Dienstag, 8. März 2016

Musitipps März 2016

 

 

 

Megaloh – Regenmacher

 

Foto: Another Dimension
Foto: Another Dimension

 

Als einer der wenigen Interpreten thematisiert Megaloh offen, dass er für ein gesichertes Einkommen, trotz seines musikalischen Erfolgs noch einem ‚gewöhnlichen‘ Job nachgehen muss. Wenn man sein neues Album „Regenmacher“ hört, kann man sich kaum vorstellen, dass dies noch lange so bleiben wird. Die am 04. März 2016 bei Nesola (Max Herres Label) erschienene Platte steht als Fortsetzung in einer Linie mit dem Vorgänger „Endlich Unendlich“.

„Regenmacher“ zeugt nicht nur von viel Professionalität und unglaublich fetten Beats von Mastermind Ghanaian Stallion, sondern zeigt auch eine ganz persönliche Seite des Berliner Rappers. Megaloh stellt erneut sein Rap-Talent unter Beweis. Ihm gelingt, was vor ihm nur wenige Rapper geschafft haben: sich sowohl als harter (Battle-)MC als auch als nachdenklicher Kritiker des Zeitgeschehens zu positionieren, indem er auch seine persönliche Entwicklung thematisiert und dabei seine eigene Wohlfühlgrenze überschreitet. Ein mutiger Schritt, der dem Album Authentizität verleiht.

 

www.megaloh.de

Foto: Another Dimension

 

 

 

The Tips – Twists’n’Turns

 

Foto: Uncle M Music
Foto: Uncle M Music

 

Die Idee The Tips zu gründen kam Sänger und Gitarrist Ali Thaleikis in den USA als er mit der Musik der Band Sublime in Berührung kam und ihn die unkonventionelle Verbindung aus Punk, Ska, Dub und Reggae zutiefst beeindruckte. Anfänglich waren The Tips stark von ihrem amerikanischen Vorbild beeinflusst, doch nun – auf ihrem dritten Album – geht die Band eigene Wege. Ihrem Spektrum von Punk bis Reggae mit einer gefühlvollen Priese Soul ist das Trio dennoch treu geblieben.

Nach ihrem viel gelobten zweiten Album „Tripping“ aus dem Jahr 2013 sind The Tips nun mit ihrem neusten Werk „Twists’n’Turns“ zurück. Das Album ist am 19. Februar 2016 bei Long Beach Records erschienen. Wie kaum eine andere Band verstehen es die Jungs aus Düsseldorf den entspannten Reggae Off-Beat mit der gewaltigen Gitarrenwand des Punk zu vereinen. Dabei verarbeiten sie sozialkritische Themen und positionieren sich in der aktuellen Flüchtlings-Debatte, behandeln aber auch persönliche Themen. Ein gelungenes Album.

 

www.thetips.de

Foto: Uncle M Music

 

 

 

VA – Praise Poems Vol. 3

 

Foto: Tramp Records
Foto: Tramp Records

 

Was heute durch die Digitalisierung und die damit verbundene ständige Verfügbarkeit kaum mehr denkbar scheint, war zu Hochzeiten des Vinlys (traurige) Realität. Großartige Musik wurde erschaffen und geriet wieder in Vergessenheit. Passionierten Musikliebhabern ist es zu verdanken, dass solche Schätze wieder entdeckt und erneut dem Publikum zugänglich gemacht werden. So geschehen mit der Praise Poems-Reihe, die den Soul/Jazz und Funk der 1970er Jahre wieder aufleben lässt. Der dritte Teil der Compilation ist – ein Jahr nach seinem Vorgänger – am 12. Februar 2016 bei Tramp Records veröffentlicht worden und sowohl auf Vinly (mit Download-Code) als auch auf CD und digital erschienen.

Somit ist hoffentlich sichergestellt, dass die nun erstmalig auf einem Album erschienen Songs von Interpreten wie Feather, Scott Cunnigham, Wanda Stafford, Herbie Hancock oder The Rosewood Trio den Fans erhalten bleiben und zukünftig nicht nur von Sammlern gehört werden, sondern die große Öffentlichkeit begeistern können.

