Freitag, 6. November 2015

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

 

Diamond Dogs

 

Autor: MZE

 

Metall-Gear-Solid-V1-Screenshot

 

 

 

Die Metal Gear Reihe gehört zu den bekanntesten japanischen Videospielreihen weltweit.

Konami lebt aktuell fast einzig von dem guten Ruf, den der Game-Designer Hideo Kojima in 28 Jahren durch seine perfide gesponnene Agenten-Geschichte produzierte. Nun stehen ungeklärte Verhältnisse zwischen Firma und Designer im Raum, aber auch das neustes Werk der Metal Gear Reihe im Händlerregal. Metal Gear Solid V: The Phantom Pain. Da manch Fan schon zum Boykott der heiß ersehnten Software aufrief, weil man den Namen Kojimas von der Verpackung entfernte, sollte man direkt Entwarnung geben.

Man kann man sich auf die Inhalte konzentrieren und versuchen, dem wohl letzten Metal Gear unter Kojimas Feder auf den Zahn zu fühlen –  sein Name erscheint oft genug.

 

Anstatt den Anti-Helden Venom Snake aka Big Boss, durch fein gestrickte Level-Konstruktionen schleichen zu lassen, bietet Metal Gear Solid V: The Phantom Pain eine offene Welt des Jahres 1984. Im Gebiet um Kabul beginnt das düstere Agentenspektakel, übersteht man den anstrengenden Prolog. Snake – Hauptheld und späterer Obemotz in einem – will neun Jahre nach einem verheerenden Angriff auf seine Basis, den verantwortlichen Fadenziehern auf die Schliche kommen. Kein guter Zweck dahinter, kein größerer Sinn, einzig aus persönlicher Rache. Aus diesem Grund scheint Metal Gear Solid V auch etwas anders gestrickt als die beliebten Vorgänger.

 

Anstatt in reinster Vorsicht, ungesehen feindliche Stützpunkte zu infiltrieren, lässt der Boss gerne die Waffen sprechen. Auch wenn die erste Methode – beispielsweise beim Befreien leidender Gefangener – immer die sinnvollere Variante in der Praxis ist. In MGS V überrascht der offensichtliche Drang zum Waffeneinsatz, des sonst immer so bedacht vorgehenden Stealth-Action-Genre-Primus. Snake hat dank neu aufgestellter Basis im Meer, verbündeter Söldnertrupps und sogar verschiedener Team-Partner, dazu einige Mittel, die ihn nicht alleine gegen die russischen Soldaten kämpfen lassen müssen, was die martialische Vorgehensweise erklären könnte.

 

 

Metall-Gear-Solid-V6-Screenshot

 

Ein Pferd, ein Hund, eine Sniper-Schützin und ein Laufroboter helfen dem Spieler, möglichst viele Nebenziele zu erreichen. So werden auf dem Weg zur jeweiligen Hauptaufgabe auch Mineralien, Pflanzen, Tiere, Personal, Waffen und Vehikel per Luftpost abtransportiert, die dann dem eigenen Nutzen dienlich sind. Ressourcen müssen stets vorhanden sein, damit die Basis weiterhin ausgebaut werden und sich das eigene Potential entfalten kann. Nötig ist dies dann spätestens bei den übernatürlichen Begegnungen im Spiel, die einen gekonnt aus der entstehenden Rambo-Stimmung reißen. Während der Großteil von MGS V: The Phantom Pain mit Realismus punktet, dreht sich die Stimmung während der Momente bizarrer Action komplett. Haushohe Roboter, Super-Soldaten, Organisationen mit fragwürdigen Zielen, stoßen den Spieler angenehm über die Klippe des gewöhnlichen Kriegstreibens. Da diese Gegner meist noch stärkere Kampfmittel besitzen als der gemeine Feldsoldat, darf man als Spieler auch hier erst oft erneut einen Versuch wagen, bevor die Gefahr gebannt ist.

 

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist keine leichte Kost – inhaltlich wie spielerisch.

 

Es kann dauern, bis man sich mit Steuerungsoptionen, Menüführung und vielen Verwaltungsaufgaben zurechtfindet. Der saftige Schwierigkeitsgrad, die aufmerksamen Gegner und das oft unüberschaubare Moment in Open-World-Games, machen den Einstieg dazu doppelt schwer. Dafür bekommen Hobby-Agenten eine Spielwiese, die ihnen keine Vorgehensweise vorschreibt und zum Experimentieren einlädt. Das filmische Spektakel, das Metal Gear in der Vergangenheit oft war, ist Teil Fünf dafür nun kaum noch. Wenige und nur kurze Zwischensequenzen erinnern an die ursprüngliche Ausrichtung der Reihe.

 

Dass Kiefer Sutherland die Rolle des Snake vertont, aber kaum etwas sagt, sollte diese Entwicklung passend beschreiben. Ebenso die flotte Darstellung, der teils fotorealistisch wirkenden Landschaften afrikanischer Steppe oder afghanischer Steinwüste, die ihre Pracht jedoch bereits nach wenigen Missionen verlieren und dann zur vollkommenen Zweckmäßigkeit verkommen. Dass man auf der Basisplattform von der Kartenfunktion eher verstört als geführt wird, spricht ebenso für die unterschiedlichen Qualitäten die in Metal Gear Solid V: The Phantom Pain verbaut wurden.

 

Es bietet wahnsinnig viel Platz zum Austoben, spannende Gefechte und Momente; faire Checkpoints samt flotter Ladezeiten – einen `84 Hit-Soundtrack inklusive – dennoch besteht eine Zugänglichkeit die Feierabend-Zocker aus der Hütte jagen kann.

 

Ein Dauerknochen für harte Hunde.

 

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Fotos: Konami

USK 18

Circa 59€

PC-DVD – ASIN: B0114F26GU

XboxOne – ASIN: B00X5V8ESQ

Xbox360 – ASIN: B00X5V7T00

PS4 – ASIN: B00X5V81UW

PS3 – ASIN: B00X5V7982

 

Eine Antwort auf „Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

  1. Jemand

    Mein absoluter Hitkanditat zum „Game of the Year 2015“!
    Solide Schleich Action mit schönem humorreich gestalteten Open World Erlebniss

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