Montag, 7. Dezember 2015

Star Wars: Battlefront

 

Krieg der Sterne

 

Autor: mze

 

starwars-battlefront-header
Bild: Electronic Arts

 

Pünktlichst vor dem Start des neuen Star-Wars-Kinofilms schickt Electronic-Arts-DICE-Team alle Spieler in die galaktische Multiplayer-Schlacht. Erstmalig erscheint auf den neuen Systemen ein Krieg der Sterne Spiel, das mit Lucas-Lizenz und Disney-Deal im Gepäck nach neuen Spielspaßsphären zu greifen versucht. Star Wars: Battlefront.

Originale Drehorte wurden besucht, die heiligen Hallen der Skywalker-Ranch boten echte Modelle zwecks perfider Nachbildung im Computer. Nach einer gelungenen Open-Beta-Phase erschien einen kurzen Monat später das vollständige Werk, das jetzt dauerhaft bis zu 40 Menschen zeitgleich einlädt die Schlachten der beliebten Sternen Saga nachzuspielen.

 

Bild: Electronic Arts
Bild: Electronic Arts

 

Vier Planeten bieten in leicht veränderten Arealen unterschiedliche Spielmodi, in denen sich stets die Imperialen Streitkräfte gegen einen Haufen Rebellen stellen. Entweder müssen Droiden übernommen, Stationen gehalten, Cargo geschleppt oder Stützpunkte gesichert werden. Stets hat das gegnerische Team die gleichen Aufgaben und versucht den Erfolg der anderen Fraktion zu verhindern. Star Wars: Battlefront kann als First-Person Shooter oder Third Person-Shooter gespielt werden. Auch bieten sich Vehikel an, die dann einem Action-Game ähnlich gesteuert werden. So kann der gemeine Fußsoldat durch das Einsammeln gewisser Items während der Online-Schlacht in den Anzug eines Piloten wechseln und bekannte Fluggeräte übernehmen. Tie-Fighter, Tie-Interceptor, A-Wing, X-Wing und Snowspeeder bieten sich den fliegenden Star-Wars-Fans auf dem Schlachtfeld an. AT-AT, AT-ST und Speederbike dürfen von Imperialen Sturmtruppen zusätzlich besattelt werden – klaut einem ein Rebell nicht zufällig ein fliegendes Motorrad auf dem Waldmond Endor schnurstracks vor der Nase weg.

 

Die jeweiligen Schlachten sind entweder zeitlich begrenzt oder werden durch den Sieg einer Partei beendet. Besonders aufregend sind hier die Angriffe der imperialen Kampfläufer, welche sich unerbittlich auf ein Ziel zubewegen das sie zerstören wollen. Rebellen müssen in diesem Modus durch taktisches Vorgehen dafür sorgen, dass der mechanische Gigant zeitnah fällt, bevor er seinen Auftrag erfüllen kann. Wie in den Star Wars Filmen entsteht hier eine hektische Laser-Schlacht, die trotz kurzweiliger Unterhaltung längerfristig in den Bann zieht.

 

Insgesamt spielt sich Star Wars: Battlefront sehr eingängig und eher arcadig, was auch Shooter-Muffel zum Joypad greifen lassen kann. Doch besonders die Präsentation dürfte dafür verantwortlich sein, dass selbst Meider der Space-Opera ihr Herz an das neueste EA-DICE-Werk verlieren könnten. Was hier auf den Bildschirm gezaubert wird, sucht aktuell noch einen Vergleich neben der originalen Star-Wars-Trilogie auf Zelluloid. Eine derartige Pracht gab es zuvor nicht zu bestaunen. Spätestens im Dickicht grüner Farne, Lichtspielereien zwischen einzelnen Blättern und im Angesicht eines Blitze schießenden Imperators sollten alle Zweifel über die Performance vom Tisch gewischt sein. Selbst eine öde Eiswüste wird durch glänzende Darstellung der bunten Lasergefechte und deren farbenspendende Explosionsgewitter zum Leben erweckt.

 

Einen großen Nachteil hat der mächtige Multiplayer-Modus und die galaktische Präsentation von Star Wars: Battlefront jedoch selbstverständlich. Einzelspieler oder Zocker ohne Internet – langsame Leitung eingeschlossen – werden mit dem grafisch beeindruckenden Titel keine große Freude haben. Einzig ein kleines Tutorial sowie ein paar Modi die maximal im Splitscreen spielbar sind, können ohne Zugang zu den EA-Servern ausprobiert werden. Der Großteil des gezuckerten Krieg-der-Sterne-Kuchens bleibt jedoch Online-Spielern vorbehalten. Keine Kampagne lockt, noch darf man an den spaßigen Luftschlachten teilnehmen, die es somit auch nur exklusiv für Internet-Multiplayer fixiert auszuwählen gibt. Da dazu bereits zur Veröffentlichung mit einem Season Pass geworben wird, der einem in vier Pakten zusätzliche Inhalte für 49 € Euro anbieten möchte, auch Mikrotransaktionen möglich sind, ist die volle Packung Star Wars: Battlefront kein günstiger Spaß. Besonders wenn man bedenkt, dass dieser grafisch bombastische Shooter spätestens beim Abschalten der Online-Server über die Hälfte seiner gelungenen Inhalte wieder verlieren wird.

Ein grell leuchtendes, zweischneidiges Laserschwert.

 

starwars-battlefront-cover-box-artwork

 

Star Wars: Battlefront

Fotos: Electronic Arts

USK 16

Circa 59€

(PC-DVD – ASIN: B016YLE8LA / XboxOne – ASIN: B016YLEK8Q / PS4 – ASIN: B016YLEGTE)

 
 

2 Antworten auf „Star Wars: Battlefront

  1. Dennis der Hanfologe

    Wenn ich Spiele-„tests“ von euch lese denk ich immer: Warum?
    Wer tatsächlich mit dem Gedanken spielt dieses komplett verkorkste Spiel was seid der Beta schon broke ist Geld auszugeben sollte sich mal andere Reviews dazu bzw. Gameplay auf YT ansehen. Ein weiteres Produkt der StarWars-Hype-Train und ein weiters eigenartiges Game Review beim Hanfjournal, ist doch #hanfologisch!

  2. Mörnest

    Mich freut der Artikel, hatte tatsächlich kurzzeitig über den Erwerb nachgedacht und mich jetzt dagegen entschieden. Danke MZE.

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