Freitag, 27. Juni 2014

History of Cannabis, a Forbidden Plant

Erste Ausstellung über Cannabis in Brasilien
 
History of Cannabis, a Forbidden Plant
 

Neben der von den Mainstream-Medien propagierten Euphorie zur WM, vernahm man aus Brasilien auch immer wieder Berichte über Festnahmen und regelrechte Säuberungen, die im vergeblichen Kampf gegen Cannabis und andere illegale Drogen durchgeführt wurden. Doch es gibt  immerhin auch etwas Positives zum Thema Cannabis in Brasilien zu berichten.
Das Matilha Cultural in São Paulo und das Hash Marihuana & Hemp Museum (Amsterdam, Niederlande/Barcelona, Spanien) haben sich zusammengeschlossen, um erstmals eine Ausstellung über die Cannabispflanze in Lateinamerika zu ermöglichen. „History of Cannabis, a Forbidden Plant“ dokumentiert die Geschichte einer besonderen Pflanze.

 

Der Schwerpunkt liegt auf ihren Anwendungsbereichen über die Jahrhunderte hinweg und geht dabei auf die sozialen und kulturellen Entwicklungen bis hin zum Verbot während der letzten hundert Jahre ein. Die Exponate stammen aus der Sammlung des Hash Marihuana & Hemp Museums, die nun erstmals außerhalb von Europa gezeigt wurden. Die Ausstellungsstücke bestehen sowohl aus historischen sowie zeitgenössischen Objekten, aus Bereichen wie Medizin, Landwirtschaft, Handwerk, Textilien und Literatur. Auch hochmoderne Biokunststoffe aus Hanffasern sowie Fotos und Drucke können bestaunt werden. Die Ausstellung gibt auch einen Ausblick auf die Zukunft und zeigt auf, wie die Menschheit zukünftig von Hanf profitieren kann. Allerdings wurde darauf geachtet, dass keiner der Ausstellungsgegenstände THC enthält, um den Einfuhrkriterien Brasiliens zu genügen.
Laut Ben Dronkers, der das Hash Marihuana & Hemp Museum, Sensi Seeds (die älteste und eine der größten Cannabis-Samenbänke in Europa) und HempFlax (eine niederländische Firma, die Hanffasern für industrielle Zwecke anbaut und verarbeitet) gegründet hat, sagt hierzu: „Das Ziel des Museums ist es, die Menschen über die Bedeutung von Hanf, Haschisch und Marihuana zu informieren, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Amsterdamer Coffeeshops, sondern als weltweites Phänomen, sowohl in der Natur als auch in der Kultur. Wir freuen uns riesig, dass uns die Chance geboten wird, den Menschen in Lateinamerika Objekte aus unserer Sammlung zu zeigen und darüber hinaus unser Wissen über Cannabis sowie unsere Wertschätzung für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser außergewöhnlichen Pflanze weiterzugeben.”

 

Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten am 13. Mai 2014 kamen über 600 Gäste und nahmen Wartezeiten in der Schlage von bis zu 40 Minuten in Kauf. Das Interesse der Medien war ebenfalls groß. Neben zahlreichen Internet und Zeitungsberichten, interessierte sich sogar das brasilianische Fernsehen für die Ausstellung. Während der vergangenen Wochen fanden zahlreiche Diskussionsrunden, Filmvorführungen und Lesungen statt, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen zu vertiefen und sich untereinander auszutauschen. Ziel ist es Menschen aufzuklären und die Diskussion über die derzeitigen Cannabis-Gesetze in Gang zu bringen und den Krieg gegen Drogen zu hinterfragen und zu beenden. Der Zeitpunkt ist durchaus günstig, zumal Uruguay in Lateinamerika beispielhaft vorausgeht und auch in den USA allmählich ein Umdenken stattfindet.

 

Die Ausstellung geht noch bis zum 4. Juli. Bereits Anfang Juni haben 3.000 Menschen „History of Cannabis, a Forbidden Plant“ besucht. Die Veranstalter hoffen bis zum Ende 5.000 Menschen in den Räumlichkeiten willkommen zu heißen. Bezeichnend ist, dass unter den Besuchern alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen vertreten sind. Von der jungen Mutter bis zum Rentnerpaar war alles dabei. Viele der Gäste, die an einer der verschiedenen Diskussionsrunden Teil genommen haben, kehrten für andere Veranstaltungen zurück. Aufgrund des enormen Interesses und des positiven Feedbacks haben die Veranstalter nun beschlossen, die Exponate in einer Wanderausstellung in mehreren Städten Brasiliens zu zeigen. Ausstellungen in Buenos Aires und Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, sind ebenfalls geplant. Zukünftig werden also weitere Menschen die Gelegenheit erhalten, Vorurteile abzubauen und ihr Wissen über eine der ältesten Kulturpflanzen zu erweitern.
 

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