Donnerstag, 8. Mai 2014

Konten für die Cannabis-Industrie

Colorados neue Richtlinien zum „Cannabis-Banking“

Profit
Stapelt sich in den Shops: Gras-Kohle/ Foto: aranjuez1404 – creative commons.

Trotz der Zusagen aus Washington, legal erwirtschaftete Gelder der Hanf-Industrie annehmen zu dürfen, haben sich die meisten Banken in Colorado weiterhin geweigert, mit Hanf-Fachgeschäften oder Cannabis-Produzenten zusammenzuarbeiten. Die Kreditinstitute begründeten ihre Haltung bislang mit dem Argument, Cannabishandel verstoße immer noch gegen Bundesgesetze und die aktuelle Zusage aus Washington sei zu schwammig.

Die Folgen waren schwer bewaffnete Securitys in den Geschäften sowie viele Komplikationen für die Betreiber beim Zahlungsverkehr. Entweder müssen die Besitzer tricksen, also ihr Geld im Prinzip waschen, um an ein Konto zu kommen. Oder sie begleichen ihre Rechnungen und ihre Steuerschuld mit einer Schubkarre voller Scheine in szenetypischer Stückelung, was nicht nur im Mutterland des Plastikgeldes einem Affront gleich kommt. Colorados Shopbesitzer befürchten, dass früher oder später ein Mensch im Rahmen eines Raubüberfalls sterben wird, weil einfach zu viel Cash unterwegs ist.

Die angespannte Lage könnte sich jetzt bessern. Am Mittwoch signalisierte Gouverneur John Hickenlooper seine Zustimmung zu einem Gesetzentwurf des Senats, der von den Demokraten und einer Mehrheit der Republikaner unterstützt wird. Das neue Gesetz erlaubt den Produzenten und Verkäufern, so genannte „Cooperatives“ zu gründen, die dann als juristische Personen alle Art von Geschäften, darunter auch Bankgeschäfte, tätigen dürfen. Eine „Cooperative“ ist keine herkömmliche Firma, sondern entspricht am ehesten der Rechtsform hiesiger Genossenschaften.

 

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