Freitag, 30. Oktober 2015

LED – Leuchtmittel der Zukunft?

 

Bild: freeimages.com / Tristan Benninghofen
Bild: freeimages.com / Tristan Benninghofen

 

 

 

Autor: Grimaldi

 

 

Alternative Leuchtsysteme wie LED oder Energiesparlampen sind im Bereich des professionellen Cannabisanbaus seit einigen Jahren in aller Munde. Auf dem Markt tummeln sich inzwischen eine Vielzahl diverser Anbieter mit unterschiedlichsten Produkten und neue Geräte und Innovationen drängen ständig hinterher. Wir wollten es genauer wissen und haben deswegen die Gärtner von „Grimaldi aus dem Zauberwald“ gebeten einen Feldversuch zu starten und für uns einen LED-Grow zu dokumentieren. In diesem Fall mit einer Aequator 150W.

 

Setup:

1m² Homebox

 

Medium:

Eco Bison Terra

 

Dünger:

HESI Komplett

HESI Blühdünger

HESI Boost

HESI Phosphor Plus

 

Ab und Zuluft:

125er PrimaKlima-UFO Rohrventilator

Aktivkohle-Filter

 

Zubehör:

Duracraft Schwenkventilator DT-630

Zeitschaltuhr (Baumarkt)

 

Samen:

Sweet Seeds – Black Cream (Autofem)

Sweet Seeds – Cream Caramel (Autofem)

BlimBurnSeeds – Grizzly Purple Auto

 

Töpfe:

5 mal Jiffys Quelltöpfe

2 mal 5,8l (Sweet Seeds)

3 mal 7l (Blimburn Seeds)

 

Lampe:

AequatorLED 150W für Vegetation und Blüte

 

 

Um die AequatorLED zu testen entschieden wir uns für drei relativ neue und trotzdem bereits von uns erprobte Cannabis-Strains. Zum einen für „Grizzly Purple“ (Blimburn Seeds) und zum anderen für die beiden Sorten „Black Cream“ und „Cream Caramel“ von SweetSeeds. Alle drei Sorten sind sog. AutoFems (feminisierte Selbstblüher). Auch wenn die „Grizzlys“ vom Hersteller mit einer etwas längeren Blühphase diagnostiziert wurden als die beiden Pflanzen von SweetSeeds, waren wir uns sicher, dass die drei Strains von Wuchsform und Höhe gut zueinander passen würden.

 

Auf den ersten Blick ist die Aequator wesentlich schwerer als gewöhnliche Leuchtmittel. Dies ist allerdings auch auf die äußerst robuste Verarbeitung zurück zu führen. Die Leuchtmittel befinden sich in einem Alugehäuse und die LED’s sind unten nochmal durch eine Glasplatte vor Stößen gesichert. Was die Größe angeht so ist die Aequator ungefähr mit regulären Leuchtmitteln gleich zu setzen.

 

Die Pflanzen wurden zum Fotografieren immer aus dem Schrank genommen, da die Lichtverhältnisse in einem Grow-Room für Aufnahmen schlecht geeignet sind.

 

Hier die Daten zum Leuchtmittel:

 

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Die Samen wurden bis zur Keimung (24h) auf einem Küchentuch angesetzt und danach in Jiffy’s gepflanzt. Die ersten Sämlinge sprangen bei beiden Sorten ziemlich genau am 4. Tag nach dem Ansetzen aus der Erde. Sobald sich die Keimblätter zeigten kamen die Babys in ihre Töpfe und für 18h/Tag unter die AequatorLED 150W (Abb. 2).

 

Foto: Grimaldi
Abbildung 1, Foto:  Grimaldi

 

Als großer Vorteil der AequatorLED erwies sich von Anfang an die geringe Abstrahlwärme, die es uns ermöglichte die Pflanzen sehr nah an das Leuchtmittel zu setzen, ohne dass es ihnen dort zu warm wurde oder gar Verbrennungserscheinungen auftraten. Junge Cannabispflanzen benötigen in der Anfangsphase viel Licht und Luft. Ansonsten kommt es zum sog. „Spargeln“, bei dem die Setzlinge einen zu langen Stiel ausbilden, um sich in Richtung Licht zu strecken und dann instabil werden oder gar umfallen. Darum ist bereits die Anfangsphase eines Grows ein gutes Mess-Kriterium für das Leuchtmittel. Wir waren gespannt wie sich die AequatorLED hier schlagen würde. Unsere Setzlinge fingen sofort an, das erste Blattpaar nach den Keimblättern zu bilden. Es zeigte sich ein sattes, dunkles Blatt-Grün, was auf eine intakte Pflanzengesundheit hinweist. Direkt danach bildete sich Blattpaar um Blattpaar, ohne das die Pflanzen zu viel an Längenwachstum zulegten – von „Spargeln“ keine Spur (siehe Abb. 3).

