Freitag, 6. November 2015

Schuldig ohne Strafe

 

Schuldspruch ohne Strafmaß für niederländischen Cannabis-Züchter

Wegweisendes Urteil

 

Grafik: marker
„Wir brauchen keine Gartenpolizei“ Grafik: marker

 

Wie niederländische Medien berichten, hat der niederländische Cannabis-Aktivist und Hanfzüchter Doede de Jong einen womöglich wegweisenden Sieg vor Gericht errungen.

Der 66-jährige hat in Friesland jahrelang Bio-Cannabis für den eigenen Bedarf im Gewächshaus angebaut und den Überschuss an geduldete Coffeeshops verkauft. Dafür gab es immer wieder Ärger mit der Polizei, die sein Gewächshaus regelmäßig besuchte und seine Pflanzen beschlagnahmte. Doede machte trotzdem weiter und ließ sich auch durch eine Verurteilung zu zwei Monaten auf Bewährung und 100 Sozialstunden im vergangenen Jahr nicht abschrecken. Er akzeptierte das auch für niederländische Verhältnisse sehr milde Urteil nicht und zog vor das höchste Gericht des Landes Das sprach ihn letzte Woche zwar schuldig, aber verurteilte de Jong ihn zu keiner Strafe. „Schuldig ohne Strafe“ heißt es im Urteil. Der unermüdliche Cannabis-Aktivist hat sich gleich nach dem Prozess auf Facebook bei seinen Freunden und Unterstützenden bedankt:

 

“Ich möchte mich ganz herzlich bei allen für die Glückwünsche und die Unterstützung bedanken. Das tut uns richtig gut. Ja gut, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber da sind wir noch nicht. Nicht, bevor dieses respektlose Verbot vom Tisch ist und jeder nach Belieben die Pflanzen in seinen Garten setzen kann, die er mag. Wir brauchen keine Gartenpolizei.”

 

Holländische Medien werten das Urteil schon jetzt als wegweisend, weil sich die Richter bei der Urteilsbegründung sehr gründlich mit der juristisch sehr fragwürdigen Backdoor-Regelung befasst haben. Die duldet Coffeeshops zwar, verbietet aber den Ankauf von Gras, der deshalb durch die Hintertür- also die Backdoor- erfolgt.

2 Antworten auf „Schuldig ohne Strafe

  1. greenness

    Wir sind jetzt anscheinend soweit, als daß jeder gemerkt hat, daß Cannabiskonsum eigentlich nichts ist, was bestraft werden sollte, und daß die trotzdem stattfindende Bestrafung ziemlich daneben ist.

    Das Problem an der Sache ist, daß nur die Abschaffung der Illegalität eine Bestrafung verhindert und das Gegenteil von illegal legal ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.