Samstag, 15. November 2014

Kascha November 2014

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

kaschaNovember

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Jürgen (42) aus Berlin fragt:

 

„Hi Kascha,

ich kiffe nun schon seit mehr als 20 Jahren und habe vor kurzem zum ersten Mal Haschischöl bekommen. Ich würde es gerne mal ausprobieren, aber habe leider keine Ahnung, wie ich das am besten mache – es liegt im Moment in meinem Tiefkühlschrank. Ich hatte mal versucht, etwas davon klein zu krümeln oder eine Wurst zu machen (gefroren ist es ja fest). Aber das bleibt mir nur alles am Finger kleben und geht da nur sehr schwer wieder ab… jedenfalls würde ich gerne einen Joint rauchen und nichts, wofür ich ein extra Rauchgerät brauche.“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Jürgen,

wenn ich gefragt werde, wie man Haschöl am besten raucht, antworte ich in der Regel zunächst: „Vorsichtig und langsam!“. Als Grasraucher wirst du dich ansonsten wohl etwa fühlen wie ein Biertrinker, der ein paar Schnaps getrunken hat. Das kann aber auch Vorteile haben: Man raucht z.B. wesentlich weniger, um einen etwa gleich starken Effekt wie mit Gras zu erreichen. Dafür steigt das Risiko eventuell unangenehmer Fehldosierungen, gerade beim ersten Versuch.

Tiefgekühlte Lagerung bevorzugen viele Konsumenten: Der Wirkstoff bleibt lange erhalten und das schwarze, klebrige Öl hat eine feste, gut weiterzuverarbeitende Konsistenz. Sobald man es anfasst schmilzt es allerdings und wird sehr, sehr klebrig. In der Regel wird deshalb entweder die Innenseite des Papers damit eingeschmiert, oder man massiert es in die Tabak/Gras-Mische ein, die man in den Joint rollt – die davon allerdings auch etwas klumpig und klebrig wird. Viele Konsumenten bevorzugen aufgrund der sehr flüssigen Konsistenz auch das etwas zähere und honig- oder bernsteinfarbene BHO, also Butan Hash Oil, das aber häufig eher mit einem heißen Nagel oder speziellen Bongs verdampft wird.“

 

 

Jessy (18) aus Dortmund möchte wissen:

 

„Hi Kascha,

ich mache gerade meinen Führerschein und habe gehört, dass THC sehr lange im Blut nachweisbar ist. Ich möchte bei der Fahrschule nicht bekifft fahren, wollte aber gerne wissen, ob es ein Problem sein kann, wenn ich zum Beispiel Samstag viel gekifft habe und Montag fahren muss? Eine Freundin von mir hat mal ihren Führerschein verloren, weil sie 3 Tage nach dem Kiffen noch Restwerte im Blut hatte. Aber ich habe noch nie gehört, dass bei einem Fahrschulauto ein Drogentest gemacht wurde? Wird man da in Polizeikontrollen angehalten?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„High Jessy,

es sind nüchterne Cannabiskonsumenten bereits ihren Führerschein auf dem Rücksitz eines Taxis losgeworden, wie jüngst durch die Presse gegangen ist. Als Kifferin solltest du also immer damit rechnen, dass das Schlimmste passiert. In der Tat ist es zwar sehr selten, dass Fahrschulautos in Verkehrskontrollen kontrolliert werden – mir ist kein solcher Fall bekannt. Allerdings können durchaus einige ungünstige Faktoren zusammenkommen: Baust du beispielsweise während der Fahrstunden einen Unfall, kommt in der Regel die Polizei, um den Unfall aufzunehmen. Fällst du dann durch Zittrigkeit, gerötete Augen, verwaschene Aussprache oder Koordinationsschwierigkeiten (in südlicheren Bundesländern hast du all dies automatisch, falls du Dreadlocks oder auffällige Kleidung trägst) auf oder riecht beispielsweise deine Kleidung oder deine Hosentasche nach Gras (auch hier gilt: für Polizisten haben auch schon Zierpflanzen nach Cannabis gerochen, wie im Juni diesen Jahres die 167 von der Stadt angepflanzten und von der Polizei wieder ausgerissenen Spinnenblumen in Stuttgart-Zuffenhausen), musst du auch mit einem Drogenschnelltest rechnen. Und sollte dieser positiv ausfallen – den Schnelltest kannst du allerdings verweigern – und ein aufgrund des positiven Schnelltests oder eines ärztlichen Gutachtens angefertigter Bluttest einen THC-Gehalt von mehr als 0,1 ng/ml Blutserum aufweisen, wird das als Rauschfahrt gewertet. Vorsichtig sollte man als Cannabiskonsument also immer sein, denn auch wenn der Konsum nicht strafbar ist, droht einem immer noch der Ämterwahnsinn mit der Fahrerlaubnisbehörde.

Solltest du irgendwann in der Vergangenheit mal mit Cannabis auffällig gewesen sein, gehört es auch zum üblichen Vorgehen, dass du mit einem Idiotentest (MPU) und einem einjährigen regelmäßigen Drogenscreening jeweils auf deine Kosten nachweisen musst, dass du keine Drogen (außer Alkohol, Nikotin, Legal Highs und anderen legalen bzw. nicht nachweisbaren Substanzen)  mehr konsumierst. Spätestens bei der Anmeldung zur Prüfung wirst du das dann erfahren.“

 

 

Hanno (20) aus Ulm fragt:

 

„Hallo Kascha,

ich habe mal eine Frage. Und zwar ist das einzige, was mir hilft, wenn ich starke Kopfschmerzen habe, einen dicken Joint zu rauchen. Gerade abends kann ich sonst manchmal gar nicht einschlafen. Bei meiner Freundin ist es aber andersherum: Manchmal, wenn sie raucht, bekommt sie mittlere bis starke Kopfschmerzen davon. Wir rauchen allerdings selten zusammen: Sie raucht eher Gras während ich lieber Haschisch rauche. Kann das daran liegen? Und würde ihr dann Haschisch auch gegen die Kopfschmerzen helfen? Sie sagt allerdings, dass sie den Geruch nicht mag.“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Hanno,

tatsächlich wirkt Kiffen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich. Den einen macht ein Joint wach, den nächsten macht derselbe Joint müde. Der eine bekommt Kopfschmerzen – der andere wird dadurch davon befreit. Tatsächlich kann es sein, dass dein Haschisch durch ein THC/CBD-Verhältnis, das stärker in Richtung THC geht, eine andere Wirkung entfaltet als das Gras, das deine Freundin raucht. Es kann auch an der Konsumtechnik liegen: Manch einer verträgt Joints besser, ein anderer wieder Bong oder Purpfeifen. Genauso gut kann es aber sein, dass deine Freundin einfach einen deutlich niedrigeren Blutdruck hat als du. Dann würde ihr eine Tasse Kaffee oder ein anderes koffeinhaltiges Getränk vielleicht eine ganz andere Erfahrung bescheren. Insgesamt kann ich immer nur dazu raten, herauszufinden, was einem angenehm ist und was nicht – und dann so zu konsumieren, wie man sich wohlfühlt und Dinge, die einem Schmerzen oder Unwohlsein verursachen zu ändern.“

 

Eine Antwort auf „Kascha November 2014

  1. Hanfi

    in der antwort auf die frage von Jessy steckt ein kleiner fehler.
    die grenze für eine „rauschfahrt“ liegt nicht bei 0,1 ng , sondern bei 1,0 ng.

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