 

von Spargeln keine Spur
Abbildung 3, Foto: Grimaldi

 

Da Autofems selbstständig in die Blüte gehen ist es nicht notwendig zum Einleiten der Blüte die Lichtdauer im Schrank zu verkürzen. Deshalb blieb die Beleuchtungsdauer in unserem Grow konstant bei 18 Stunden eingestellt.

In der dritten Woche hatten die Pflanzen bereits eine Höhe zwischen 15 und 20 cm erreicht und fingen an in extrem kurzen Abständen neue Verzweigungen zu bilden. Da die Nährstoffe in der Erde zu dieser Wachstumsphase noch locker ausreichen, wurden noch keine weiteren Dünger zugesetzt. Die Pflanzen hatten eine gesunde Farbe und zeigten keinerlei Mangelerscheinungen.

 

Durch die extrem kurze Lebensphase einer Autofem verzeihen diese Sorten wenig bis gar keine Fehler beim Züchten. Licht, Nährstoffe und Wasser müssen in optimaler Kombination bereitgestellt werden um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Daher waren wir bereits zu dieser Phase des Grows äußerst überrascht, wie positiv unsere Pflanzen auf die AequatorLED reagierten (Abb. 4).

 

Abbildung 4, Foto :Grimaldi
Abbildung 4, Foto: Grimaldi

 

Innerhalb einer Woche (sic!) verdoppelte sich die Pflanzenhöhe und unsere Babys bildeten extreme Verzweigungen aus. Das ist bei dieser Pflanzengenetik nicht unüblich, da AutoFems aus gedrungen, buschigen Ruderalis-Sorten gekreuzt wurden. Durch die dichtere Verzweigung fällt allerdings auch weniger Licht auf die unteren und inneren Pflanzenteile. Auch diese Phase ist eine gute Messlatte für ein Leuchtmittel. Kann sich das Licht durchsetzen oder bekommen nur die oberen Pflanzenteile genügend Licht ab? In Abbildung 5 ein Foto aus der vierten Wachstumswoche.

 

Foto: Grimaldi
Abbildung 5 – Foto: Grimaldi

 

Gegen Ende der vierten Woche fingen beide Sorten an erste Blütenhärchen zu zeigen. Das Längenwachstum verlangsamte sich. Nun begannen wir dem Medium mit oben beschriebenen Produkten nach Herstellerangaben Nährstoffe zuzufügen. Gegen Ende der fünften Woche war die Blüte bereits in vollem Gange. Vor allem die „Black Cream“ beeindruckte bereits mit ihrer bestechenden lila Farbe (Abb. 6 & 7).

 

Abbildung 7, Foto: Grimaldi
Abbildung 7, Foto: Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 6, Foto Grimaldi
Abbildung 7, Foto Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

Innerhalb eines Zeitraums vom ziemlich genau 8 Wochen bildeten alle drei Strains dicke, stark beharzte Blüten aus und zeigten keinerlei Anzeichen irgendwelcher Mangelerscheinungen. Die beiden Pflanzen von SweetSeeds hatten einen etwas gedrungeneren, buschigeren Wuchs und fluffigere Blüten als die drei Grizzlys. Neun Tage vor der Ernte stoppten wir die Nährstoffzugabe und begannen mit dem Spülen der Pflanzen.

 

Abbildung 8, Foto: Grimaldi
Abbildung 8, Foto: Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

In der neunten Woche standen die Mädels in vollem Saft und waren bereit für die Ernte. Wir entfernten drei Tage vor dem Abschneiden der Pflanzen alle großen Blätter um den Blüten ihren letzten Licht-Kick zu verpassen. Das zwingt sie in der Harzproduktion nochmal richtig Gas zu geben (Abb. 8 & 9).

 

Abbildung 8, Foto: Grimaldi
Abbildung 9, Foto: Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Blüten waren dick beharzt und wunderbar klebrig (Abb. 10 & 11). Während die Grizzlys ein eher frisch-fruchtiges Aroma verströmten, beeindruckte die „Black Cream“ mit einem schweren, klassisch-süßen Geruch. Nachdem sich etwa 2/3 der Blütenhärchen verfärbt hatten (einfache Sichtkontrolle) und auch die Trichome eine milchige Färbung angenommen hatten (Mikroskop) wurden die Pflanzen geerntet und kopfüber für zwei Wochen in einem dunklen Schrank getrocknet. Nach der Maniküre kamen die Blüten zur weiteren Lagerung in Einmachgläser (Zum Aufbewahren von Cannabisblüten sollten keine Plastikbehälter benutzt werden!).

 

Abbildung 10
Abbildung 10

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch wenn wir uns Anfangs nicht sicher waren, ob LED den hohen Anforderungen einer AutoFem gerecht werden kann, ließen sich mit der AequatorLED doch richtig anständige Ergebnisse erzielen. Unsere Pflanzen zeigten keinerlei Mangelerscheinungen und fühlten sich den ganzen Grow hindurch wohl. Die geringe Wärmeabstrahlung und der niedrigere Stromverbrauch waren natürlich ein weiterer Pluspunkt.

