Samstag, 11. Oktober 2014

Cannatrade 2014

Das Volk trotzt dem Samenverbot

 

von Michael Knodt

 

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Die älteste Hanfmesse des Kontinents konnte in diesem Jahr ihren 15.Geburtstag feiern. Hierzu kamen Hanf-Begeistere aus der ganzen Schweiz sowie den umliegenden Ländern vom  29 bis 31. August in der Dietikoner Stadthalle vor den Toren von Zürich zusammen. Nur 15 Minuten entfernt vom Zentrum der Bankenmetropole trafen sich über einhundert Aussteller mit fast 8.000 Besuchern, um die neusten Entwicklungen der Branche vorzustellen, zu diskutieren und die günstigsten Angebote zu finden.

 

Herbstzeit ist Erntezeit, und auch die Saison für Hanf-Fachmessen geht wieder so richtig los, wenn sich der Sommer dem Ende neigt. Den Anfang hat 2014 die „Cannatrade“ gemacht, die auch aufgrund des seit 2011 geltenden Hanfsamenverbots in der Schweiz nur noch alle zwei Jahre stattfindet. Der Fokus der Aufmerksamkeit galt auch in Dietikon dem Gärtnereibedarf für Indoorbegeisterte, wobei in der Schweiz auch die Outdoorfreunde nicht zu kurz kamen. Zwar sieht man seit dem Samenverbot kaum noch Hanfpflanzen, doch im Laufe der Cannatrade haben sich in privater Runde viele Outdoorfreunde geoutet, welche die Kraft der Sonne in der einsamen Bergwelt weiterhin dem Kunstlicht vorziehen. Zudem wurde im Laufe vieler Gespräche klar, dass das Samenverbot den gleichen Effekt wie in Deutschland hat: Ohnehin illegalisierte Grower weichen auch bei den Eidgenossen jetzt auf Stecklinge aus. Außerdem gab es Hanf in Form von Kleidung, Kosmetik, Nahrung wie Hanföl und Hanfnudeln, Baustoffen, Dämmstoffen und noch vieles weiteres, der schier unendlichen Produktpalette, die sich aus der Nutzpflanze Cannabis herstellen lässt.

 

Einen Blick auf die aktuelle Situation in der Schweiz konnte man sich an den Ständen der Hanf-Legenden Bernard Rappaz oder André Fürst, bei Legalize iT! oder auch bei Droleg verschaffen. Das exzessiv-Team war mit Unterstützung des DEA-Teams für die Dokumentation der zahlreichen Vorträge zu „Cannabis Social Clubs“, Cannabis als Medizin oder der Geschichte des Nachtschatten-Verlags zuständig. Am Stand des Hanf Journals haben sich zahlreiche Fans und Lesende vor einem schönen Hanf-Alpenpanorama ablichten lassen. Die Ergebnisse könnt ihr auf der Facebook-Seite des Hanf Journals bewundern – noch einmal herzlichen Dank und ein großes BigUp für alle, die teilgenommen haben.

 

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Der größte und in der Publikumsgunst auch schönste Stand war der von Holos.ch, wobei unserem Team die Stände der Grünhaus AG optisch und der von Fourtwenty.ch ob des riesigen Angebots nicht weniger gut gefallen haben.

 

Bereits am ersten Tag fanden sich auf der Messe zahlreiche Besuchende ein, um sich mit neuesten Anbautechniken, Sorten und Düngemitteln vertraut zu machen, einfach nur eine der zahlreichen Gratis-Proben mit nach Hause zu nehmen oder das beste Schnäppchen der Messe zu ergattern. Besonders am letzten Tag sind viel Händler froh, ihre Ausstellungsstücke zu Discount-Preisen abzugeben – weg ist weg und muss nicht mitgeschleppt werden. Gute Angebote gab es, ob der mittlerweile massiven Konkurrenz auf dem Schweizer Markt, eine Menge zu entdecken, wobei besonders viele Produkte ins Auge fielen, die von Schweizer Firmen besser kopiert werden, als das in China produzierte Original. Wirklich Neues hingegen haben wir eigentlich nicht entdeckt.

 

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Denn mit kleinen Ausnahmen wie der auf der Cannatrade vorgestellten Doppelfilter-Box von Carbonactive stagniert der Growmarkt technisch seit Jahren, die viel gepriesenen LED-Leuchtmittel warten immer noch auf ihren Durchbruch, der erst kommen wird, wenn sie ansatzweise so effizient wie Hochdruck-Dampflampen sind. Für die Cultiva sind mehrere neue Entwicklungen in diesem Bereich angekündigt, wir warten gespannt. Lediglich im Vaporizer-Segment sind schnelle Weiterentwicklungen auch bei den Eidgenossen an der Tagesordnung, besonders auffällig ist hier das wachsende Angebot an Pens für Öle und Extrakte.

 

Das Klima auf der Messe war trotz anhaltenden Regens besonders im Outdoorbereich prima, hat sich doch niemand der Anwesenden an dicken Dübeln oder dampfenden Ballons gestört, solange man sich in den dafür vorgesehenen Bereichen aufgehalten hat. Ein kleiner Wermutstropfen waren die Kontrollen der Polizei rund um das Messegelände, die eigentlich nur Verkehrsteilnehmer gelten sollten, allerdings vereinzelt auch auf Mitreisende oder mindestens einen Fußgänger ausgedehnt wurden. Doch trotz der sinnlosen und sehr vereinzelten Störungen rund um das Gelände haben es Organisator Ben Arn und sein Team auch 2014 wieder geschafft, eine besonders persönliche und professionell organisierte Hanfmesse auf die Beine zu stellen, von der nicht nur das Hanf Journal Team viele nette Erinnerungen mit nach Hause genommen hat.  Ein Grund mehr, sich auf die nächste Cannatrade in zwei Jahren zu freuen. Wir kommen wieder, keine Frage.

 

 

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And the winners are….

 

Kategorie Grow: IWS Bewässerungssystem – Firma Sevenfields, Bern

Kategorie „Paraphernalia“: Jilter Glas-Pipe – Firma Jurop AG, Thun

Kategorie „Nature“: Hemp Skate Deck – TH3 Growing Project

Kategorie „Nicest stand“: Nr. 23 – Holos GmbH

 

Fotos der Sieger 

Eine Antwort auf „Cannatrade 2014

  1. Sebastian

    Zitat.“… wobei besonders viele Produkte ins Auge fielen, die von Schweizer Firmen besser kopiert werden, als das in China produzierte Original.“
    Gib es da auch Beispiele?

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