Dienstag, 11. November 2014

Interview DESERTED FEAR

Interview DESERTED FEAR

 

von: Janika Takats

 

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Bild: Anger Management & Promotion

 

Eine Metal Band hat es im Hanf Journal bisher nicht gegeben, doch für alles gibt es ein erstes Mal. Die drei Jungs von DESERTED FEAR kommen aus den grünen Landen des beschaulichen Thüringens und musizieren seit 2007 zusammen. Ihr erstes Album „My Empire“ hat in der Szene für Aufsehen gesorgt und wurde von Kennern gefeiert. Jetzt stehen sie mit ihrem neuen Album „Kingdom Of Worms“ in den Startlöchern, was wir zum Anlass genommen haben Gitarrist Fabian Hildebrandt ein paar Fragen zu stellen.

 

 

 

Euer neues Album wurde schon viel gelobt. Was erwartet die Hörer?

 

40 Minuten gnadenloser Death Metal mit emotionalen Höhen und Tiefen! Unsere Wurzeln liegen in der alten Metal Schule, doch klingen wir nicht ganz wie eine Death Metal Band Anfang der 90er. Vielmehr haben wir unseren eigen Stil entwickelt, ein Tick mehr Melodie, Eingängigkeit und Moderne wird uns nachgesagt. Doch riskiert selbst mal ein Ohr, es lohnt sich!

 

 

Ihr habt ein super Video über die Aufnahmephase des Albums online gestellt. Darin sieht man, dass ihr eure Musik größten Teils unter euch ‚ausmacht‘ bzw. kreiert. Welche Einflüsse und Hilfestellungen kommen von außen?

 

Danke! Das Video ist natürlich nicht ganz so ernst zu nehmen, zeigt aber den Studioalltag ganz gut, nur eben ein klein wenig übertrieben ;). Was die Studiotechnik betrifft haben wir viel Input vom schwedischen Soundmeister Dan Swanö bekommen, der unser Album auch gemixt und gemastert hat. Ansonsten kommt bis auf die musikalischen Einflüsse nix von Außen. Seit Gründung der Band haben wir immer nur das gemacht worauf wir Bock hatten. Wir machen alles unter uns aus und es geschieht viel gemeinsam. Wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind wird einfach demokratisch abgestimmt, das ist bei drei Leuten ja easy, hahaha.

 

 

Worum geht es euch beim Musik machen, was treibt euch an?

 

Uns macht es einfach verdammt viel Spaß gemeinsam neue Lieder zu schreiben, zusammen im Proberaum zu stehen und live zu spielen. Es ist ein super Ausgleich zum beruflichen Alltag, auch wenn es mittlerweile zeitlich fast schon 50/50 ist. Die Band ist also mehr als nur ein Hobby! Bis hier hin war es ein langer Weg, ein Weg der uns durch die vielen Konzerte, den Kontakt zu vielen neuen Menschen und die gemeinsame Arbeit viel fürs Leben mitgegeben hat! DESERTED FEAR ist quasi unser Baby, eine Sache die wächst und mit der auch wir menschlich weiter wachsen.

 

 

Wie habt ihr den Weg zu Death Metal gefunden und seid ihr dabei musikalische Umwege gegangen?

 

Ich denke, dass jemand der zum ersten Mal einen Death Metal Song hört, selten direkt Fan dieser Musikrichtung wird. Bei uns allen war es eine Entwicklung. Angefangen mit MTV Kram wie Korn, Papa Roach und Linkin Park, ging es zu Bands wie Metallica und In Flames. Ja und dann fragt man sich natürlich wie diese Bands früher geklungen haben, checkt die alten Alben und geht dann in der Zeit quasi zurück. Unsere erste Band damals war auch noch eine Punkrockband. Heute spielen wir Death Metal, hören aber auch alles Mögliche, da sind wir nicht festgefahren!

 

 

Wie sieht eurer Leben außerhalb der Band aus? Ist es euer Ziel irgendwann mal von eurer Musik leben zu können?

 

Wir haben alle gute Jobs und sind zufrieden wie es läuft. Klar, wenn es irgendwann mal möglich ist einen kleinen Taler mit der Band zu verdienen, würden wir sicher nicht nein sagen. Davon leben möchten wir aber nicht, höchstens etwas weniger zur Arbeit gehen, haha. Mit dem zweiten Album können wir jetzt unsere Bekanntheit auch international nochmal ausbauen. Da müssen wir dann auch live nachziehen, was aber heutzutage recht schwierig ist. Aber wir werden sehen was sich ergibt, die Reaktionen sind soweit überaus positiv!

 

 

Was macht euch mehr Spaß: die Aufnahmen im Studio oder live Auftritte?

