Montag, 8. Februar 2016

Musitipps Februar 2016

 

 

V.A. – Soul Sok Séga

 

Foto: Passionat PR
Foto: Passionat PR

 

Die am 22. Januar 2016 bei Strut veröffentlichte Compilation „Soul Sok Séga“ ist eine Zusammenstellung von Séga Sounds aus Mauritius aus den Jahren 19971 bis 1979. Séga ist der traditionelle Sound Mauritius‘. Ursprünglich in kreolischer Sprache gesungen und von den afrikanischen Sklaven entwickelt, wurde Séga später auch mit europäischen Musikstilen gemischt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts stieg die Musik zum Symbol des mauretanischen Nationalstolzes und der kulturellen Identität der Bevölkerung auf. Bald darauf hielten auch Elemente aus Funk, Jazz oder Soul in das Genre Einzug und die Musik kommerzialisierte sich durch die Verbreitung von LPs.

Die Séga Sänger der 70er Jahre waren für ihr lyrisches Talent und ihre einzigartigen Satzwechsel bekannt. Die Lieder sind durch komplexe Rhythmen und durch eine beschwingte Grundstimmung geprägt. „Soul Sok Séga“ wurde von dem DJ-Duo La Basse Tropicale von der Insel La Reunion zusammengestellt und bildet eine Hommage an diese prägende Ära.

 

www.strut-records.com

Foto: Passionat PR

 

 

Äl Jawala – Hypnophonic

 

Foto: Soulfire Artists
Foto: Soulfire Artists

 

Die ehemaligen Straßenmusiker von Äl Jawala sind seit Jahren in der Balkan-Musikszene etabliert und standen schon auf zahlreichen Bühnen in Europa, dem Nahen Osten und Asien. Durch ihre energiegeladenen Shows haben sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nun wurde mit „Hypnophonic“ das dritte Studio-Album der Band am 08. Januar 2016 bei Jawa Records herausgebracht.

Wie auch bei den Vorgängern spielen einheizende Rhythmen und schnelle Tankmusik eine wichtige Rolle. Dennoch spielen dieses Mal auch relaxtere Songs, mit dunklerem Einschlag, welche auch Einflüsse anderer Musikstile aufweisen, sowie Gesangsstimmen eine größere Rolle. Dieser Part wurde unter anderem von Flo Mega, Bayan Faroun aus Jerusalem, Mamoudou Doumbaye aus Conakry, Guinea sowie erstmalig auch von Äl Jawala Saxophonistin Stefanie Schimmer übernommen. Entstanden ist ein elektrisierender Mix aus aller Herren Länder. Im Frühjahr 2016 touren Äl Jawala ausgiebig durch Deutschland.

 

www.jawala.de

Foto: Soulfire Artists

 

 

Prinz Pi – Im Westen Nix Neues

 

Foto: Check Your Head GbR
Foto: Check Your Head GbR

 

Seit seinen Anfängen unter dem Pseudonym Prinz Porno ist Friedrich Kautz aka Prinz Pi einen weiten Weg gegangen. Die Zeit bei Royal Bunker, das Kommunikationsdesignstudium, unzählige Compilations, sowie sein ehrenamtliches Engagement und die Gründung einer Familie sind Meilensteine in seinem Leben. Letztendlich hat er es auf eigene Faust mit den letzten beiden Alben in die Charts geschafft. Sein neues Album nutzt Prinz Pi daher auch, um Bilanz zu ziehen. Doch hört er nicht bei seinen Erfahrungen auf, sondern setzt sich auch auf allgemeiner Ebene damit auseinander, wodurch sich viele mit seinen Texten identifizieren können.

„Im Westen Nix Neues“ ist am 05. Februar 2016 bei Keine Liebe Records erschienen. Das Album ist eine Scheibe, die man nur schwer nebenbei hören kann. Jedes Wort hat Gewicht und jeder Song eine Aussage, der es sich zu folgen lohnt. Unterlegt von zuweilen melodischen, dann wieder kraftvollen und dunklen Beats, ist hier ein wirklich ausgereiftes Album entstanden.

