Sonntag, 26. Juli 2015

Kascha Juli 2015

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

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Grafik Lukas Ktoz

 

 

 

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

 

 

Clemens (22) aus Fürth fragt:

 

„Hi Kascha,

wir rauchen im Sommer gerne draußen im Wald Bong, aber wenn wir den ganzen Tag da sind, wird das Wasser immer irgendwann warm und ich finde es dann ganz schön kratzig. Es ist leider auch keine Eisbong, hast Du eine Idee, was man tun kann, damit das Wasser kühl bleibt? Die Bong auf Kühl-Akkus stellen oder so etwas? Weißt Du, ob so etwas funktioniert?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Clemens,

leider hat noch niemand eine „Thermosbong“ erfunden, bei der das Wasser immer angenehm kühl bleibt und somit den Rauch länger gut kühlt. Eigentlich gibt es da dann zwei Möglichkeiten: Entweder man hält die Bong kühl oder man füllt immer wieder kaltes Wasser nach, das man irgendwo herbekommen muss. Ob es hilft, die Bong auf Kühlakkus zu stellen, weiß ich leider nicht, das habe ich nie ausprobiert – vorstellen kann ich es mir allerdings. Um Bier im Sommer zu kühlen, stülpen einige Biertrinker eine nasse Socke darüber: Die Verdunstungskälte kühlt das Bier selbst in der prallen Sonne auf eine angenehme Temperatur, so lange die Socke nass bleibt. Da bräuchte man also nur ein feuchtes Stück Stoff, das man um die Bubble mit dem Wasser wickelt – so richtig kalt wird es damit allerdings leider auch nicht, man verhindert nur, dass das Wasser sich auf Badewannentemperatur aufwärmt. Einige Konsumenten führen immer einen Vorrat an eiskaltem Wasser, manchmal sogar mit Eiswürfeln drin, in einer Thermoskanne mit sich. Auch eine Wasserflasche, die zuvor eingefroren wurde, taut in der Regel nur langsam auf und ist eine Quelle kühlen Wassers. In einer PET-Flasche kann man zudem das Eis zerschlagen und die Eissplitter mit in die Bong schütten. Vorausschauende Konsumenten entnehmen aber vorher das Chyllum: Ein Stück Eis, das beim Herunterfallen das Glasröhrchen zerschlägt, kann den ganzen Waldausflug verderben. Wenn man die Wasserflasche zudem mit Zeitungspapier umwickelt und so isoliert, bleibt das Wasser sogar noch etwas länger gefroren. Wovon ich abraten würde, ist, wiederverwendbare Plastik-Eiswürfel ins Bongwasser zu werfen: Durch den heißen Rauch können sich unter Umständen giftige Stoffe aus dem Kunststoff oder der Füllung lösen, die man dann mit inhaliert.“

 

 

Philipp (20) aus Hannover möchte wissen:

 

„Hallo Kascha,

ich habe in meinem Gras ein paar Samen gefunden und wollte die gerne noch auf meinem Balkon aufziehen. Meinst Du, das macht jetzt noch Sinn, oder ist es zu spät und da wächst gar nichts mehr? Ich erwarte keinen großen Ertrag, ich hatte aber noch nie Pflanzen und jetzt wo ich eine Wohnung mit Balkon habe, wollte ich mal sehen, wie so etwas wächst.“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Philipp,

leider ist es auch verboten, interessehalber Cannabis in Deutschland anzubauen, so lange man nicht über eine entsprechende Genehmigung verfügt, zum Beispiel nachweisbare wissenschaftliche Gründe. Deshalb darf ich Dir auch an dieser Stelle keine Tipps zum Hanfanbau geben. Tatsächlich ist es allerdings so, dass die Zeit für die Aussaat unter Naturlicht etwa von Mitte März bis Anfang Mai geht. Jetzt im Juli ist es dafür bereits sehr spät. Die meisten Sorten, abgesehen von Autoflowering-Sorten, die durch besondere Kreuzungen entstehen, sind stark von der Sonneneinstrahlungsdauer abhängig. So lange das Tageslicht länger als 12 Stunden ist, wachsen sie. Sobald das Tageslicht kürzer als 12 Stunden wird, hört das Wachstum auf und sie beginnen zu blühen. Je später also eine Pflanze ausgesät wird, desto kürzer fällt die Wachstumsphase aus – und damit auch die ganze Pflanze. Eine Ausnahme bilden tropische Länder in Äquatornähe, bei denen fast ganzjährig eine Tag-Nacht-Gleiche herrscht: Hier kann ständig zugleich ausgesät, aufgezogen und geerntet werden. In Deutschland wird die Tag-Nacht-Gleiche in der Regel im September erreicht, in bergigen und waldigen Lagen mit kürzerem Tageslicht schon etwas früher. Damit hätte eine im Juli gesäte Pflanze nur etwa zwei Monate zum Wachsen, eine im April gesäte hätte etwa fünf Monate – das macht schon einen großen Unterschied.“

