Montag, 11. Januar 2016

Koscher muss es schon sein

von Sadhu van Hemp

 

Vergammelt bei den Mountys: Beste Kanadische Hanf-Genetik

 

 

Der Legalisierung von Medizinalhanf in Kanada hat nun auch die Hüter der jüdischen Speisegesetze beschäftigt: Ist Cannabis koscher?

 

Nachdem die Glaubensbrüder im US-Bundesstaat New York den lizenzierten Herstellern von medizinischem Cannabis den Segen bereits erteilt haben, ihr Produkt als koscher zu kennzeichnen, trat nun auch der„Kashruth Council of Canada“ in Toronto zusammen, um über eine Zertifizierung des Hanfölproduzenten „MedReleaf“  zu diskutieren.

 

So richtig wollte sich die Zertifizierungsstelle für koschere Speisen nach Rücksprache mit den Rabbinern nicht festlegen, aber immerhin konnte vermeldet werden, dass die Anwendung von Cannabis als Medizin das strenge Speisegesetz nicht berührt.

 

Der Geschäftsführer Richard Rabkin teilte mit, dass einem ärztlich verordneten Medikament nicht extra bescheinigt werden muss, dass es koscher ist, da die Gesundheit vorgehe. Das ist eine gute Nachricht für die gläubigen Cannabispatienten, die koscher leben und überleben wollen. Zwar ist die Aussage der Zertifizierungsstelle, dass den Hänflingen im Zweifelsfall der Rabbi geistlichen Beistand leisten soll, etwas unpräzise, aber immerhin gibt’s damit eine Sorge weniger für die kiffenden Mitglieder der jüdischen Gemeinde Kanadas.

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Neil Closner, der Chef von „MedReleaf“, der selbst koscher lebt, zeigte sich zufrieden, obwohl der Traum, als erstes Unternehmen in Kanada, ein Gütesiegel zu erhalten, vorläufig nicht in Erfüllung gegangen ist. Doch besteht die Option, andere (konkurrierende) Zertifizierungsstellen nunmehr in Zugzwang zu bringen, wenn es darum geht, nicht nur Cannabisöle zu medizinischen Zwecken als koscher einzustufen, sondern auch alle andere Formen der Darreichung. Getrocknete Hanfblüten, die zum Rauchen gedacht sind, seien zwar laut Aussage der Rabbiner automatisch koscher, aber bei Lebensmitteln wie Keksen und Schokoriegeln bleibt die Frage offen, inwieweit die Produkte den Speisegesetzen entsprechen. Das heißt im Klartext, dass die Lebensmittelprüfer zukünftig schon mal in den Keks beißen müssen, um festzustellen, ob die verwendete Gelatine auch von koscheren Tieren stammt.

3 Antworten auf „Koscher muss es schon sein

  1. Dennis der Hanfologe

    Da Cannabis nicht nur geraucht wird ist die Klassifizierung „koscher“ sinnvoller als es sich zuerst anhört. Gerade bei organischer Züchtung kommen u.a. sogenannte Nützlinge zum Einsatz die zum teil Rückstände auf den Pflanzen hinterlassen oder gleich ganz dort verbleiben. Auch manche Dünger und andere Hilfsmittel beißen sich mit den jüdischen Speisegesetz. Schließlich möchte man auch als Jude oder Jüdin in den Hash-Keks beißen können ohne darüber nachdenken zu müssen ob es einem der Glaube übel nimmt, ist doch #hanfologisch!

  2. Surak

    https://en.wikipedia.org/wiki/Sula_Benet

    Leider wurde diese Autorin mit ihrer These zur Rezeptur des heiligen Öls für priesterliche Salbungen in der Fachwelt kaum rezipiert. Angesichts der jahrzehntelangen Tabuisierung cannabisbezogener Fragestellungen weltweit schmälert dies aber sicher nicht deren Plausibilität, sondern mag ggf. sogar eher als Beleg für diese herangezogen werden. Judentum ist eben grundsätzlich sehr politisch, da wird die Drogenpolitik nicht so leicht aus dem Rahmen fallen dürfen.
    Jedenfalls würde es angesichts des biblischen Befundes – und wohl auch nach Maßgabe anderer heiliger Schriften – keinesfalls plausibel sein, Ganja als nicht koscher im jüdischen Sinne – oder als ḥarām im islamischen Sinne einzustufen. Ich denke, wer so argumentieren würde könnte allenfalls aus einem fundamentalistischen Dunstkreis der Nutznießer irgendwelcher Drogenkriminalisierung stammen. Naturbelassenes Ganja ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der ältesten bekannten Sakramente in der menschlichen Kulturentwicklung und Spiritualität. Leider wird dies in der politischen Debatte als Argument kaum ins Feld geführt; auch die Theologen und Religionswissenschaftler schweigen sich hierzu weitgehend hartnäckig aus, mit wenigen Ausnahmen.
    Vielleicht kann durch diese erfreulich klare Ansage der Rabbiner dies nun endlich anders werden, was absolut wünschenswert wäre. Religion und Verbotsideologie sind gleichermaßen gesellschaftsrelevante Themenfelder. Man sollte sich da nicht aus der Verantwortung ziehen, denn Freiheit und Recht auf Natur gelten nicht nur einem mündig-aufgeklärten christlichen Kulturverständnis intuitiv und biblisch gut belegbar als überaus wertzuschätzende Güter.

  3. X-KIFFER

    Cannabis wurde dem Menschen von Gott gesandt.
    Damit ist es automatisch Koscher sofern es auf natürliche Weise angebaut wird.
    Ich halte es darüber hinaus sogar für eine heilige Pflanze deren Verfolgung bzw. Ausrottung ein Verbrechen gegen die Natur unseres Planeten und eines der schlimmsten Sakrilege unserer Zeit darstellt.
    Leider werden in Rom traditionell alte Greise zum Chef ernannt die dann nur zum Showmachen taugen aber für durchgreifende gesellschaftliche Reformen nicht mehr die Eier in der Hose haben, da diese in dem Alter längst vertrocknet sind und eher Rosinen gleichen.
    Wäre ich Papst (wovon ich allerdings allein schon vom Lebensalter her weit entfernt bin) würde ich als erste Amtshandlung Cannabis heilig sprechen und alle Drogenkrieger exkommunizieren.

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