 

www.prinzpi.biz

Foto: Check Your Head GbR

 

 

Tricky – Skilled Mechanics

 

Foto: ballyhoo media
Foto: ballyhoo media

 

Der in Bristol geborene Musiker wuchs bei seiner Tante auf und machte schon in Kindertagen mit dem später bekannt gewordenen DJ Milo Bekanntschaft, mit dem er seine Musikkarriere begann. Da verwundert es fast schon, dass nach einigen Underground Tracks, Trickys neues Album das erste größere Projekt ist – Milo ist auf fünf Tracks vertreten – dass die beiden gemeinsam angehen.

„Skilled Mechanics“ ist dabei nicht nur der Name des neuen Albums, sondern auch der des lockeren Kooperationsprojekts, das Tricky mit einigen Künstlern eingegangen ist, um verschiedene Stimmen und Artists zusammen zu bringen. Dabei kommt neben den Stimmen der dänischen Sängerin Oh Land, der Londonerin Renata Platon sowie der chinesischen Rapperin Ivy 艾菲 und seines Drummers Luke, auch Trickys eigener Stimmbeitrag wieder mehr zur Geltung. Das Album wurde am 22. Januar 2016 auf Trickys eigenem False Idols Label veröffentlicht und besteht aus einer Mischung aus Electronica, Hip Hop sowie Gesang und Rap.

 

www.trickysite.com

Foto: ballyhoo media

 

 

Danny Ranks – Dancehall Ranking

 

Foto: Rootdown Promotions
Foto: Rootdown Promotions

 

Erste musikalische Gehversuche in der Öffentlichkeit machte Danny Ranks 2002 mit der Gründung der Gruppe Raggamaffia. Die Reggae-Crew tourte durch den deutschsprachigen Raum, doch 2006 entschied sich Ranks auf der Suche nach neuen Herausforderungen sein eigenes Ding zu machen. Auf Jamaika feilte er an seinem Style und ist unter anderem auf Ganjamans Album „Das gleiche alte Lied“ mit einem Feature vertreten.

Seine zweite Albumveröffentlichung „Dancehall Ranking“ ist am 27. November 2015 bei House Of Riddim Production erschienen. Der Wiener Sänger hat sich hier ganz den digitalen Riddims der 80er Jahre verschrieben. Er ging sogar so weit auf jedem Track das berühmte Casio MT-41 Keyboard zu verwendet, auf dem King Jammy 1985 den „Sleng Teng Riddim“ produzierte. Die Riddims können sich sehen lassen und sind sehr gechillt. Thematisch befasst sich Ranks aber auch mit ernsten Themen. Er sing auf Patois, ist nun mal aber kein Jamaikaner, weswegen ein wenig mehr Authentizität wünschenswert gewesen wäre.

 

www.facebook.com/dannyranksreggae

Foto: Rootdown Promotions

 

 

Villagers – Where Have You Been All My Life

 

Foto: Domino Records
Foto: Domino Records

 

Villagers wurde 2008 von Sänger und Songschreiber Conor O’Brien gegründet, nachdem sich sein vorheriges Bandprojekt „The Immediate“ trotz seiner Erfolge aufgelöst hatte. Für einige Live-Shows im vergangenen Jahr, hatte O’Brien verschiedene Songs der Vorgängeralben neu arrangiert, um sie seinem live Set anzupassen. Nach der Tour wurden die Songs im Studio an nur einem Tag eingespielt und für das neue Album gemastert. „Where Have You Been All My Life“ heißt das Ergebnis, das am 08. Januar 2016 bei Domino Records veröffentlicht wurde. Die zarten Melodien und O’Briens sanfter Gesang lassen einen gut abschalten und ganz in die Musik hinein gleiten.

Neben den neu arrangierten Liedern ist auch der Song „Memoir“ auf dem Album zu finden, den O’Brien für Charlotte Gainsbourg und ihr Album „Stage Whisper“ schrieb, den er jedoch vorher selbst veröffentlicht hatte. Ende Februar sind die Villagers auf Tour in Deutschland. Die genauen Tour Daten sind auf der Band-Webseite zu finden.

 

www.wearevillagers.com

Foto: Domino Records

 

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