 

Abbildung 11, Foto: Grimaldi
Abbildung 11, Foto: Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Genetik: Die beiden Strains von SweetSeeds („Cream Caramel“ und „Black Cream“) waren innerhalb von 8 Wochen komplett fertig, von der Keimung bis zur Ernte. Einerseits natürlich eine feine Sache, allerdings muss man selbstverständlich beim Ertrag erhebliche Abstriche machen. Nach einer ordentlichen und sauberen Maniküre blieben pro Pflanze ca. 15 Gramm reines Blütenmaterial. Geschmacklich sind beide Sorten sehr lecker, vor allem da das „Cream Caramel“ tatsächlich einen intensiven Karamell-Geruch aufweist (Abb. 12).

 

Abbildung 12
Abbildung 12, Foto: Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Grizzly’s brachten ca. 20 Gramm Rein-Ertrag pro Pflanze ein. Sie bildeten feste, harzige Buds, die mit einem orangig-fruchtigen Aroma bestachen. Die Sorte generiert ein sattes, körperlastiges High welches stundenlang anhält. Geschmack und Wirkung haben uns sehr überzeugt.

 

Mit leider etwas weniger Ertrag und ziemlich luftigen Blüten schnitten die beiden Sorten von SweetSeeds ab. Jedoch die tolle Farbe und der schwer-süßliche Geschmack der „Black Cream“, welcher fast an Haschisch erinnert, sind für jede/n Cannaseur/in ein wahrer Genuss (Abb. 13)!

 

Abbildung 12; Foto Grimaldi
Abbildung 13 – Black Cream von SweetSeeds, Foto Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

 

Die „Cream Caramel“ bescherte uns ebenfalls etwas kleinere, dafür feste und harzige Blüten. Tatsächlich duftet sie, wie ihr Name schon sagt, stark nach Karamell und verströmt beim Verbrennen oder Verdampfen einen intensiven, einzigartigen Geruch.

 

Abbildung 14, Foto: Grimaldi
Abbildung 14 – Cream Caramel von SweetSeeds, Foto: Grimaldi

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

 

Sowohl LED’s als auch AutoFems sind inzwischen ein gutes Stück aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen und bieten für viele ZüchterInnen inzwischen eine interessante Alternative. Ständig drängen neue Produkte auf den Markt und die richtigen Komponenten zu finden ist dabei nicht einfach, bieten doch viele Hersteller verschiedenste Farbspektren-Kombinationen und LED-Zusammensetzungen an. Natürlich klingen 20 Gramm Ertrag pro Pflanze erstmal nicht viel, jedoch für die Grow-Dauer von lediglich zwei Monaten und den niedrigen Stromverbrauch der AequatorLED in Kombination mit ihrer guten Leistung waren wir mit dem Ergebnis vollauf zufrieden.

 

3 Antworten auf „LED – Leuchtmittel der Zukunft?

  1. Sebastian

    Zumal es so auch aus rechtlicher Sicht interessanter wird, weil dies ein ökonomisches Setup ermöglicht zu growen ohne gleich über die 7g THC Grenze zu fallen.

  2. Lars Rogg

    Ein Versuch mag ja schön und gut sein, aber man hätte statt der 150W LED Armatur die 18 Stunden am Tag läuft, eine 250W Natriumdampf Lampe heranziehen können. Diese nur 12 Stunden am Tag mit normalen Samen, hätte bestimmt auch ihren Dienst erwiesen und das bei ähnlichem Stromverbrauch und wahrscheinlich besserem Ertrag…

  3. Lars Rogg

    Ich hab in der Werbung für diese LED Lampe gelesen, dass sie eine 400 W Lampe ersetzten soll. Hää??
    Also ich fasse zusammen…eine Lampe unter der 5 Pflanzen stehen können (38cm x 28cm) und zusammen keine 100g Ertrag erbringt. Was kann man so unter einer 400W Lampe erzielen?? Ich hab gelesen mit etwa 20 Pflanzen 300g-400g. Also bis das vierfache.
    Das ist doch blanker Unsinn. Sowas wurde vor 10 Jahren auch von den damals neuartigen CFL Leuchtmitteln behauptet. War jedoch auch Müll. Wurde heiss beworben und hat sich nie durchgesetzt. Übrigens mit den gleichen Argumenten. Günstiger im Stromverbrauch, nicht so warm und bessere Blüten. Ausser in der Anzucht war das ein Rohrkrepierer. Ich bezweifle das sich die LED Leuchtmittel besser behaupten werden. Bei dem zu erwartenden Ertrag und den horrenden Preisen für das Zeug werden das nur Ladenhüter. Da müsste die LED Technik schon noch einen ordentlichen Sprung nach vorne machen und viel günstiger werden. Selbst die neuartige LED die von Udopea beworben wird und einen Ausstoß von 300W haben soll, nimmt aber eine Leistung von 400W auf. Verliert also am Ende 100W. Da könnte man wieder besser eine NDL verwenden. Kostet auch nur 10% davon. Bei dem Preis Leistungs Verhältnis werden die Stromkosten für eine NDL irrelevant…

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