Freitag, 19. September 2014

Legalisierung in Colorado hat Jugendliche nicht zum Kiffen verleitet

Neue Studien zum Cannabiskonsum in Frankfurt/Main und Colorado

 

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Dr. Bernd Werse

 

Das renommierte Betty Ford Center hat gestern eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Cannabiskonsum von Jugendlichen in den USA beschäftigt. Eine der Haupterkenntnisse der Studie besagt, dass der Cannabis-Konsum von Jugendlichen durch die Legalisierung in Colorado nicht zugenommen hat. Er liegt, genau wie all die Jahre zuvor, etwas über dem US-Durchschnitt, grundsätzlich liege er in Colorado aber nicht über dem in anderen Bundesstaaten. Zudem stellt die Studie fest, dass:

 

Der Einfluss der Eltern auf den Konsum der 18-25-jährigen Sprösslinge recht hoch ist. Bei 75% der kiffenden Eltern hatte der Nachwuchs bereits Erfahrung mit Cannabis.

 

Über 60% der Befragten waren der Meinung, Cannabis mache nicht abhängig und schädige das Gehirn nicht.

 

10% der Befragten gaben an, täglich stoned Auto zu fahren und zur Schule zu gehen.

 

 

Deutschland: Das Einstiegsalter und der Cannabis-Konsum steigen

 

Bei uns scheint der Cannabiskonsum leicht zuzunehmen. Dr.Bernd Werse vom Centre For Drug Research hat eine Studie veröffentlicht, der zufolge der Drogenkonsum insgesamt unter 15- bis 18-Jährigen Jugendlichen rückläufig sei. Auch das Einstiegsalter beim Erstkonsum steige, allerdings werde insgesamt mehr gekifft.

 

 

 

Von den 1500  Befragten aus dem Frankfurter Raum  trinke nur jede/r Zwölfte mindestens zehn Mal im Monat Alkohol, nur knappe 15% rauchen regelmäßig Zigaretten. In einer Vergleichsstudie von 2002 hatten die Befragten zudem früher mit dem Konsum legaler sowie illegalisierter Drogen begonnen. Über ein Viertel (28 Prozent) nehmen auch mal vier Wochen lang gar keine Drogen, nur zehn Prozent sind total abstinent. Cannabis hingegen scheint immer populärer zu werden, 42 Prozent der Befragten hatten bereits Erfahrung mit Cannabisprodukten, was einen leichten Anstieg bedeutet. 20 Prozent der 15 bis 18-Jährigen konsumieren einmal im Monat Cannabis, drei Prozent kiffen täglich. Chrystal Meth ist entgegen der Horror-Meldungen aus Funk und Fernsehen noch unbeliebter als Heroin und die Frankfurter Jugendlichen „ließen die Finger davon“, so Werse.

5 Antworten auf „Legalisierung in Colorado hat Jugendliche nicht zum Kiffen verleitet

  1. Christian Kandesbunzler

    Na Hallo! Also ich bin ein echt altes Kapitel in der Hanf Liebhaberei. Gut in der Lage Vater und Großvater einiger hier zu sein möchte ich als Statement erstmal und vor allen Dingen eins los werden, Ihr als Hanf Journal macht wirklich einen großartigen Job. Eure Videos sind animierend, eure gesammelten Informationen fundamental. War es echt anzunehmen dass die Legalisierung zu einer Zunahme des Konsums bei Jugendlichen führt? Na woher denn bitte? Man bekommt auch im restriktiven Deutschland Cannabis in verschiedenster Form und Qualität mit einem Einsatz von 0,5 bis 2 Stunden bei Bedarf zu nahezu jeder Tages und auch fast eben solcher Nachtzeit. Ich habe schon in den achtziger und neunziger Jahren für mich und meine Lieben diverses an Cannabis in höchster Qualität angebaut (gemessen an den damaligen Standards). Wenn jetzt der Konsum und eventuell sogar der Anbau von einem schönen Gras zum Eigenverbrauch erlaubt werden sollte, wär ich sofort wieder an Bord. Aber was heißt das für den Konsum von Jugendlichen? Ist der Affekt eines neuen I-Phones weniger reizvoll weil man sich drei Hanfpflanzen zuhause hochziehen kann? Viel eher wächst doch der Querverweis, wer Hanf anbauen kann ist vielleicht auch in der Lage, bei seiner Oma mit geilen Tomaten oder tollen Gurken anzugeben. Na klar kann der THC Konsum im Gehirn eines unausgewachsenen Gehirnes unvorhersehbare Folgen haben. Kann THC Konsum zu latenten Psychosen führen? Logisch! Na umso eher ist es doch unabdingbar dass eine qualifizierte Klientel sowie die ebensolchen Rahmenbedingungen im Umgang mit dieser alten Kulturpflanze geschaffen werden. Aufklärung tut Not. Keine Strafen!

