Freitag, 18. März 2016

Cannabis-Konferenz in Tel Aviv und Jerusalem

 

Der Zugang zu medizinischem Cannabis soll vereinfacht werden

Cannabis aus der Apotheke
Foto: marker

 

Seitdem die israelische Regierung Cannabis als Medizin zur Behandlung verschiedener Krankheiten legalisiert hat, ist der Markt für Cannabis und damit verbundene Produkte stetig gewachsen, auch wenn es zum Teil noch erhebliche Versorgungsengpässe zu überwinden gilt. So gibt es landesweit momentan nur 36 Ärzte, die Marihuana auf Rezept verschreiben dürfen. Daher müssen Patienten zum Teil monatelang auf ein Rezept warten. Auch müssen sie zuvor andere Therapiemöglichkeiten, also andere Medikamente ausprobiert haben. Die beiden größten Anbauunternehmen – von insgesamt acht Landwirten – exportieren hingegen inzwischen in die ganze Welt. Trotzdem ist die Zahl der Ärzte und Cannabis-Bauern zu gering für das Land.

 

»Die größte Hürde ist die Verfügbarkeit für die Patienten, da Cannabis als letzte Möglichkeit bei der Therapie angesehen wird. Daher haben viele unnötige Schmerzen. Die Patienten leiden.« bewertet Saul Kaye, Geschäftsführer von iCAN (Israel Cannabis) und führender Cannabis-Unternehmer, die derzeitige Lage. Auf der zweiten CannaTech Konferenz, auf der sich internationale Wissenschaftler, Experten und Unternehmer über medizinisches Cannabis austauschten, gab Kaye bekannt, dass iCAN zusammen mit der israelischen Vereinigung für medizinisches Cannabis das erste Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnen will. Zudem wolle man junge Unternehmen fördern, „denn die Industrie ist sehr jung und braucht Kapital, um sie weiter nach vorn zu bringen“ so Kaye. Seiner Auffassung nach solle Israel eine international führende Rolle in der Forschung einnehmen. „Denn bei Cannabis geht es nicht nur um eine Pflanze oder darum, eine Arznei zu schaffen. Es geht um landwirtschaftliche Technologien, Internetauftritte, Applikationen und vieles mehr.“

 

Auf der CannaTech hat man zumindest das medizinische und wirtschaftliche Potenzial von Cannabis erkannt. Seitens der Regierung ist angedacht, den Verschreibungsprozess zu vereinfachen und weitere Mediziner auszubilden und ihnen entsprechende Genehmigungen zu erteilen. Dabei soll verhindert werden, dass Dealer oder Freizeitkonsumenten an das medizinische Cannabis gelangen, denn der Konsum zu Genusszwecken ist in Israel weiterhin illegal. „Wir arbeiten daran, den Bereich des medizinischen Cannabis neu zu organisieren, um den Zugang für jene zu erleichtern, die es brauchen, und für die anderen zu erschweren“, erklärt der israelische Gesundheitsminister Yaakov Litzman. „Es gibt keinen Grund, die Erhältlichkeit für Patienten zu verkomplizieren, nur weil andere es für den illegalen Gebrauch ausnutzen wollen.“

6 Antworten auf „Cannabis-Konferenz in Tel Aviv und Jerusalem

  1. Lars Rogg

    Ja, die Israelis gelten als rückschrittlich und als wenig fürsorglich, wenigstens ihrer eigenen Bevölkerung gegenüber….Ironie aus!!
    Glauben denn unsere Bremser in der Politik, dass die Israelis ihre eigene Bevölkerung vergiften würde ??? Oder die Amis ??? OK den Amis geht das eigene Volk am Arsch vorbei- der Patriotismus wird nur vorgeschoben um geistige Tiefflieger gefügig zu machen!!
    Ein Beisipiel, an dem man sieht wie abgehängt die gute, alte BRD ist und bleiben wird.
    Länder mit höchst fragwürdiger Aussenpolitik, schaffen es aber für die eigenen Leute eine bestimmte, harmlose, medizinische Versorgung zu etablieren und sicherzustellen.
    Nur Deutschland nicht…am Besten gehe ich ein eine Partei und roll das System von hinten auf, gnadenlos !! Auf das sich etwas verändert. Ironie aus …. 🙂

  2. Stefan Walch

    Die Pharmaindustrie ist so mächtig wie BlackRock, die Schröderisierung in Parteien, Regierung und Verwaltung schreitet voran. „Schröderisierung“ ist ein Begriff der sich in der russischen Gesellschaft etabliert hat, er steht für die wachsende Korruption in Deutschlands Eliten. Die machen sich schon lustig über uns. Das unsachliche, körper- und rechtsverletzende Verhalten unserer Regierung ist ohne Korruption doch nicht mehr begründbar.

  3. X-KIFFER

    @Stefan Walch
    Deutschland hat das internationale Abkommen für den Kampf gegen Korruption bis heute nicht ratifiziert. Warum wohl?

  4. Margarete

    @Stefan Walch: ist Russland in der Cannabis als Medizin Politik schon weiter als D.?

  5. 420

    Passt jetzt nicht gerade in zu diesem Artikel aber wieso liest man hier nichts davon,das ein Schulleiter Kopfgeld auf kiffende Schüler aussetzt? Wie immer der Jugendschutz im Hajo angeprangert wird, und nun?
    Sehr peinlich für ein solches „Journal“!!!!!

  6. Hubert Rosenberger

    Ich bin weder ein Kiffer, kein Tabak Raucher mehr seit mehr als 30 Jahren. Beim Rauchen habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass es abhängig macht, ganz besonders wenn man schon im jugendlichen Alter damit beginnt.
    Ich denke also, dass Kinder und Jugendliche auch vor einem Joint ferngehalten werden sollen!
    In erster Linie durch ihre Eltern mit entsprechender Aufklärung!
    Kinder und Jugendliche gehören in den Jugendschutz der Eltern.
    Das bei Erwachsenen ein Joint auch heilsam sein kann, zeigen die zwanzigjährigen Erfolge in Israel.
    alles beste

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