Montag, 2. Juni 2014

Musitipp Juni 2014

Ziggy Marley – Fly Rasta

 

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Foto: H’Art

 

Sechs Grammys hat der älteste Sohn von Bob Marley inzwischen gewonnen. Den letzten erhielt er für sein Album „Ziggy Marley in Concert“. Noch bevor er die Trophäe überreich bekam, arbeitete er bereits an dem Nachfolgeralbum „Fly Rasta“, das am 11. April 2014 bei V2 Benelux erschienen ist. Der Titel lässt ein klassisches Reggae Album vermuten, doch der erste Eindruck täuscht. Ziggy Marley hat seine Grenzen neu ausgelotet und Rock, Funk und Soul genauso in seine Songs einfließen lassen wie Pop und Psychedelic. Der Reggae-Offbeat bleibt das verbindende Element und Marley erhält nicht nur von Reggae Legende U-Roy sondern auch von seiner Schwester Cedalla musikalische Unterstützung. Ziggy Marley hat viel vom Talent seines Vaters geerbt und kann als gutes Beispiel für international ausgerichteten, modernen Reggae angeführt werden. Der poppige Unterton mag radikale Reggaefans verstören, doch macht er Marleys Musik einer breiteren Masse zugänglich und trägt Reggae über die ganze Welt.

 

www.hart.de

Foto: H’Art

 

 

 

Helen Kaiser – Green Lake Peace

 

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Foto: Rootodown Records

 

Helen Kaiser hat ein abgeschlossenes Pop- und Jazzgesangsstudium und nutzt dies als Grundstein für ihre Musik, die am besten als elektronischer Songwriter-Pop beschrieben werden kann. Dabei ist es ihr wichtig, die Musik intuitiv zu gestalten und sich auszuprobieren. Ihr Debüt-Album ist eine Verbindung aus ihren eigenen Kompositionen und drei Songs aus ihrem Studio-Projekt „LOOM Night Session“. „Green Lake Peace“ wurde am 21. März 2014 bei Rootdown Records veröffentlicht. Kaisers Sound ist für das Label eher untypisch. Die Brücke wird  geschlagen durch gemeinsame Aufnahmen mit den Produzenten Symbiz und Teka, der auch mit Interpreten wie Maxim, Jaqee oder Ivy Quainoo zusammenarbeitete sowie eine gemeinsame Tour, als Support Act für Maxim, im März. In ihren Songs setzt sie sich mit Trauer, Wut Sehnsucht, aber auch Liebe und Freude auseinander. Ihre sanfte Stimme wird von meist ruhigen und melancholischen, manchmal aber auch kraftvollen Klängen begleitet.

 

www.helenkaiser.com

Foto: Rootodown Records

 

 

Mundwerk-Crew – #logoamstart

 

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Foto: Wilde+Schneider

 

Aus dem südbayrischen Chiemgau hat es die ehemals aus drei Mitgliedern bestehende Mundwerk-Crew seit 2007 nicht nur auf die Bühnen großer Festivals wie dem Chiemsee Reggae Summer oder dem Lunatic Festival geschafft. Bei Support Shows von den Beginnern, Dendemann, Fiva, oder Dynamite Delux konnten die Jungs ordentlich Live-Erfahrung sammeln. Dadurch entstand die Vision einer Live-Band, die die Gründungsmitglieder Touze und Sebaino 2011 in die Tat umgesetzt haben. Die neue Kombo konnte nicht nur die Fans sondern auch das Goethe Institut überzeugen, dass die Band im Mai 2013 auf Russland Tournee schickte. Im gleichen Jahr begann auch die Arbeit am neuen Album „#logoamstart“, welches am 4. April 2014 bei International Bohemia erschienen ist. Die Scheibe wartet mit einem Mix aus Hip Hop/Rap, Funk, Reggae und rockigen Elementen. Die Vokals sind teils kritisch teils selbstironisch, doch in jedem Fall sympathisch und schafft es die Live-Energie der Band einzufangen.