 

www.tramprecords.com

Foto: Tramp Records

 

 

 

Black Roots – Sons Of Man

 

Foto: Rootdown
Foto: Rootdown

 

Als Roots Reggae Band aus Bristol, England, tourten Black Roots in den 1980ern und frühen 90ern intensiv durch Großbritannien und Europa, bevor sie von der Bildfläche verschwanden. Nach fast zwanzigjähriger Pause stand die Band 2010 wieder in Bristol auf der Bühne. Über 30 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums, haben sich Black Roots nun abermals ins Studio begeben, um frisches Material für ihr neues Album aufzunehmen. Das Werk heißt „Sons Of Man“ und ist seit dem 22. Januar 2016 über Soulbeats Records erhältlich.

„Sons Of Man“ schlägt die Brücke zwischen dem klassischen UK Reggae der 80er Jahre und dem heutigen Style, um der neuen Generation die Ursprünge der Musik aufzuzeigen. Dabei setzten Black Roots auf eine traditionelle Bandbesetzung mit Bläsern, Gitarre, Schlagzeug und Keyboard ohne überpräsente elektronische Effekte. Ihre Botschaften sind wie damals von sozialkritischen Kommentaren und der Forderung nach einem Wandel und Gerechtigkeit geprägt, ganz im Sinne des old school Roots Reggae.

 

www.blackrootsreggae.net

Foto: Rootdown

 

Lumaraa – Gib Mir Mehr

 

Foto: ballyhoo media
Foto: ballyhoo media

 

 

 

Lumaraa zählt zu den Top-3-Rapperinnen Deutschlands und hat mit gerade Mal 25 Jahren einiges im Musikgeschäft erlebt. Im beschaulichen Landshut in Bayern aufgewachsen, zog es sie in die Hauptstadt, um ihren Traum von einer Musikkarriere zu verwirklichen. Doch obwohl ihr erstes Album „Mädchensache“ auf Platz 17 der Newcomer-Charts landete, fühlte sich die Rapperin von Management und Produzenten nicht unterstützt. Man versuchte sie in ein Image zu pressen, um das Produkt besser vermarkten zu können.

So brach sie die alten Verbindungen ab, um erst allein und später mit neuem Management ihren eigenen Weg zu beschreiten. Ihr neues Album „Gib mir mehr“, welches am 05. Februar 2016 von Bassukah herausgebracht wurde, beweist, dass dies die absolut richtige Entscheidung war. Lumaraa besitzt Talent und jede Menge Energie und sollte sich von niemandem reinreden lassen. Jedes Wort ist wohl platziert und wird selbstbewusst rübergebracht. Im März ist Lumaraa in Deutschland auf Tour. Ein Konzertbesuch dürfte sich lohnen.

 

www.facebook.com/lumaraaMusic

Foto: ballyhoo media

 

 

 

Bonnie ‚Prince‘ Billy – Pond Scum

 

Foto: Domino Recording Company
Foto: Domino Recording Company

 

Unter den im Rahmen der als ‚Peel Sessions‘ (es waren rund 4.400 Stück) bekannten Studioaufnahmen, die während John Peels Radiosendung auf BBC Radio 1 gesendet wurden, befinden sich auch sechs Sessions mit Bonnie ‚Prince‘ Billy. Drei von ihnen wurden nun wieder hervorgeholt und sind im dem neuen Album „Pond Scum“ vereint. Will Oldham aka Bonnie ‚Prince‘ Billy nahm unter zahlreichen Pseudonymen auf und versuchte es erst mit einer Schauspielerkarriere in Hollywood, bevor er 1991 in seine Heimat Kentucky zurückkehrte, um sich ganz der Musik zu widmen.

Das neue Album, welches am 22.01.2016 bei Domino Records erschienen ist, umfasst eine Spanne von acht Jahren aus dem Schaffen des Künstlers und liefert einen intimen Einblick in Bonnie ‚Prince‘ Billys Musik. Sein als ‚Alternative Country‘ bezeichneter Stil wirkt dabei melancholisch-verschroben, die Gesangsmelodie zuweilen (gewollt?) schief und nachdenklich der Welt entrückt. Eine durchaus passende Ergänzung zu den sanften und gemäßigten Gitarrenmelodien.

 

www.dominorecordco.com

Foto: Domino Recording Company

 

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