Montag, 21. Dezember 2015

Die traurigen Zahlen zum Jahresende

 

Drogentote in Bayern und Niedersachsen

 

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Bild: Archiv

 

Zum Jahresende veröffentlichen die ersten Länder die Zahlen der Drogentoten im Jahr 2015. Während Niedersachsen bisher (Stand 15. Dezember) 69 Tote durch den Konsum harter Drogen zu beklagen hat, sind es in Bayern traurige 260. Die Zahl in Niedersachsen ist ähnlich wie im Vorjahr. Im Freistaat hingegen hatte man bereits Ende November mehr Opfer als im Vorjahr zu beklagen, wie eine landesweite Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Belief sich die Zahl 2013 noch auf 230 Tote, waren es vergangenes Jahr bereits 252 und auch in diesem Jahr sind die Zahlen erneut gestiegen. So sind in München dieses Jahr bis November 62 Menschen durch harte Drogen ums Leben gekommen und damit 16 mehr als im gesamten Vorjahr.

 

Während die Polizei die Entwicklung nicht für ungewöhnlich hält, da es laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums München immer wieder „Wellenbewegungen“ gäbe, macht man sich bei der Drogenberatungsstelle Condrobs Sorgen: „Wir sind alle am rätseln, was die Hintergründe für diesen enormen Anstieg sind.“ sagte Klaus Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. Während die Hinnahme der Opfer seitens der Polizei fast schon an Zynismus grenzt, sucht der Experte nach den Ursachen und fordert Lösungen. Fuhrmann sieht als einen der Gründe für den Anstieg das sogenannte Ausweichverhalten. Demnach greifen die Betroffenen an Stelle ihrer Drogen zu Ersatzmitteln, die leichter zu beschaffen sind und bisher noch nicht verboten wurden. Laut dem Experten sind es also die unbekannten und oft gefährlichen Zusammensetzungen der Legal Highs, die die Zahlen ansteigen lassen.

 

Um einen weiteren Anstieg zu verhindern, fordert Fuhrmann die Einrichtung von legalen „Konsumräumen“ in Bayern wie sie bereits in anderen deutschen Großstädten existieren. Außerdem sollten Ärzte keine rechtlichen Konsequenzen mehr befürchten müssen, wenn sie Abhängige substituieren. In der Vergangenheit sei den Medizinern zumindest kurzfristig häufig die Approbation entzogen worden, wenn die betroffenen Patienten gleichzeitig andere verbotene Substanzen konsumiert haben. Diese Forderungen sind nicht neu, doch hat sich die Bayrische Regierung bisher geweigert sie umzusetzen. Solange sich daran nichts ändert, wird Bayern auch weiterhin das Bundesland sein, dass jährlich mit Abstand die meisten Drogentoten zu beklagen hat.

 

3 Antworten auf „Die traurigen Zahlen zum Jahresende

  1. X-KIFFER

    Jeder Prohibitionsbefürworter hat diese Toten mit auf dem Gewissen und leistet – durch Zustimmung zu dieser perfiden und unmenschlichen Politik – Beihilfe zum Mord.
    Schweigen ist auch Zustimmung!

    Jeder Prohibitionsbefürworter ist ein Mörder!

  2. Mörnest

    Es ist doch ein Witz wenn Condrops (Drogenberatungsstelle in Bayern) behauptet nicht zu wissen woran es liegt. Seit Jahrzenten fordert auch Condrops Konsumräume, nur die können genug Drogenabhängig vor einer Überdosis retten. Man könnte auch kosten frei beim Spritzentausch Naloxon verteilen. Ein Gegenmittel bei Opiatüberdosis.

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