Freitag, 7. August 2015

Cannabis nicht gefährlicher als Heroin

US-Drogenbehörde DEA gibt endlich zu: Cannabis ist nicht gefährlicher als Heroin

 

Letzte Woche gab es noch Unsicherheit, jetzt steht die Meinung der DEA eindeutig fest

 

von Florian Rister

 

Foto: schmiddie
Foto: schmiddie

 

 

In der vergangenen Woche klang DEA-Chef Chuck Rosenberg noch
zwiegespalten: Marihuana sei „wahrscheinlich nicht so gefährlich“ wie Heroin. Er fügte jedoch an, dass er kein Experte sei. Bei einigen Beobachtern erzeugte dieser Satz Verwunderung, immerhin ist Rosenberg der Vorsitzende der größten und finanzstärksten Drogenbehörde der Welt und sollte sich demnach mit dem Thema auskennen.

 

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wurde er jetzt erneut befragt, und gab eine deutlich klarere Aussage von sich. Heroin sei „eindeutig gefährlicher als Cannabis“. In Anbetracht der langen Verweigerung der DEA gegenüber dieser – in wissenschaftlichen Kreisen relativ unbestrittenen – Tatsache, ist dies ein kleiner Meilenstein in der US-Drogenpolitik. Die ehemalige Chefin der DEA, Michelle Leonhart, hatte sich noch vor wenigen Jahren bei einem peinlichen öffentlichen Auftritt in genau dieser Frage gewunden wie ein Aal im Netz:

 

 

Aber: Trotz der sprachlichen Umorientierung verbleibt Cannabis weiter in der gleichen juristischen Kategorie wie Heroin, als sogenannte „Schedule 1“ Droge. Für die Cannabiskonsumenten in den Staaten, in denen Besitz, Anbau und Erwerb verboten sind, kommt dadurch keine Hilfe. Auch die vielen Staaten mit legalem medical bzw. recreational Cannabis, sowie die dort agierenden Unternehmer erhalten dadurch nicht mehr Rechtssicherheit. Hier müssen noch einige Hebel in Bewegung gesetzt werden, bevor Obamas letzte Amtszeit endet und möglicherweise ein cannabiskritischer Kandidat im weißen Haus einzieht. Es scheint auf jeden Fall so, als wäre der neue DEA-Chef momentan kein standhafter Gegner mehr in der Cannabisfrage.

Die Legalisierung in den USA schreitet an allen Fronten voran:
Politisch, kulturell und sozial. Auch die DEA mit ihren unzähligen Beamten, Waffen und Abhöranlagen muss langsam die Zeichen der Zeit erkennen und sich an neue Realitäten anpassen. Wer in den nächsten Jahrzehnten weiterhin Cannabiskonsumenten oder gar Patienten wie Schwerverbrecher verfolgt, wird sich vor seinen Kindern verantworten müssen – zumindestens moralisch.

4 Antworten auf „Cannabis nicht gefährlicher als Heroin

  1. Sebastian Clausen

    Da habt ihr einen kleinen Vertauscher eingebaut: Im Zitat heißt es nicht „Cannabis sei „eindeutig gefährlicher als Heroin““, sondern „Heroin sei „eindeutig gefährlicher als Cannabis““

  2. Sternsch I. Gard

    Also wirklich, liebes HaJo, so gehts ja nicht. Bitte nochmal ran an die Tastatur und korrektur schreiben! Denn so wies jetzt da steht, hat der Typ von der DEA zwar eine deutlichere Aussage zu Cannabis gemacht, allerdings nur dahin gehend, dass Cannabis eindeutig gefährlicher ist als Heroin, aber sicher wolltet ihr schreiben, Heroin ist eindeutig gefährlicher als Cannabis. Ich weiß ihr steckt in den Hanf Parade Vorbereitungen und habt noch geile Fußball-Exzessiv-Folgen fertig zu schneiden, aber dennoch dürfen solche Fehler nicht unterlaufen! X)

    Mit besten Grüßen der Stefan vom THC Franziskaner FC. 😉 =)

  3. Surak

    Ja, da fehlt wohl irgendwo ein „nicht“, wie es aussieht. Aber insgesamt sollte man so pauschal sowieso nicht formulieren, denn Drogen sind wie Beton: Es kommt darauf an, was man damit macht!
    Die negativen Folgen der sogenannten Heroinabhängigkeit kennen wir erst seit der Kriminalisierung von Opiaten und ihren Konsumenten. Gepusht wurde dieser ganze Quatsch dann in den 80ern mit Hilfe der Kinder vom Bahnhof Zoo, die ich zum Glück nie gelesen habe. Die Entzugserscheinungen könnte man versuchen, gegeneinander aufzurechnen – und dann? Wäre etwas damit ausgesagt?
    Macht mal testweise einen kalten Entzug vom Koffein – dafür braucht ihr nicht mal Junkies zu sein – dann wisst ihr, wie elende Quälerei sich anfühlt. Vernunft im Umgang mit der Sache den Leuten einfach mal zutrauen: Das scheint ja ziemlich schwer zu fallen!

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