Sonntag, 6. Juli 2014

Gute Erträge erfordern Liebe zum Detail

„Mühe allein genügt nicht“

Autor: Kimo

 

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Als Fachkraft eines Growshops hört man Kunden über Dinge reden, die eigentlich gar nicht in einen solchen gehören und die sich sehr oft um das Thema Ertrag drehen.
„Wie war die Ernte?“ „Ganz erträglich, ich habe Dinachem auf Hydro gegrowt und bei 12 Pflanzen und zehn Tagen Anwuchsphase so um die 0,8 Gramm pro Watt geerntet. Beim nächsten Durchgang ich mal den XY-Booster, vielleicht reicht es ja dann endlich für mein Gramm pro Watt“.
Diese „Ein Gramm pro Watt“ Regel hat sich bei Insidern, auch dank zahlreicher Grow-Berichte deutscher Hanfmagazine, als Maßstab für Effizienz beim Pflanzenanbau unter Kunstlicht, bei vielen illegalisierten Heimgärtnern durchgesetzt. Dabei sollte man diese Formel aber nicht zu dogmatisch behandeln, denn die Ertragsmenge hängt nicht nur von der Sorte und der verbrauchten Energiemenge ab, sondern auch von Faktoren wie
 

• dem (freiwillig oder unfreiwillig) gewählten Phänotypen der angebauten Sorte
• der Größe/Vitalität der Stecklinge/Sämlinge
• der An- und Vorwuchszeit
• der Wasserqualität
• der Nährstoffzufuhr
 

um nur die wichtigsten zu nennen.
 

In Prag konnten die Fachverkäufer/innen in den Growshops bis vor wenigen Monaten noch unverkrampft und offen über Hanfanbau sprechen. Zufällig hatte ich mich noch kurz vor dem großem Growshopbusting* nach Prag begeben, um mich mit Milan** zu treffen. Milan arbeitet seit vielen Jahren in einem Prager Growshop und hat mich dazu bewegt, das Thema „maximaler Ertrag“ mal aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Milan verfügt aufgrund seiner Erfahrung und seiner ertragreichen Ernten in der Prager Growerszene bereits über die Stellung einer Legende. Dank der liberalen Gesetzeslage dort und aufgrund oder auch trotz seiner exponierten Stellung im Growshop kann Milan ziemlich ungeniert einen kleinen Growschrank in seiner winzigen Wohnung in der Innenstadt betreiben.
 

Prager Frühling unter Kunstlicht
 

In der Moldau-Metropole wird schnell klar, dass der illegalisierte Grasanbau @home immer noch ein wenig lockerer gesehen wird, als in den meisten Nachbarländern. Während meines Besuchs dachte Milan nicht im Traum daran, die Vorhänge zuzuziehen, während er seine reifenden Damen versorgte, so dass die künstliche Sonne nicht nur während meiner Fotosession für alle Nachbarn sichtbar war. (Doch seit der Aktion im vergangenen Jahr macht auch Milan die Schotten dicht, wenn er seine Ladys versorgt.)
 

Skunk #1 2011
Skunk #1 2011

 

