Freitag, 3. Oktober 2014

Kleine Kläffer ohne Hanfpflanzen

Junge Liberale labern, während andere handeln

 

Eine Philips Son-T 250 W @work
Was fehlt hier? *

 

Die Jungen Liberalen (JuLis) melden sich seit einem Viertel Jahrhundert immer mal wieder zu Wort, wenn es um die Re-Legalisierung von Cannabis geht. Angefangen bei der „Kein Knast für Hasch„-Kampagne in den 1980er Jahren über die vom späteren Gesundheitsminister Bahr ins Leben gerufene „Lieber bekifft ficken als besoffen Auto fahren“ -Kampagne bis hin zu Martin Lindners TV-Joint hat es der Nachwuchs der vom Wahlvolk zur Splitterpartei degradierten Partei bis heute nicht geschafft, die Cannabis feindliche Haltung der Mutterpartei zu beeinflussen. Die FDP ist selbst jetzt, wo sie nichts mehr zu verlieren hat, nicht zu einer Evidenz basierten Diskussion bereit.

 

Da hilft es auch wenig, wenn sich der bayrische Landesverband der Julis mal wieder für eine Liberalisierung plädiert:
Es ist kein Geheimnis, dass Cannabis seit den 68ern mitten in unserer Gesellschaft angekommen ist. Der Konsum von Alkohol, Medikamenten und Tabak ist gesetzlich schon lange legal und sozial akzeptiert. Cannabis auszuschließen ist scheinheilig. Für uns heißt verantwortungsvolle und freiheitliche Drogenpolitik Aufklärung und Eigenverantwortung statt Verbot und Strafe. […]. „Scheinliberalismus mit einer Cannabispflanze als Dekoration in Videos geht uns nicht weit genug. Cannabis muss endlich gesetzlich legalisiert werden. Der Staat sollte nicht einfach sagen „Du darfst nicht“ sondern aufklären. Das funktioniert doch bei Alkohol auch,“ erklärt Sabrina Böcking (28), Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Bayern.

 

Man kann Herrn Özdemir sicher vorwerfen, sich in den vergangenen Jahren nicht eindeutig genug positioniert zu haben, doch das hat sich spätestens 2011 geändert, hatte er doch von der Icebucket-Challange Klartext geredet. Aber was bitte schön haben denn die Jungen Liberalen in Bayern oder Frau Böcking gemacht? Özdemir getoppt und sich mit zwei Pflanzen oder besser gleich einer befüllten Growbox ablichten lassen? Einen Joint in der Öffentlichkeit geraucht? Oder wenigstens mal eine „Smoke-In“ veranstaltet? Vielleicht mal ein paar Euro für die Legalisierung locker gemacht? Nee, nichts davon. Haben wir da irgendwelche Heldentaten übersehen oder sind die warmen Worte der Pressemitteilung gar alles, was man von den Julis wieder mal erwarten kann? Wie wäre es denn, auch mal politischen Mut zu zeigen und noch ein wenig mehr zu riskieren als der Cem – wenn man ihn schon wegen der Pflanze disst. Unser Vorschlag wäre ein Cannabis Social Club in den „JuLi“ Räumen der Münchner Parteizentrale, wobei sich der gesamte Vorstand selbst als Gärtner anstellt. Das wäre kein Scheinliberalismus, alles andere ist Kalter Kaffee.

 

* Ein paar mutige Junge Liberale vor den Pflanzen

4 Antworten auf „Kleine Kläffer ohne Hanfpflanzen

  1. Danydanone

    Irgendwie tut mir das leid hier, weil zwei drei Aktivisten was drehen wollen.

    Was mir im Artikel auffällt, ist, dass ein Politiker um seine Immunität bangen muss, weil er extremer sein soll.

    Und einen Artikel vor diesem hier, wartet folgendes Posting auf die Freigabe:


    Greenthumb up!

    Und vergesst nicht Flagge zu zeigen! http://www.ebay.de/itm/T-Shirt-Canabis-Dobe-Bob-Marley-Hanf-Hanfblatt-Marihuana-True-Love-Kult-bedruckt-/111420858622?pt=DE_Herren_T_Shirts&var=&hash=item19f13360fe

    Bis zu den Eisheilligen ist ja noch etwas Zeit.

    Dort wo man sich überwinden muss hinzugehen; wo viel Licht ankommt, kaum Zugangsspuren sichtbar sind usw. wird man den richtigen Spot finden.

    Streut kein Schneckenkorn, sondern überlegt euch was anderes – sowas zum Beispiel – http://www.ebay.de/itm/Schneckenzaun-Schneckenabwehr-ohne-Schneckenkorn-Garten-Salat-Schnecken-1a-/271531948939?pt=LH_DefaultDomain_77&hash=item3f3890bb8b

    Automatics lassen sich hervorragend in Töpfen züchten, die für ungeduldige Anfänger der Megahammer sind. No doubt.

    Top!

    http://s7.directupload.net/images/140905/94vqi4r8.jpg

    Dein Kommentar muss freigeschaltet werden.“

  2. Jemand

    Die Meinung von Ötzdemir hat sich geändert ?! Ihr glaubt ja echt jeden Scheiss den euch dieses verlogene Dreckspack von Politikern vorsetzt! Unfassbar…

  3. Sabrina Böcking

    Liebe Cannabis-Freunde,

    Was bringt es denn, wenn ich als politisches Statement einen Joint in der Öffentlichkeit rauche? Oder mich Özdemir-Style mit Pflanzen ablichten lasse? Das ist reiner symbolischer Aktionismus und ein bißchen ziviler Ungehorsam. Geil, um ein Zeichen zu setzen und in die Presse zu kommen.

    Wir haben als politische Jugendorganisation den Weg gewählt, den wir immer gehen, um etwas ernsthaft auf den Weg zu bringen: wir haben die Forderung nach der Legalisierung bei der FDP in Bayern durchgesetzt. Es ist jetzt eine offizielle Forderung der FDP Bayern. Der nächste Schritt ist die Durchsetzung bei der Bundespartei. Und wenn sich die FDP dann als Partei klar für die Legalisierung positioniert iat das ein stärkeres politisches Zeichen als jeder öffentlich gerauchte Joint. Ob diese Forderung dann auch mal.Realität wird weiß man natürlich nicht, aber sie erhöht allgemein den Druck auf die Politik. Cannabis-Legalisierung ist kein Nischenthema für Kiffer, sondern eine gesamtgesellschaftliche Frage, das wird derzeit immer deutlicher. Also hetzt doch hier nicht gegen Leute, die sich darum bemühen, auf ihre Weise daran mitzuwirken. Erhöhen wir lieber gemeinsam den Druck von allen Seiten, das erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit.

  4. Marek Petric

    Sollte man nicht eigentlich glücklich sein, wenn mehr politische Organisationen sich für die Legalisierung einsetzen? Wenn ich den Artikrl des Journals lese, kommt es mir eher so vor, dass der Autor nur FDP und Liberal liest und sofort sein Beißreflex einsetzt.
    Wir brauchen mehr Mitstreiter in dieser Sache und nicht nur medienwirksame Nutzlos-Aktionen wie im Artikel beschrieben. Da darf dann auch die Parteifarbe keine Rolle spielen. Ich finde es gut, dass Frau Böcking und die JuLis die Legalisierung vorantreiben wollen. Dafür ist in Parteien ein langer Atem notwendig, und wir alle, auch der Autor des Artikels, sollten das lieber unterstützen als es ins Lächerliche zu ziehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.