Sonntag, 13. September 2015

Der 19.9. wird zum Medical Cannabis Day

Nach Gesetzesreform: Österreichs ‚Haschkranke‘ gehen auf die Straße

 

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Die überhastet und ohne Beiziehung der Betroffenen durchgepeitschte Reform der österreichischen Drogengesetze nach der ersten parlamentarischen Bürgerinitiative lässt HanffreundInnen in der Alpenrepublik auf die Barrikaden gehen. Nach der Reform würden ab Januar 2016 Cannabis Konsumenten zu ‚Haschkranken‘ gemacht. Anstelle einer Strafanzeige, müssen sich Konsumenten dann mit der Gesundheitsbehörde auseinandersetzten.

 

Am 19. September geht es beim Cannabis Social March Wien vom Europaplatz aus wieder quer durch die Stadt. Zu der Demonstration werden wie bereits zum Hanfwandertag im Mai über 10.000 Teilnehmer aus Österreich und den Nachbarländern erwartet. „Die aktuelle Gesetzesnovelle, wodurch eine Million österreichische HanfffeundInnen ab 1. Jänner 2016 zu ‚Haschkranken‘ deklariert werden, ist ein Schlag ins Gesicht. Das lassen wir uns nicht gefallen“, sagte Organisator Toni Straka vom Hanf-Institut. „Wir kennen uns nicht ganz aus. Wenn jetzt alle HanffreundInnen zu Kranken erklärt werden; wieso kommt dann immer noch die Polizei und nicht die Rettung und wer zahlt das alles“ fragte Straka, der  darauf hinwies, dass beide Baulicht-Besucher unerwünscht sind.

 

In Aktivistenkreisen findet man sich mit der Gesetzesreform nicht ab. „Solange hier realitätsferne Gesetze geschrieben werden, werden wir auch nicht mit unseren Protestaktionen aufhören“, kommentierte Mario Danne von Legalize.eu. Die österreichische Cannabis-Patientenorganisation Arge Canna hat zusammen mit dem Hanf-Institut in aller Stille schon vor langem begonnen, Unterschriften für die nächste parlamentarische Bürgerinitiative betreffend die Straffreistellung des Eigenanbaus von Cannabis durch Patienten zu sammeln.

 

„Wir haben durch viele Infostände in ganz Österreich jetzt schon eine fünfstellige Zahl von Unterschriften zusammen und denken aufgrund des 100prozentigen Zuspruchs bei unseren Sammelaktionen, dass wir dem Parlament in wenigen Monaten eine neue Rekord-Initiative überreichen werden“, sagte Gerry Düregger von der Arge Canna. Der CSM wird zu Redaktionsschluss von weit über 30 Aktivisten-Organisationen und Unternehmen aus der Hanfbranche unterstützt.

 

„Unser Ziel ist es, am 1. österreichischen Medical Cannabis Day am 19. September wieder ein paar tausend Unterschriften auf einmal zu sammeln“, gab sich auch Straka optimistisch. Bisher hätten bei den Info-Ständen noch alle dafür unterschrieben, dass Cannabis-Patienten so bald wie nur irgendwie möglich ihre Schmerzen mit natürlichen Blüten sowie deren Extrakten und ohne Angst vor Strafe lindern können. Eine Aktivistin sagte es deutlicher: „Für Sterbenskranke zählt jeder Tag. Solche Menschen aufgrund überkommener Dogmen leiden zu lassen, stellt für mich Folter dar.“

4 Antworten auf „Der 19.9. wird zum Medical Cannabis Day

  1. Toni Straka

    Bei der Besprechung mit der Landespolizeidirektion Wien nach Redaktionsschluss wurde der Beginn des CSM 2015 zum Museumsquartier verlegt. HanffreundInnen und Cannabis-Patienten von 18 bis 98 sammeln sich somit ab 13 Uhr auf der Wiener Museumsmeile, ehe es dann an Parlament und Rathaus vorbei Wiener Sightseing vom Allerhöchsten geben wird. Die Abschlusskundgebung und Party findet im Prater statt.
    Also: Come together
    http://blog.hanfinstitut.at/2015/09/10/come-together-to-the-cannabis-social-march-vienna/

  2. Jochen

    Ich versteh die Aufregung nicht. Das mit der Gesundheitsbehörde anstatt Strafanzeige ist doch auf jeden Fall ein Fortschritt. Und was soll einem denn da großartig passieren, wenn man da nicht unbedingt erzählt dass man Depressioneh oder so hat, ok dann muss man wohl ggf. eine Zeit den Konsum einstellen aber letztlich ist doch wohl klar dass die Schäden durch Cannabis übertrieben dargestellt werden und zu diesem Urteil müsste ja denke ich mal auch die Gesundsbehörde nach einer Auswertung kommen. Mittlerweile frage ich mich allerdings schon ob diese Legalisierung so gut ist, weil heißt legal = gut ? Wenn ich da nur mal an den chronischen Alkoholkonsum in den Kneipen denke

  3. Jemand

    @Jochen

    Nein das ist kein Fortschritt! Anstqtt von einem Gericht abgestraft zu werden wird das nur auf eine andere Behörde verlegt um die Gerichte zu entlasten! Für diejenigen die sich aber weigern mit dieser Gesundheitsbehörde zusammenzuarbeiten wird genauso wie vorher vor Gericht gezerrt!
    Und ja legal ist immer besser! Schon alleine dadurch das Streckmitteleinsatz verfolgt und bestraft wird!

  4. Ralf

    Besser können sich diese verdammten Nazis garnicht selbst entlarven als durch diese MENGELEMETHODEN. Das ist ja einfach nur unglaublich. Damit wird ja sowas von klar welche Gesinnung diese Leute haben. Schlimm, dass sich alles was ich sage genau so bestätigt. Auch Hitler hat chronisch Kranke zwangseinweisen lassen und wie heute solche Tomasiuse Pharma- und Psycho-Experimente mit ihnen gemacht. Das ist die Vorstufe dazu, aber wen wundert das schon bei den Alpenheinis die uns schon den Adolf beschert haben !

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