Bevor er mir seine Blütenpracht präsentiert, möchte ich ein wenig genauer wissen, wie sich Milan seinen Ruf als „Dr.Green Thumb“ Prags erarbeitet hat. Angefangen hat alles zu „Ost-Zeiten“, indem er aus Vogelfutter ein paar Samen aussortiert und Outdoor angebaut hatte. Getörnt hat es schon, aber man musste auch eine ganze Menge rauchen. Auf diese Weise hat Milan erst einmal ein paar Jahre lang Outdoor-Erfahrung gesammelt. Mit der Wende gab es dann auch bessere Samen, wodurch die Qualität des tschechischen Outdoor-Grases rapide anstieg. Als Ende der 1990er Jahre die allerersten Growshops in Prag eröffneten, war Milan einer der ersten Kunden und bald darauf stand er nicht mehr vor, sondern hinter der Theke seines Stammladens. Cannabisanbau im kleinen Rahmen wird nicht erst seit der gesetzlichen Liberalisierung toleriert, auch vorher wurden ein paar Pflanzen im Garten oder eine kleine Growecke in der Wohnung nicht wirklich als Problem angesehen. 2001 hat Milan sich mit einer 150 Watt Armatur und unzureichendem Equipment ausgestattet, um so ganze 30 Gramm Hanfblüten mittlerer Qualität aus Samenpflanzen zu ernten. Das neue Hobby hatte so eine erste Enttäuschung und alsdann regelmäßige Besuche im Growshop zur Folge.
Beim ersten fachgerecht ausgestatteten Setup hatte Milan sich dann für eine 400 Watt-Lampe in einer selbst gebauten Box entschieden. Über den Shop besorgte er sich englische Literatur über verschiedene Kultur-Methoden und allerlei Techniken, weil es die in seiner Muttersprache damals noch gar nicht gab. Langsam dämmerte ihm, dass ein Hobby wie die Cannabiszucht mehr ist, als lediglich ein paar Pflänzchen im Garten zu gießen, so wie er es all die Jahre im Garten oder bei seiner Low-Budget Lampe gehalten hatte. Seine neue Box mit einem Quadratmeter Grundfläche bestand aus einer 400 Watt Armatur mit einem günstigen Reflektor, einem kleinen Tischventilator und dem wohl kleinsten Aktivkohlefilter mit Lüfter, den man damals bekommen konnte. Nach ein paar erfolgreichen Durchgängen fand Milan, dass die Zucht aus Samen zu aufwendig war. Dank seiner erwähnten Belesenheit in Sachen Hanfanbau hat er sich schon ziemlich früh für eine kleine Mutterbox (80 x 40 x 80 cm) entschieden und versorgt sich so seitdem selbst mit Stecklingen. Auch die Selektion aus regulärem Saatgut übernimmt er seitdem selbst, wobei hier die Hilfe von Freunden absolut notwendig ist, weil sein Platz begrenzt ist. Er bittet, im Rahmen seiner Feldversuche, immer wieder Freunde oder Bekannte, mal einen neuen Phänotypen oder eine ganz neue Sorte auszuprobieren, um ihm dann nach ein paar Wochen ihr Feedback in Form einer netten Blüte zurück zu geben. „Meine erste Mutterpflanze war eine einfache Hashplant, mit der ich die ersten guten Erfolge feiern konnte. Mit meinen eigenen Stecklingen bin ich auf 250 Gramm Weed gekommen, was, verglichen mit den 30 Gramm unter der 150 Watt Lampe, für mich ein Quantensprung ist.“
 

Dicke Hose = Fette Buds?

 

Hashplant 2012
Hashplant 2012

 

Anfangs war unser Prager Freund begeistert und mehr als zufrieden über die Ergebnisse seines Indoor-Adventures, mit der Zeit und vor allen Dingen durch seine Tätigkeit im Growshop wurde aber immer offensichtlicher, dass er sich noch verbessern konnte. Nicht, dass Milan die Kunden, die mit ihren „Mega-Erträgen“ geprahlt haben, ernst genommen hätte. Entsprächen alle „Grow-G’schichten“, die einer Fachkraft hinter dem Growshoptresen zu Ohren kommen, der Wahrheit, könnte man glauben, einen unterbezahlten Job und zudem keine Ahnung von den eigenen Produkten und deren Einsatzbereichen zu haben. Aber es gab auch immer eine Handvoll ambitionierter Kunden, die die zu dieser Zeit auch für Milan magische 1 Gramm/Watt-Grenze erreicht haben. Die erkennt man allerdings am Fachwissen, nicht an großen Worten. Genau wie im richtigen Leben gilt auch beim Growen: Wer meint, den Größten zu haben, hat’s einfach nur nötig.

 

Also hat Milan seinen Kleinstgarten im Laufe der Jahre immer besser ausgestattet.
 

• Mehr Luftumwälzung durch den Einsatz mehrerer Ventilatoren
 

• Der Standard-Reflektor wurde gegen einen Adjust-a-Wings und einem Cooltube ausgetauscht.
 

• Die Abluftanlage (180mm³/h) wurde gegen eine variable Lüfter/Filter-Kombination (240m³oder wahlweise 360m³/Stunde) ausgetauscht, so dass ein besserer Luftaustausch stattfinden konnte und Milan bei großer Hitze durch die variable Lüfterleistung noch die Frischluftzufuhr erhöhen kann.
 

• Auch beim Dünger stiegen die Ansprüche mit den Jahren: War es anfangs ein Ein-Komponenten Dünger und lediglich einen Phosphorzusatz (Hesi),schwört Milan seit einiger zeit auf einen Drei-Komponenten Dünger (GHE) und gibt ab und zu noch ein paar Kleinigkeiten wie Trichoderma, nützliche Bakterien und Blühstimulator mit ins Gießwasser.
 