 

Es ist beides geil, miteinander aber auch nicht zu vergleichen. Die Arbeit im Studio kommt ja nur alle paar Jahre vor und dann liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Alle sind sehr konzentriert und wollen ihr Bestes geben. Live geben wir natürlich auch Alles, doch da überwiegt das Chaos, hahaha. Überall riecht es nach Bier, man ist verschwitzt und es ist eine wahnsinnige Energie zu spüren! Doch so ein Live-Auftritt beginnt ja nicht erst auf der Bühne, schon die lange Fahrt dorthin, die anschließende Übernachtung und Heimfahrt gehören dazu, da erlebt man schon so einige Sachen! Das krasseste Bühnenerlebnis war aber bisher bei unserem Auftritt als Support von Heaven Shall Burn in Hannover. Eigentlich nix besonderes, aber es waren 1300 Leute in der Halle und als wir mit dem ersten Song loslegten und die Scheinwerfer zuerst das Publikum unten und dann noch die Ränge oben anstrahlten, war das schon so ein krasser Gänsehautmoment, sowas hatten wir als noch kleinere Band aus der Perspektive noch nie gesehen!

 

 

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass in der Metal-Szene nicht sehr viel gekifft wird. Wie schätzt ihr eure Fans da ein?

 

Schwer zu sagen, da ich wiederum die anderen Szenen nicht so kenne. Generell wird zwar viel gesoffen, aber auch hier und da gekifft! Ich denke so wie eben in allen Schichten unserer Gesellschaft…

 

 

Seid ihr der Meinung, dass Cannabis (unter entsprechenden Jugendschutzbestimmungen) legalisiert werden sollte?

 

„Stell‘ Dir vor es gibt ’ne Steuer…“  😀 Definitiv ja! Ob nun legal oder kriminalisiert, es wird doch so oder so gekifft! Zudem könnte der Staat doch auch prima am Kiffen verdienen, anstatt einen Haufen Kohle für die Bekämpfung zu verschwenden. Weniger Kriminelle, neue Arbeitsplätze, besseres Gras für die Konsumenten und hohe Steuereinnahmen wären doch die Folge oder etwa nicht? Dann noch die Kranken die sich auf „illegalem“ Weg ihr Gras besorgen müssen, weil sie keine andere Möglichkeit haben. Also legalisieren, wir sind dafür!

 

 

Seid ihr schon mal wegen legaler oder illegaler Drogen mit dem Gesetz in Konflikt gekommen?

 

Puuuh, ich glaube nicht. Ich bin mal als Jugendlicher besoffen auf einem Sperrmüllhaufen eingepennt und als dann die Cops kamen, bin ich weggerannt. Ich war aber zu besoffen zum Rennen also haben sie mich geschnappt. Aber ich hatte ja nix verbrochen (nur gebrochen) und die guten Herren haben mich Heim gefahren. Wäre ich damals stoned gewesen, wäre ich sicher nicht weggerannt, hahaha.

 

 

Besteht eurer Meinung nach generell Bedarf die bestehende Drogenpolitik zu reformieren?

 

Wenn damit die Legalisierung und Entkrimminalisierung einher geht, dann ja! Keine Ahnung wie man mit richtig harten Drogen umgehen sollte, doch es den Leuten wegzunehmen und sie ggf. einzusperren scheint mir der falsche Lösungsansatz. Um diese Fragen kümmern sich ja aber schon viele Forscher und Professoren, doch scheinen diese noch kein Gehör in der Politik zu finden. Auch die Werbeschaltungen in den Medien gehören sicher reguliert. Wenn McDonalds und Alkohol nicht so präsent oder verharmlosend dargestellt werden würden, würden mit Sicherheit weniger insbesondere junge Leute Fastfood essen oder Saufen. Popmusik wird ja zum Beispiel auch viel mehr gehört als Death Metal, um den Kreis mal wieder zu schließen, hehe.

 

 

Wie sehen in nächster Zeit eure Pläne aus?

 

In diesem Jahr haben wir noch einige Konzerte mit Morbid Angel, eine der ältesten Death Metal Bands aus den USA, vor uns. Quer durch Deutschland! Die ersten Festivals für nächstes Jahr sind auch schon bestätigt und es kommen gerade Anfragen für weitere Clubshows rein. Wir werden dann auch wieder anfangen von Zeit zu Zeit an neuen Songs zu basteln! Privat wollen unser Sänger und ich im nächsten Jahr einem Angelverein beitreten und unser Schlagzeuger möchte sich noch mehr der Landwirtschaft und dem ökologischen Hausbau widmen. Es bleibt also aufregend und viel zu tun!

 

 

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt meine Fragen zu beantworten.

 

Gern geschehen! Danke, dass ihr uns als erste Metal Band in eurem Magazin die Gelegenheit gebt uns vorzustellen! An eure Leser: checkt mal unser neues Album KINGDOM OF WORMS, auch wenn wir nicht gerade die übliche Einstiegsband für METAL sind, wir haben auch ein paar schöne Melodien auf der Scheibe, die auch meiner Mutter gefallen ;). Viel Erfolg für eure Arbeit und den Beitrag zu einer besseren Drogenpolitik! Spread the word!

 

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