  2. Martin

    Ich muss meinem Vorredner absolut zustimmen! Hinzufügen möchte ich, was mich vor allem an der jetzigen, meiner Meinung nach etwas anmaßenden Gesetzeslage fürchterlich stört:
    Erwachsenen, mündigen Menschen wird untersagt, über sich selbst zu bestimmen – obgleich sie lediglich etwas tun, womit sie niemandem schaden, ausser vielleicht sich selbst – mit so nett formulierten Begründungen, wie „Wir müssen die Bürger vor sich selbst schützen“. Das ist nicht nur anmaßend, sondern auch eine klare Bevormundung. In meinen Augen hat das mit Demokratie nichts mehr zu tun, wenn man so Willkürlich in seinem Selbstbestimmungsrecht beschnitten wird! Recht auf Rausch hin oder her.

    Zudem werden immer mehr Fakten offenbart, die FÜR eine Legalisierung sprechen, welche aber von Frau Mortler stets schallplattensprungartig mit dem gleichen Satz abgetan werden: „Eine Legalisierung wäre ein falsches Signal….“. Ich glaube ja eher, dass weder sie, noch sonst jemand von den konservativen die Verantwortung für eine Freigabe übernehmen will. Dabei hat die Legalisierung von Cannabis in mittlerweile vielen Ländern der Erde längstens bewiesen, dass die vielen Vorteile gegenüber den wenigen Nachteilen bei weitem überwiegen. Aber vielleicht deutet die etwas engstirnig wirkende Argumentation der jetzigen Regierung auch auf ganz andere Gründe hin, welche man uns nur nicht mitteilen möchte. Ich habe kürzlich gelesen, dass es da wohl auch nur wieder um irgendwelche fragwürdigen Absprachen und Verträge mit irgendwelchen Lobbyisten gehen soll. Wundern würde es mich auch nicht wirklich. Es ist ja oft so, dass nicht wirklich die Regierenden die Zügel in den Händen halten, sondern viele andere mächtige Interessengruppen – die Lobbyisten -, auf deren Rückhalt die Regierung aus welchen Gründen auch immer angewiesen ist. Um ehrlich zu sein, hat das für mich einen ziemlich unschönen Beigeschmack!

  3. wibbbel

    Ich muss den Klugscheißer geben: Es gibt bisher keine Beweise dass Cannabis Psychosen auslöst. Vielmehr steht der Verdacht im Raum, dass Menschen mit einer Psychose zu Cannabis greifen um ihre Psychose zu lindern. Alles eine Frage der Kausalität.

    Soweit ich mich erinnere habe ich das auf Wikipedia gelesen. Ich bin mir sogar ganz sicher, es dort gelesen zu haben. Hab aber jetzt keine Lust es zu suchen. Einfach selber lesen.

    Also, lasst euch das Argument der Cannabisgegner nicht einfach gefallen.

  4. Snowblind

    Also ich denke, dass die USA dem Rest der Welt erst erlaubt Cannabis zu legalisieren, wenn ihr Hanf-Wirtschaftszweig stark genug ist um eben diesen Markt profitabel abzugrasen wie eine saftige Weide.

    Vorher wird sich da absolut nichts tun. Egal welche Anstrengungen man unternimmt.
    Die Macht ging noch nie vom Volke aus.
    Eine Volksabstimmung würde nie 49% überschreiten, selbst wenn die Mehrheit der Bevölkerung dafür ist trotz eventueller Panikmache. Man manipuliert dann einfach die Wahlen und damit wieder die Menschen, weil diese so sozial sind und zum Wohle der angeblichen Mehrheit resignieren.

    Und da die Lobby der Pharmakonzerne in Deutschland ziemlich stark vertreten ist, wird hier sowieso nix passieren, außer die Amis zwingen uns noch.

  5. Maier

    Ich habe gehört das einige Veteranen aus diversen Kriegen die an PTBS leiden öfter mal zur Bonggreifen. Ich muss sagen ich bin ein ganz neuer Mensch geworden, dadurch! Sogar Sesshaft und fest in meinem Berufsleben verankert. Ich bin für die gänzliche Legalisierung in Deutschland!

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