Freitag, 20. November 2015

Kampf gegen Drogen: Schnapsbusch zersägt und Bierbaum gefällt

 

“Haschplantagen” gibt es nicht – Ein Kommentar von Michael Knodt

 

Bild: Kimo
Professionelle Haschplantage / Bild: Pozilei

 

 

“Im Kampf gegen die Drogenkriminalität haben Fahnder zahlreiche Wacholderstrauche und Bierbäume einer illegalen Alkoholfarm zerstört und deren Betreiber festgenommen. Weitere Drogen-Utensilien wie leere Flaschen, eine Abfüll- und Destillations-Vorrichtung, ein Braukessel, zahlreiche Zapfhähne, leere Bierkästen,  Pumpen sowie anderes hochwertiges, technisches Equipment lassen einen gut organisierten Drogenhandel vermuten.”
So oder so ähnlich klingen aktuelle Meldungen über “Haschplantagen”, von denen es fast täglich neue gibt, in den Augen von Cannabis-Konsumenten und anderen Szene-Insidern.
Ich hatte schon die Verwendung des  Unwort “Plantagen” im Zusammenhang mit kleinen Cannabis-Züchtern als bessere Lachnummer geoutet, aber die Hasch-Plantagen, die immer häufiger in lokalen und überregionalen Medien auftauchen, toppen das definitiv. Haschisch ist, genau wie Alkohol, ein Produkt, das viele Verarbeitungsschritte braucht, bis es als solches vorliegt. Haschisch wird nicht angebaut, sondern ist ein Harz, das aus vorverarbeitetem Cannabis gewonnen wird. So wie Gin aus Wacholder oder Bier aus Bäumen aus Getreide gemacht wird. Frisches Cannabis, wie es auf der “Plantage” wächst oder in der Asservatenkammer liegt, ist weder Haschisch noch macht es breit.

Aber dafür klingt “Haschplantage” nach viel und irgendwie schön kriminell. Da ist’s doch egal, ob es die Dinger wirklich gibt.

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Surak
6 Jahre zuvor

“Plantagenarbeit” klingt für mich weder nach privatem Kleingartenbau, noch nach technologiegestützter Zimmerpflanzenbegeisterung, noch nach Guerillagrowing oder Urban Gardening, sondern nach sowas hier:
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HM420
HM420
6 Jahre zuvor

Astrein geschrieben !!
Doch könnt ihr denn dagegen nicht etwas tun ? Ich meine als sog. “Kollegen” (.. Journalistisch gesehen..), andere Autoren dazu zu bringen, solche Unsachlichen Beschreibungen sein zu lassen bzw. Sie direkt mit ihrer bewussten Fehlinterpretierung zu konfrontieren und somit auch zu einer Stellungnahme zu zwingen ? … Aber wahrscheinlich ist das denke ich leider nicht möglich, oder ?…. Macht auf jeden Fall weiter so, denn nur durch solches “Geraderücken” falscher Bezeichnungen und das Aufmerksam machen der Bevölkerung vor unseriösen Darstellungen gewisser Zeitungen, wird es denn Geisteswandel in breiten Kreisen geben !
MfG…

Mörnest
Mörnest
6 Jahre zuvor

Man braucht doch nur mal zur Wiesn Zeit nach München fahren und so gegen 22:00 Uhr in die Nähe des Hauptbahnhofs Stock Nüchtern begeben und fühlt sich wie im falschen Film. So wie sich dort die selben Menschen die gegen das kiffen sind, aufführen. Das geht eigentlich so gar nicht. Ich würde lieber ein paar tausend kiffer über den Weg laufen. Ich fühlte mich immer als Alien.