten für die Bioponik besondere Regeln.

Die Nährlösung wird durch die Zugabe von Mikroorganismen und Pilzen sowie ständige Bewegung am Faulen gehindert, wobei keinerlei mineralische Dünger oder Zusätze verwendet werden. Sie ist sehr komplex, weil man den Düngergehalt nicht wie sonst mit dem Ec-Meter bestimmt und der Stickstoff als Betain-Stickstoff vorliegt. Die Angaben des Dünger-Herstellers dienen als grobe Richtlinie, erfahre Bioponiker lesen ihre Pflanzen, bevor sie die Nährstoffdosis bestimmen.

 

Substratlose Kulturmethoden sind am wenigsten Anfänger geeignet. Es gibt jedoch aeroponisch nachrüstbare Hydro-Systeme, die mit ein paar Handgriffen umgebaut werden können. Wer sich der Königsdisziplin widmen will, kann mit einem günstigen System wie einem Ebbe-Flut- oder Dumatisch und einem Töpfchen voller Hydrokügelchen anfangen und es theoretisch so lange ausbauen, bis die Buds fast auf Knopfdruck wachsen.

 

 

Die absolute Nr.1

 

Gibt es nicht und hängt von den Ansprüchen des Benutzers ab. Der eine spielt gerne mit Elektronik und Pumpen, andere suchen seit Jahren den optimalen Ertrag. Viele wollen einfach den Dreck eines normalen Grows in der Wohnung oder das Schleppen der Erde durchs Treppenhaus vermeiden.

Wem Gramm pro Watt das Wichtigste ist, sollte sich mit einem beliebigen, rezirkulierenden System der Materie nähern, um irgendwann einmal aeroponisch zu züchten. Doch gerade hier ist DIY die beste Grundlage. Beim Bau des Systems lernt man von Anfang an mehr, weil man spätere Handgriffe vorausplanen muss. Bausätze sparen Zeit und sind, richtig aufgebaut, oft nicht teurer als ein aeroponischer Eigenbau.

Zwar ist selbst das günstigste Hydro-System im Vergleich zu Erde oder Kokos erst einmal mit einer Mehrinvestition verbunden, doch wird sich diese auf die ein oder andere Art auszahlen. Fette Wurzelballen, höhere Erträge oder ein schmerzfreier Rücken haben da schon so manche/n überzeugt.

 

 

 

In Deutschland ist der Hanfanbau genehmigungspflichtig, ansonsten aber streng verboten. Deshalb weisen wir unsere Leser darauf hin, dass sie das Beschriebene auf keinen Fall nachahmen dürfen. Dieser Artikel soll informieren, nicht anstiften.

 

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