Freitag, 2. Mai 2014

YAIBA – Ninja Gaiden Z

Z wie „Zombie“

 
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Keiji Inafune ist alten Zockern vor allem durch die Mega Man Reihe bekannt. Aktuell arbeitete der freie Ex- Capcom-Mann für Tecmo Koei an der neusten Ninja Gaiden Entwick­lung, die eine Side-Story zu den be­kannten Ninja Gaiden Ninja-Games darstellt. Kein Ryu Hayabusa, kein filigran ausgetüfteltes Gameplay und kein ehrenhafter Kodex, den es zu bewahren galt, standen wohl im Vordergrund des nun erschienen Zombiegemetzels.

Jawolla. Zombieseuche, ein schlecht gelaunter Cyborgkämpfer und ein recht grandioser Grind­house Comiclook, durchziehen Yaiba – Ninja Gaiden Z dagegen so konsequent, wie eine rustikale Stahlkampfkette einen Haufen zap­pelndes Gammelfleisch. Und unge­fähr so lässt sich das Game um den namensgebenden Yaiba und um seinen Rachefeldzug beschreiben. Leider aber auch qualitätstech­nisch betrachtet. Vom Ninja Gaiden Helden Haya­busa zerstückelt, als mechanisches Irgendwas wiedergeboren und inmitten einer apokalyptischen Zombie-Invasion gefangen, will der grummlige Kapuzenträger dennoch fortan mittels Schwert-und Kettenschwingern nichts als Rache am bekannten Möchte­gern-Killer nehmen, weshalb er sich auch ohne große Bedenken direkt auf einen zweifelhaften Deal mit einem holografischen Geschäftsmann einlässt. Der Versuch ein spielerisch hochwertiges Hack’n Slay anzu­bieten, wurde vom Designer In­afune offensichtlich ähnlich flott über Board geworfen, wie viele weiter Elemente der eigentlichen Ninja Gaiden Reihe. Dagegen ein flottes, übertrieben blutiges Co­micbook zu produzieren als ange­messene Alternative betrachtet. Und so ist das Gameplay eher aufs Minimum reduziert, der grafische Faktor dafür aufs Maximum. Yaiba – Ninja Gaiden Z wirkt trotz mitt­lerweile bekannten Einsatzes von Cell-Shading Grafik weniger wie ein Zeichentrickfilm, als eher wie ein Comicstrip. Boden nahe, teils feste Kameraperspektiven und ein alles übermalendes Rot der sterbenden Gegnerscharen, sind stilistisches Mittel, das einen recht kernigen Effekt erzeugt. Auch wenn ernsthafte Angriffe mal nicht rechtzeitig erkannt wer­den können, da die Kamera wäh­rend der Hektik den Blick versagt, nimmt man das spielerisch weni­ger anspruchsvolle Geschnetzel ganz gerne auf der eigenen Reti­na wahr, obwohl auf dieser auch, eben dank der genannten Ma­cken, öfters ein Game Over wahr­genommen werden muss.
 

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Die Steuerung tut dazu nur das Mindeste und die aufkommende Forderungen nach Ninja Reflexen bei härteren Feinden, schmälert den eigentlichen Fun-Faktor, den das trashige Yaiba – Ninja Gaiden Z schon zu versprühen weiß. Al­berner, derber Humor und der amüsante Hauptheld trösten je­doch nicht ausreichend, über das insgesamt zu schlampig program­mierte Kampfsystem und die auf Quick-Time-Events reduzierten Jump-Passagen, weshalb man das Spiel nur bedingt empfehlen kann. Nur wer bisher schon Spaß an Kettensägen schwingenden Cheeleadern, Knochenkugeln ver­schießenden Höllenhunden und schlecht gelaunten Mecha-Ninjas hatte, sollte sich an Yaiba wagen. Die günstig wirkende Midnight Movie-Game Produktion, die tat­sächlich viel Nachsehen von Spie­lern verlangt und keine der alten Serien Tugenden bewahrt, geizt nämlich auch noch gern mit fair gesetzten Checkpoints, jedoch nicht mit Wiederverwertung.

 
 

Z wie „Zwerchfell“, aber leider eben auch wie „zu wenig“
 
 

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YAIBA – Ninja Gaiden Z
Fotos: Tecmo Koei Europe /
Koch Media GmbH
Usk 18
Circa: 55€
 

PS3 – ASIN: B00GBZEIIS
Xbox360 – ASIN: B00GBZEIOC
 

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