 

 

Paulina (21) aus Dortmund fragt:

 

„Hallo Kascha,

ich habe einen neuen Verkäufer für mein gutes Kraut gefunden, der verschiedene Sorten im Angebot hat. Er sagt, dass die einen richtig gut zum Einschlafen sind, andere gut um sich beim Schreiben zu konzentrieren und wieder andere wach machen oder verpeilt oder nicht so verpeilt. Kann so etwas sein? Ich dachte immer bei den verschiedenen Sorten geht es vor allem um den Geschmack und darum, wie stark sie sind. Ich kiffe noch nicht so lange und hatte vorher immer Gras, das eigentlich immer gleich aussah und schmeckte, immer vom gleichen Verkäufer.“

 

Kascha antwortet:
„Hi Paulina,

 

tatsächlich haben unterschiedliche Züchtungen zum Teil völlig verschiedene Wirkungen: Während die einen eher schläfrig machen, verursachen andere eher ein aktives „High“, manche wirken stärker psychedelisch und andere stärker körperlich. Das hängt nicht nur von der „Stärke“, also der THC-Konzentration ab. Es gibt auch die Unterscheidung zwischen den weniger harzigen Sativa-Sorten und den harzigeren Indica-Sorten – erstere haben eine typische „Gras-Wirkung“, während letztere durch den hohen Harzgehalt oft ähnlich wirken wie das ebenfalls aus dem Harz produzierte Haschisch. Dazu kommen insbesondere in den letzten Jahren zahlreiche Hybridsorten, die Eigenschaften beider Arten vereinen. Es gibt zudem zahlreiche verschiedene Wirkstoffe, so genannte Cannabinoide, im Gras, von denen nicht nur THC eine psychoaktive Wirkung hat. Der zweitwichtigste Wirkstoff im Gras ist das Cannabidiol (CBD), das auch in therapeutischen Kontexten verwendet wird. Viele Unterschiede in der Wirkung lassen sich in einem unterschiedlichen Verhältnis der THC- zur CBD-Konzentration erklären. Darüber hinaus enthalten verschiedene Gras-Sorten unterschiedliche Terpene. Das sind Stoffe, die je nach Art und Konzentration ebenfalls die Wirkung beeinflussen, da sie unter anderem dabei helfen, dass das THC schneller und stärker wirken kann. Gras mit einem hohen Terpen-Gehalt riecht häufig intensiv fruchtig, zum Beispiel nach Mango. Mango enthält ebenfalls Terpene und ist nicht nur deshalb ein bei Kiffern beliebter Snack zum Joint. Es gibt sogar Sorten, deren Geruch ein wenig an das treffend benannte Lösungsmittel Terpentin erinnert. Vor kurzem soll übrigens sogar eine Cannabissorte entwickelt worden sein, die als Viagra für Frauen wirken soll – ausgerechnet durch eine weniger hohe Konzentration an THC. Es gibt also durchaus Unterschiede in der Wirkung, ob man den Aussagen des Verkäufers trauen kann muss man allerdings herausfinden.“

 

 

Eine Antwort auf „Kascha Juli 2015

  1. Marc Hanke

    Je nach Waldbrannstufe ist vielleicht ein Baggersee oder ähnliches vorzuziehen.
    Nicht nur Kippen sind bei widrigen Umtänden Brandsätze 😉

    Liebe Grüße

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