 

www.mundwerk-crew.com

Foto: Wilde+Schneider

 

 

Figub Brazlevič – Ersatzverkehr

 

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Foto: SureShot

 

Ehemals in der Idylle zwischen Donau und Bodensee im Südwesten Deutschlands aufgewachsen, kreiert Produzent Figub Brazlevič, nach Aufenthalten in der Schweiz und Österreich, jetzt seit fünf Jahren Beats von seinem Heimstudio in Berlin-Moabit. Sein aktuelles Projekt war dabei zweifellos eine Herausforderung, ging es doch darum auf einem Remixalbum verschiedenste Styles und Persönlichkeiten zusammen zu bringen. Das Ergebnis sind 19 Hip Hop Tracks gemischt mit Funk und Soul, die in Zusammenarbeit mit 24 MCs und 8 DJs entstanden sind. „Ersatzverkehr“ wurde am 30.05.2014 auf Showdown Records veröffentlicht. Jeder Track stammt von einem anderen Interpreten gerappt auf Deutsch und Englisch. Dennoch entsteht beim Hören nicht der Eindruck es handele sich um ein planloses Zusammenwürfeln. Die Songs von Künstlern wie Shawn The Savage Kid, Sonne Ra, Tufu, Schwesta Ewa, SSIO oder Mortis und Fatoni werden durch Figub Brazlevič verbunden und zu einem gelungen Gesamtwerk vereint.

 

www.showdown.de/Figub-Brazlevic

Foto: SureShot

 

 

DJ Vadim – Dubcatcher

 

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Foto: Ballyhoo Media

 

Waren Reggae, Dub und Dancehall früher untrennbar mit der kleinen Insel Jamaika verbunden, ist Reggae längst zum internationalen Phänomen geworden und inspiriert Künstler aus allen Teilen der Welt. Einer der sich bereits seit den 1990er Jahren der karibischen Musik verschrieben hat, ist ein russischer Einwanderer aus London namens DJ Vadim aka Daddy Vad. Vadim war mit Künstlern wie Fat Freddy’s Drop, Anthony B, Capleton, Macka B oder Collie Budz auf Tour und veröffentlichte über die Jahre zehn Alben. Sein elftes Werk „Dubcatcher“ erscheint am 13. Juni 2014 bei Barely Breaking Even (BBE). DJ Vadims gekonnt ausgearbeiteter Mischung besteht nicht nur aus Dub, Reggae und Dancehall sondern auch aus einer kräftigen Priese Soul, Boogie und Hip Hop, verfeinert mit jeder Menge Bass. Das Album geht durch die verschiedenen Epochen jamaikanischer Musikgeschichte und wird von Künstlern wie Gappy Ranks, Fat Freddy’s Drop, YT, Demolition Man, Jimmy Screech uvm. gefeatured.

 

www.djvadim.com

Foto: Ballyhoo Media

 

 

Shaban – Apto Machinam

 

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Foto: Kreismusik

 

„Apto Machinam“ kann als die Antwort auf die Frage gesehen werden, was passiert wenn ein Theatermusiker (Berlin, Wien, Stuttgart), ein Album aufnimmt. Hannes Gwisdek aka Shaban ist zudem Produzent und Co-MC von Käptn Peng. Auf seiner ersten Solo-Scheibe hat er sich nun die Zeit und den Raum zum Experimentieren genommen und Tracks geschaffen, die keinen Regeln zu folgen scheinen. In seinen abgefahrenen Kompositionen verarbeitet er Klänge von Ostsee Steinen genau so wie da Geräusch einer fallenden Münze und einem Zitat aus dem Filmklassiker „Paul und Paula“. Teilweise kann man Anlehnungen an Drum&Bass und Hip Hop noch heraushören. Manche Passagen haben durch gezupfte Geige, Piano und Tuba durchaus klassische Züge, doch scheint es Shaban eher um das Schaffen einer ganz eigenen Klangwelt auf rein instrumentaler Ebene zu gehen. „Apto Machinam“ wurde am 25 April 2014 bei Kreismusik veröffentlicht. Man muss sich auf das Album einlassen, damit der Groschen fallen kann.

 

www.kreismusik.de

Foto: Kreismusik

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