Sonntag, 30. August 2015

Kascha August 2015

 

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

 

Grafik Lukas Tkoz
Grafik Lukas Tkoz

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Daniela (24) aus Berlin fragt:

 

„Hi Kascha,

was ist eigentlich das besondere an Papers? Ich wohne nicht direkt in der Stadt und manchmal sind die Papers leer und die Tankstelle hat schon zu – da denke ich, könnte man doch auch einfach normales Papier nehmen? Das hat zwar keine Klebefläche aber mit ein bisschen Mühe kriegt man das sicher hin? Oder kann man da irgendwelchen Bio-Klebstoff nehmen?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo Daniela,

im Grunde hast Du Recht, man kann eigentlich mit jeder Art von Papier drehen und rauchen. Der Unterschied liegt im Abbrennverhalten: Zigarettenpapier, insbesondere das sehr feine, fast durchsichtige, brennt weniger regelmäßig ab und verursacht wesentlich mehr Geruch und Qualm als ein übliches Zigarettenpapier, das darauf optimiert wurde. In Gegenden, in denen Zigarettenpapier illegal oder nicht verfügbar ist, behelfen sich die Raucher mit allerhand Varianten – das kann vom (ungebleichten) Papier der Brötchentüte vom  Bäcker bis hin zum getrockneten Blatt der Bananenpalme reichen.  Wenn man handelsübliches Zigarettenpapier gewöhnt ist, dann wird man das alles nicht als besonders angenehm empfinden und als dauerhafte Lösung kommt das natürlich auch aus gesundheitlicher Sicht nicht in Frage. Denn je mehr Material verbrannt und inhaliert wird, desto größer ist logischerweise die Belastung für die Lungen. Als Notfall-Lösung mag es sicherlich der Ein oder Andere als okay empfinden.  Eine andere Variante ist, immer eine kleine Pfeife dabei zu haben – so kann man ganz entspannt auch dann rauchen, wenn es gar nichts mehr außer Gras zu kaufen gibt. Von jeglichen Arten von Klebstoff oder sonstigen Hilfsmitteln, die über Papier und die Rauchmischung hinausgehen, würde ich im Übrigen dringend abraten.“

 

 

 

Tobias (19) aus Braunschweig möchte wissen:

 

„Hallo Kascha,

ich habe zwei Pflanzen auf meinem Balkon stehen und nach allem was ich weiß, beginnt die Erntezeit Ende August oder Anfang Dezember? Ich würde gerne wissen, woran ich erkennen kann, wann ich am besten ernten sollte – weiß ich das, wenn die Blüten einfach aufhören zu wachsen? Oder wechseln sie ihre Farbe? Verwelken lassen muss ich sie aber nicht, oder?“

 

 

Kascha erklärt:

 

„Hallo Tobias,

ich kann dir, da der Anbau von Cannabis ohne Genehmigung in Deutschland illegal ist, hierzu an dieser Stelle keine praktische Anleitung geben. In der Theorie ist es allerdings so, dass im von dir genannten Zeitraum die meisten Cannabispflanzen hierzulande, wenn sie outdoor wachsen, erntereif sind. Das hängt mit der bis dahin deutlich kürzer gewordenen Sonneneinstrahlung und der durchschnittlichen Blütedauer der jeweiligen Sorten zusammen. Viele Grower betrachten einfach regelmäßig die Blüten, denn der perfekte Erntezeitpunkt dauert fast eine knappe Woche und dann ist er kaum zu verpassen. Ausschlaggebend sind die feinen Härchen an der Blüte, die sich etwas dunkler verfärbt haben sollten, aber noch nicht verdorrt sein dürfen. Einige Grower betrachten auch mit einer starken Lupe direkt die Trychome, also die Harzdrüsen, und beobachten deren Opazität. Sind sie noch ganz durchsichtig, ist es zu früh, sind sie milchig, ist der perfekte Zeitpunkt – und sind sie rötlich/gelblich, dann hat ist der perfekte Zeitpunkt verpasst und es ist wie bei zu früher Ernte mit Einbußen bei der Wirkung zu rechnen. Den perfekten Zeitpunkt ganz genau zu erwischen erfordert sicherlich einige Jahre Übung, andererseits baut sich das THC in der Pflanze ja langsam und schrittweise auf und ab, so dass man nicht mit 50 % Wirkungsverlust rechnen muss, wenn man nur einen oder zwei Tage drüber ist. Und man sollte natürlich nicht so früh ernten, dass die Blüten noch nicht voll ausgewachsen sind – auch hier erfordert es etwas Übung, zu sehen, bis wann sie weiter wachsen und wann das Wachstum aufhört. Außerdem ist es natürlich von der Sorte abhängig: Bei einigen Sorten sind die Blütenhärchen weiß, bei anderen orange und bei wieder anderen pupurfarben. Da ist natürlich die entsprechende „Reifefarbe“ auch jeweils anders.“

 

 

 

Romy (20) aus Chemnitz fragt:

 

„High Kascha,

ich wollte mal fragen, ob man aus Gras eigentlich Schokolade selbst machen kann? Ich habe mal gehört, dass es so etwas gibt, aber ich weiß nicht, wie man es anstellt, dass es auch was bringt? Braucht man da komplizierte Geräte für?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo Romy,

im Grunde eignet sich Schokolade ganz gut dafür, THC-haltige Naschereien herzustellen. Das liegt daran, dass Schokolade einen vergleichsweise hohen Fettgehalt hat, in dem sich das THC aus dem Gras lösen kann. Fett – oder Alkohol – sind als Träger für den oralen Konsum besonders wichtig, denn THC, der Cannabiswirkstoff, ist lipophil, verbindet sich also lieber mit Fett oder Öl als mit Alkohol. Zum Backen löst man das Gras daher am besten in der zu verwendenden Butter auf. Bei Schokolade wird in der Regel keine Butter benötigt, dafür ist es sinnvoll, fetthaltige Schokoladensorten zu verwenden. Einige Vollmilch-Sorten bringen es auf über 30 % Fettanteil, auch weiße Schokolade ist in der Regel mindestens genauso fetthaltig. Wer in der Küche Erfahrung hat, schmilzt die Schokolade vorsichtig in einem Behälter, der im Wasserbad steht: So kann die Schokolade nicht zu heiß werden und anbrennen, was ein unangenehmes Aroma zur Folge hätte.  In der Zwischenzeit erhitzen immer mehr Cannabisköche ihr Gras  für etwa eine halbe Stunde im zwischen 110 und 120°C heißen Backofen, um das THC (das ja beim Essen nicht verbrannt wird) „vorzubereiten“. Dann rühren sie das Gras ein und lassen es eine Weile einziehen. Je nach Geschmack filtern sie dann entweder die gröberen Grasstückchen raus oder sie haben das Gras vorher so fein gemahlen, dass sie es drin lassen können. An dieser Stelle kann man auch Extras für den Geschmack, wie zum Beispiel geröstete Hanfsamen oder Nüsse, hinzufügen. Wenn diese Masse dann in eine Form gegossen wird und erkaltet, ist die Grasschokolade schon fertig.“

 

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