• Prag hat sehr hartes und salzhaltiges Wasser, was Milan erst bemerkt hat, als er anfing, die Werte der Nährlösung zu messen. Zuerst den Ec-Wert, damit er sich nicht mehr nach den relativ ungenauen Angaben auf der Flasche richten musste. Später auch den pH-Wert, damit der Dünger auch verwertet werden kann. Weil das Prager Wasser zum Hanfanbau suboptimal ist, hat er das ganze noch um eine kleine Osmoseanlage erweitert. Anfangs habe er als Naturbursche das Messen des Gießwassers nicht ernst genommen, aber mittlerweile ist auch Milan aufgrund ihrer Ertrags steigernden Wirkung ein Freund guter, verlässlicher Messgeräte.
 

• Zudem hat er sich im Laufe der Jahre kleine Gimmicks, wie einen Klimaregler, ein elektronisches Vorschaltgerät, Heizmatten für die Stecklinge und eine kleine, mobile Trockenkammer gegönnt.
 

• Auch beim Medium ist er ein paar Mal umgestiegen, hatte Milan beim ersten Grow noch Baumarkt-Erde gekauft, sollte es später die übliche Growhop-Qualität sein, bevor er auf Kokos gekommen ist. Anfangs pur, jetzt als Kokos-Perlite-Gemisch (80:20 Mischverhältnis), welches ausreichend Luft an die Wurzel lässt und trotzdem die Nährlösung auch zwei bis drei Tage speichert.

 

Kurze Ausflüge ins Hydroponische hat unserer Prager Gärtner mit so viel Lehrgeld bezahlt, dass er schnell wieder auf Altbewährtes zurückgegriffen hat. Schuld sei er selbst gewesen, auf Details wolle er nicht eingehen.
 

Die stetige Ertragssteigerung, die Folge von Aus- und Umbau seiner Box war, erstreckte sich über drei oder vier Jahre. Danach war Milan an eine Grenze von ungefähr 330 Gramm pro Ernte gestoßen, hatte schon viele Sorten durch getestet und fleißig gute Phänotypen selektiert, gute und nicht so gute Ernten eingefahren, ohne die „Ein Gramm pro Watt“ Grenze erreicht zu haben.

 

Ist SOG schuld?

 

Milan hatte aber schon Räume bestaunt, die diese Schallgrenze locker erreicht hatten und sich entschlossen, seine Technik zu wechseln. Hatte er bislang immer einen Sea of Green (SOG) angestrebt, also die Ladys schon kurz nach der Bewurzelungsphase in die Blüte geschickt, wie es in seinem mittlerweile 11 Jahren alten Buch stand, sollten es beim nächsten Durchgang weniger werden. Bislang hatte er auf einem Quadratmeter 25 Pflanzen stehen, die bei circa 15 Zentimeter Größe in die Blüte geschickt wurden. Ein befreundeter Grower riet, den Nachwuchs erst bei einer Größe von 25 – 30 Zentimetern in den Blüteraum zu stellen, dafür jedoch nur 18 Damen erblühen zu lassen. Schließlich koste dies Milan in der Mutterkammer nicht mal extra Strom. Trotz anfänglicher Skepsis, seine altbewährte SOG-Methode aufzugeben, tat er wie ihm geheißen, und ließ die Skunk#1-Babys zwei Wochen länger vorwachsen als üblich. Das hatte gleich zwei Vorteile: Zum einen wurden die Internodien kompakt und schön kurz, zum anderen hatte Milan eine größere Auswahl bei den vorbereiteten Stecklingen. Jetzt konnte er die schönsten 18 von 30 anstatt die besten 25 für die Blüte auswählen. Fast 30 Zentimeter groß ging es in 6-Liter Töpfe und nach einem Tag Akklimatisationszeit in der Blütekammer bei 18 Stunden Licht wurde Zeitschaltuhr auf 12 Stunden Beleuchtung umgestellt und so die Blüte eingeleitet. Kräftige Wurzeln und Milans Pflege ließen die Hanfdamen förmlich explodieren und so legten sie innerhalb von drei Wochen fast einen ganzen Meter an Höhe zu. Bei den Sea of Green Grows war bei der gleichen Sorte bei einer Größe von 80-90 Zentimetern Schluss. Die 18 Mädels hatten zum Ende des Längenwachstums eine Größe von über einem Meter erreicht, so dass mein Gastgeber trotz des Cooltubes fast schon Probleme hatte, den notwendigen Lampenabstand einzuhalten, um die Spitzen nicht zu verbrennen…
Ansonsten lief alles wie gehabt und neun Wochen später hatte Milan sein lang ersehntes Ziel endlich erreicht: 412 Gramm unter einer 400 Watt Lampe und somit die 1 Gramm/Watt Grenze sogar ein wenig übertroffen.

