Dienstag, 7. April 2015

Feuer auf Marlene Mortler

Beitrag von Hans Cousto

 

Mortlers unrühmliche Figur beim Lavieren in der Drogenpolitik

 

Mortler steht in Flammen

 

Im März fand in Wien die 58. Konferenz der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen (Commission on Narcotic Drugs, CND) statt. An der internationalen Tagung nahmen Delegationen aus aller Welt teil, um die im kommenden Jahr stattfindende Vollversammlung der Vereinten Nationen zum Thema Drogen umfassend vorzubereiten. Bei dieser Sondersitzung der UNO-Vollversammlung (United Nations General Assembly Special Session, UNGASS) werden die Leitlinien der weltweiten Drogenpolitik für die kommenden Jahre festgelegt.

 

Gemäß Pressemitteilung der Drogenbeauftragten Marlene Mortler vom 11. März 2015, die unter dem Titel „Drogenbeauftragte spricht auf UN-Konferenz: Mehr Einsatz für alternative Entwicklungen gegen Drogenanbau!“ publiziert wurde, betonte die Drogenbeauftragte in ihrer Rede am 9. März 2015 das besondere Engagement Deutschlands bei der Umsetzung alternativer Entwicklungsprogramme in Drogenanbauländern, die einen zentralen Beitrag zur Ausgestaltung der bestehenden internationalen Drogenkonventionen der Vereinten Nationen darstellen. Marlene Mortler wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Deutschland hat sich bereits vor mehr als 30 Jahren an der Umsetzung alternativer Entwicklungsprogramme beteiligt. Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir die Ursachen des illegalen Drogenanbaus in gemeinsamer Verantwortung mit den betroffenen Ländern angehen. Der Anbau von Koka und Schlafmohn ist eine direkte Folge der mangelnden Entwicklung in diesen Ländern.

 

Bei einer Sondersitzung am 10. März 2015, organisiert von den Regierungen von Kolumbien, Thailand und Deutschland, betonte die Drogenbeauftragte nochmals das Engagement Deutschlands weltweit zur Reduzierung des Drogenanbaus und zur Entwicklung alternativer Perspektiven für die Bauern in den Anbaugebieten. Am gleichen Tag hielt Mortler auch eine Rede bei einer Sondersitzung zum Thema „Verfügbarkeit von opioidhaltigen Medikamenten in der Palliativmedizin“. Diese Sondersitzung wurde von der Internationalen Vereinigung für Hospiz- und Palliativmedizin (International Association for Hospice and Palliative Care, IAHPCD) organisiert und von Deutschland und Litauen gesponsert. Hier machte Mortler auf die mangelhafte Versorgung von Patienten mit Schmerzmitteln in vielen Ländern aufmerksam und betonte, dass man seitens der Politik eine Balance finden müsse, um einerseits die Verfügbarkeit von Opiaten zum Zweck des Missbrauchs mindern zu können und andererseits die Verfügbarkeit von Opiaten zu medizinischen Zwecken gewährleisten zu können.

 

In vielen Ländern – vor allem in Asien und Afrika – müssen unzählige Patienten Schmerzen ertragen und leiden, weil es an Schmerzmitteln mangelt. Opiate sind bewährte Schmerzmittel. Opiate können, ohne dass man Lizenzgebühren an Rechte- und Patentinhaber zahlen muss, leicht aus dem nachwachsenden Rohstoff Mohn gewonnen werden. Statt Steuergelder auszugeben, um Mohnfelder zu vernichten und die Verfügbarkeit von synthetischen Opioiden in armen Ländern zu subventionieren, könnte man den Mohnanbau vielerorts legalisieren und mit geringen finanziellen Mitteln aus dem Mohn günstige Opiumtinkturen und Morphiumpräparate herstellen.

 

Die mangelhafte Versorgung von Patienten mit Schmerzmitteln in vielen Ländern ist zu einem nicht geringen Anteil eine Folge der weltweiten Repressionspolitik. Eine Neuorientierung der Leitlinien zur Regulierung des Drogenanbaus und Drogenhandels seitens der Suchtstoffkommission könnte Linderung für Millionen von Schmerzpatienten weltweit bringen. Einzig die Aktionäre von Firmen, die Pharmaka wie Opioide und andere Schmerzmittel herstellen, hätten durch eine solche Neuorientierung der Drogenpolitik mit einer Reduzierung ihrer Dividende zu rechnen. Patienten, Versicherungsgesellschaften und die Steuerzahler würden hingegen in vielen Ländern durch eine solche Neuregulierung finanziell entlastet und hätten mehr Ressourcen für den Ausbau des Gesundheitswesens.