 

Man lernt nie aus

 

Im Forum hat Milan dann den ganzen Durchgang porträtiert, woraufhin ein Urgestein der Grow-Community eine unerwartete Antwort postete: „Deine Rechnung in Gramm pro Watt ist nicht ganz nachvollziehbar. Wenn ich deine aktuellen Ergebnisse mit deinen vorherigen vergleiche, ist der Unterschied doch gar nicht so groß: Du hast vorher 330 Gramm geerntet und dafür insgesamt 60-70 Tage gebraucht.
Jetzt hast Du innerhalb von 80-90 Tagen gute 400 Gramm geerntet, was auch ungefähr 5,5 Gramm pro Tag entspricht. Aber immerhin hat die längere Wuchszeit der Steckis keinen extra Strom gekostet, was die ganze Sache doch ganz ökonomisch macht.
Milan musste eingestehen, das „Gramm pro Watt“-Ding nicht aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet zu haben, war aber ob seines erreichten Ziels so glücklich, dass er seitdem immer so arbeitet. Die Stecklinge brauchen zwar fast fünf Wochen, bis sie in 10 x 10 cm Töpfen 30 Zentimeter erreicht haben, dafür sind Wurzelwerk und Internodien jedoch optimal für die Blüte vorbereitet.
Seitdem muss er das Schneiden der Steckis sorgfältig vorplanen und die Mutter bereits beschneiden, wenn der aktuelle Grow in der zweiten oder dritten Blütewoche ist. Die Babys wurzeln dann innerhalb von 10-14 Tagen an und brauchen und nochmal gute drei Wochen, um groß genug für Milans hohe Ansprüche zu sein. Da die Ladys auch nur 60 Tage lang eine eigene Lichtquelle benötigen, hat er dem Kollegen geantwortet, dass seine ein Gramm pro Watt Rechnung trotzdem stimme und er über 7 Gramm am Tag ernte. Sei’s drum, Milan…

 

Gleichbleibend hohe Erträge

Jack Flash 2013
Jack Flash 2013

 

Im Herbst 2013, kann der Growshopper aus Leidenschaft auf eine 20 jährige Growerkarriere zurückblicken, seine Outdoorerfahrungen der 1990er Jahre mit eingerechnet. Anfang 2013 ist er auf eine neue Sorte umgestiegen: Er zeigt mir seine vegetative Kammer mit einer kräftigen Jack Flash Mutterpflanze, weil er seit seinen ersten Erfahrungen mit der Hashplant auf alte Sensi Seeds Genetik stehe. Nicht ohne Stolz präsentiert er mir die gesunden Triebe der grasgrünen Stecklinge, die, geschützt von ihrer Mutter, gerade Wurzeln schlagen. Milan und ich glauben, dass die Jack Flash eine der besten Kompromisse zwischen „Kommerz-Strains“ und „ Leckerchen“ ist. Sein Phänotyp produziert innerhalb von 60-65 Tagen viel Masse und dicke Buds. Geschmack, Aroma und das High tendieren trotz der dicken Topbuds allerdings in die Sativa-Richtung, kurzum: Sie macht high, aber nicht so platt und hat einen guten Ertrag.
Ganz nebenbei kümmert sich Milan noch um den kleinen Schrank seiner Lebensgefährtin, in dem er auch mal eine neue Sorte oder neue Hardware selbst ausprobieren kann, bevor er daraus eine Mutter selektiert oder neues Equipment einbaut. Milan nutzt die Box seiner Freundin mit einer kleinen 250 Watt-Lampe als Spielwiese zum Austesten neuer Sorten. So kann er in der eigenen Kammer immer gleichbleibend gute Erträge erzielen. Hat er eine neue Sorte auf der Wunschliste, kann er sie selbst austesten oder einem befreundeten Gärtner zum Ausprobieren geben. Deshalb ist bei Milan regelmäßig Strainwechsel angesagt, mehrere Sorten in einem Durchgang hingegen mag er nicht. Geht beim Testen mal was schief, kann seine Freundin eine nicht ganz optimale Ernte besser verkraften als er selbst. Die raucht einfacher weniger.
Zur Zeit meines Besuchs standen in Milans Kammer 18 Jack Flashs kurz vor der Ernte. In Sachen Boxenhöhe sind die hoch gewachsenen Damen fast an die Grenzen gestoßen. Deshalb musste Milan gegen Ende der Blüte die größten Ladys, die zu nah an die Lichtquelle wuchsen und so zu verbrennen drohten, mithilfe des Stütznetzes vorsichtig nach unten biegen. Das Netz war aufgrund der wirklich fetten Tops auch notwendig, Milan hatte ursprünglich zwei Phänotypen des bewährten Strains. Eine bildete relativ kleine Blüten, hatte dafür aber ein fast nussiges Aroma und extrem harzige Blüten. Phänotyp Nummer zwei bildete riesige Topbuds aus, dafür waren Aroma und Kristallbesatz nicht ganz so intensiv. Unser Prager Grower entschied sich für den ertragreicheren Phänotypen, von dem ich 16 gesunde Exemplare in voller Pracht erleben durfte. Doch auch diese Varietät roch extrem fruchtig sowie leicht nussig und sehr narkotisch. Milan meint zum Abschluss noch, dass er diesen Phänotypen auch behalten habe, weil er hier wieder sein geliebtes Gramm pro Watt ergärtnert. Zu meinem Leidwesen bin im während des Besuch in der Moldau-Metropole nicht mehr in den Genuss der Verkostung der fast fertigen Buds gekommen, dafür war die Hashplant-Tüte aus Milans Zauberdose, die wir uns vor meinem Abflug großzügig gegönnt haben, sehr aromatisch und fast schon umwerfend. Die Kreuzung aus Jack Flash und White Widdow hat sich zwar als sehr harzreich und ertragreich erwiesen doch Milan war noch unschlüssig, ob er 2014 mit der Jack Flash als Mutterpfanze weitermachen sollte oder sich eine neue Mama aus der genialen Haze-Genetik seines Bekannten ziehen sollte. Geplant sei eventuell eine Lemon Haze, die gerade bei einem seiner zahlreichen Mit-Gärtner zum Testen steht, ich werde es bei meinem nächsten Besuch sicher in Erfahrung bringen.

 

‚Vier Ernten von März bis Dezember, über ein Gramm pro Watt, eine Mutterpflanze, deren Beleuchtung auch für die Eigenversorgung mit Stecklingen reicht, das sei doch was für die Hanf Journal -Leser‘, meint mein Fremdenführer, der mir während meines dreitägigen Aufenthalts nebenbei noch ein mir unbekannte Ecken seiner Stadt gezeigt hat, zum Abschied. Den Bud, den ich meinen guerilla growing Redakteuren mitbringen soll, lasse ich aufgrund der zahlreichen Kontrollen, die es an im Deutsch-Tschechischen Grenzgebiet seit ein paar Jahren wieder gibt, widerwillig liegen. Obwohl ich ja meinen Kollegen in der Heimat gerne gutes niederländisches Indoor-Gras aus Tschechien kredenzt hätte.
 

Ihr wisst ja: Nur schauen, nicht nachmachen, denn der Anbau von Hanf ist in Deutschland streng verboten. Es sei denn, ihr wohnt in einem Land, in dem der Anbau von Hanf liberaler als in Deutschland geregelt ist.

 

*Im Oktober 2013 sowie in den Folgemonaten wurden zahlreiche Growshops in der Tschechischen Republik von der Polizei durchsucht. Einige, bei deren Mitarbeiter oder Besitzer Gras gefunden wurde, mussten ganz schließen. Grundlage für die repressiven Maßnahmen war und ist das „Gesetz zur Verhinderung der Verbreitung von Toxikomanie“.
Das Gesetz ist sehr schwammig formuliert, Fakt ist jedoch, dass die Shops seitdem Hanfsamen, Anbau-Literatur sowie Hanfmagazine aus dem Sortiment genommen haben.

 

**Name von der Redaktion geändert

 

4 Antworten auf „Gute Erträge erfordern Liebe zum Detail

  1. 420

    Diese Geschichte wurde schon mal geschrieben. Mal was neues machen wäre cool!

  2. Dr. Bong

    Mal redigieren wäre auch schön – sind schon eine Menge Fehler drin…

  3. Lukas

    Wow! Des nenne ich mal eine gute Übersicht und vor allem gut geschrieben. Daumen hoch! Ein wiklich schön zu lesender Artikel auch für erfahrene Grower 🙂

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