 

Offensichtlich scheint die Drogenbeauftragte Marlene Mortler solche Zusammenhänge nicht zu erkennen oder erkennen zu wollen. Sie laviert in krasser Weise zwischen den Zwängen der von der Suchtstoffkommission propagierten Repressionspolitik und dem, was gesundheitspolitisch vernünftig ist, hin und her. Bei derselben Konferenz fordert die Drogenbeauftragte am gleichen Tag einerseits die Vernichtung von nachwachsenden Schmerzmitteln und andererseits beklagt sie die vielerorts völlig ungenügende Verfügbarkeit von Schmerzmitteln. Widersprüchlicher geht es kaum noch. Vor diesem Hintergrund erscheint die folgende Feststellung von Mortler in der besagten Pressemitteilung fast wie eine Bedrohung: „Ich bin froh, dass ich innerhalb der Bundesregierung die Schirmherrschaft für eine neue Initiative zum internationalen Dialog und zur breiteren Umsetzung eines entwicklungs- und gesundheitsorientierten Ansatzes zur Drogenpolitik übernehmen konnte. Denn es gilt: Wir müssen weltweit die Mittel für die Entwicklung alternativer Wege gegen illegalen Drogenanbau aufstocken.

 

Marlene Mortler wird auch nicht Müde, immer wieder die vier Säulen der Drogenpolitik in Deutschland lobend zu erwähnen. Auch in Wien tat sie dies bei dieser Konferenz und erläuterte die vier Bereiche: Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression. Dabei verschwieg sie wie immer tunlichst, dass in ihrer Heimat Bayern die bayerische Staatsregierung stets betont, dass es im Freistaat Bayern nur eine 3-Säulen-Dogenpolitik gebe, die die Bereiche Prävention, Repression und Therapie umfasst. Der Bereich Schadensminderung fehlt bei dieser 3-Säulen-Politik. Deshalb gibt es in Bayern zum Beispiel keine Fixerstuben, dafür jedoch eine steigende Anzahl an sogenannten „Drogentoten“. So berichtete der Bayerische Rundfunk am 13. März 2015, dass sich in den ersten zehn Wochen des Jahres die Zahl der registrierten „Drogentoten“ in der Stadt München im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als verdreifacht habe, von 5 auf 17. Im Jahr 2012 wurden in München 39 „Drogentote“ registriert, im darauf folgenden Jahr 48. Und Spiegel-Online berichtete am 18. März 2015, dass gemäß bayerischem Innenministerium im vergangenen Jahr 252 Menschen im Freistaat an den Folgen ihrer Rauschgiftsucht gestorben seien. 2013 lag der Wert bei 230, im Jahr davor bei 213 „Drogentoten“. Und 2011 gab es 177 Tote – demnach ist die Opferzahl innerhalb von nur drei Jahren um 42 Prozent gestiegen. Ja, Bayern ist der Flächenstaat in Deutschland mit den meisten „Drogentoten“ in Relation zur Einwohnerzahl. Solche Fakten pflegt die Drogenbeauftragte in ihren Verlautbarungen nicht zu erwähnen.

 

Abschließend sei hier noch bemerkt, dass in den deutschen Medien eine Berichterstattung über die Konferenz in Wien so gut wie nicht stattfand. Auch offizielle Verlautbarungen seitens der Veranstalter waren äußerst rar. Wer sich informieren wollte, war auf Informationen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie dem International Drug Policy Consortium (IDPC) angewiesen (www.cndblog.org).

 

13 Antworten auf „Feuer auf Marlene Mortler

  1. Sandro von Matterhorn

    Seid etwas vorsichtig mit Euerer Wortwahl „Feuer auf Marlene Mortler“. Sonst fängt die Arme wieder an zu weinen und meint, dass die brutale Hanflobby ihr ständig den Tod wünscht und sie jetzt sogar schon verbrennen will! 😉

  2. Jemand

    Die Frau ist nicht nur inkompetent und stur sondern offenbar auch nicht mehr ganz dicht im Schädel (zu viel Bier!?) sonst kann ich mir diese Widersprüchlichen Aussagen nicht erklären!
    Aber bei der CSU ist das ja Aufnahmekriterium!

  3. Lars Rogg

    Naja, ein wirklich intelligenter Mensch wäre auf diesem Posten auch echt bestraft. Angenommen jemand der denken kann und dies auch tut, wäre Drogenbeauftragter im Sinne der CSU. Wie soll so jemand eine flüssige Rede, in Anlehnung an die Position der Regierung, halten ohne immer wieder unterbrechen zu müssen, weil er sich das Erbrochene aus dem Gesicht und vom feinen Zwirn wischen muß. Zugegeben, ich hab ein tolles Bild vor Augen 🙂 …um so was sehen zu dürfen würde ich was geben!!! Die olle Mortler passt doch da wunderbar hin, vor allem weil sie in der Lage ist sich nicht einzusauen während sie geistlosen Unsinn plappert. Diese Regierung will nicht!!!….noch nicht!!!! Lieber Geld und Personal sinnvoll (Schulen, soziales) einsetzen und ich hätte wieder Respekt vor diesem Staat. Aber das Wahlvieh von Bild, Bunte und co. ist wohl wichtiger. Pech für uns…

  4. X-KIFFER

    Nunja, also ich persönlich wünsche ihr – so wie allen Prohibitions-Nazis – schon den Tod, welcher Art wäre mir egal. Verbrennen fände ich eigentlich auch ganz passend denn früher kamen Ketzer ja auf den Scheiterhaufen.

  5. Mörnest

    Also jemanden den Tod wünschen, wegen einer anderen Meinung finde ich jetzt schon übertrieben. Also Frau Mortler, nicht alle sehen das so, ich bin zufrieden mit dem Wissen, dass ihr Job, keiner auf Lebenszeit ist. Die nächste Wahl kommt bestimmt und wenn wir Glück haben, geht es ohne CSU weiter.
    Wünschen wir ihr den Tod mit der Begründung Altersschwäche.

  6. fahrie

    Ich finde auch den Tod wünschen muss man Niemandem. Früher oder später gibt ja doch jeder den Löffel ab, ganz von alleine :).
    Wobei sich mir echt der Magen rumdreht wenn ich etwas von Ihr lese oder höre . Es ist kaum zu ertragen.

    Vielleicht sollten wir Marlene Mortler Selbsthilfe Gruppen gründen oder so was.
    „Hallo, ich bin der Tom und bin Mortelholikerin„… Ich bin abhängig von Ihr…

    Beste Grüße

    420

  7. E.B.

    Ich wage mal zu behaupten, dass auch ohne Armut und Unterentwicklung auf der Welt Drogen reichhaltig produziert und konsumiert werden würden.

  8. Jemand

    Dann doch lieber die „Gruppe der Mortlergeschädigten“
    „Hallo ich bin Chris und ich musste mir eine komplette Stunde lang das Mortler bei einer Rede anhören…ich musste aber immerhinn nur 3 mal kotzen und bis vor lauter lachen nur 4 mal fast erstickt“

  9. Jemand

    Zumal Drogen aller Art ja schon immer ein Garant für relativ hihe Gewinnspannen waren…ich meine welche Pflanze erziehlt schon solche Grammpreise wie Hanf oder Mohn?!
    Mot der Legalität würden die zwar etwas schrumpfen aber man hätte immernoch eine gute Kosten/Nutzen Bilanz…was Drogenfachverkäufer sicher zu ner interessanten Berufsalternative machen würde!
    Das Drogenverbot fördert diese Armut von der du sprichst…denn genau die Leute leiden darunter die darauf angewisen wären

  10. Littleganja

    Owa a drecksau bleibt a drecksau
    Egal woher’s kimmt
    A drecksau bleibt a drecksau
    An staatsanwalt und a präsident
    A drecksau bleibt a drecksau
    Namen san egal: hitler, bush, blair – international!
    Hitler, bush, blair – international!

    *Quelle Hans Söllner 😉

  11. Franz

    Niemand wünscht Frau Mortler den Tod, da ihr Gehirn ohnehin schon abgestorben zu sein scheint.

  12. Lucky Unchanged

    Das sind die Auswirkungen dieser verfaulten Lebensmittel, die Mortler vermutlich täglich konsumiert. Nicht dass ich was dagegen habe – im Gegenteil – die Todesdroge Alkohol macht beim ersten Schluck sofort körperlich und seelisch rauschgiftsüchtig. Und Alkohol ist natürlich das klassische legal high und steht so schon im BtMG. Aber dann, die paar Stunden am Tag, die man tatsächlich nüchtern ist, der ganzen Welt etwas von Drogen und deren Gefährlichkeit erzählen ist schon (gehaltsbedingt) rücksichtslos und gnadenlos. Aber laut den Kommentaren hier glaubt ihr sowieso kein normaler Mensch noch ein Wort.

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