Montag, 3. März 2014

Frühlingsgefühle

Worte des Herausgebers

Foto: by bartjez.cc

Ich erinnere mich genau an das Gefühl das mich diese Monate wieder überkommt. Das erste Mal spürte ich es bei der Hanfparade 1998. Es waren tatsächlich mehrere zehntausende Teilnehmer gekommen; die Magnaten der Szene hatten sich nicht lumpen lassen und ihre besten Trucks aufgefahren. Es war Wahljahr und einige Parteien hatten sich positiv zur Legalisierung ausgesprochen. Weil die Zeit reif war zog ich in den Wahlkampf mit dem Claim: „Lieber Hanf als Kohl!“ Es war das Gefühl der Legalisierung. Nur noch wenige Wochen durchhalten, den dicken Kanzler dizzen und los geht es mit grüner Hanfkraft. Die Tüte, als wir unter dem Brandenburger Tor durchfuhren, schmeckte nach reiner Freiheit – nie wieder sollte mich eine Uniform an meinen Hosentascheninhalt erinnern.
Heute da keimt die Hoffnung wieder- das Gefühl kommt hoch. Colorado, Washington, Uruguay, immer mehr Cannabisten bekommen ihr Gras einfach so: legal, sauber und versteuert. So wie es sein soll. Nachdem also die Front gegen Hanf, im Krieg gegen Drogen, zusammengebrochen ist, kann es nur noch eine Frage von wenigen Wochen sein, bis ich lockeren Schrittes nach meinem Sonntäglichem Spaziergang vor der amerikanischen Botschaft eine fein geschnittene Zigarette durch meine Kiemen jage.
WAIT! Pustekuchen statt Kiemendurchzug!

Denn ich kenne auch das Gefühl der Enttäuschung und der Hilflosigkeit, das immer dann kommt wenn die nächsten Handschellen klicken und wieder einem weiteren Freund die Existenz wegen des Krautes zerstört wird. Die Million, die Georg für die Legalisierung gewonnen hat, ist ein wichtiges Stück im Puzzle der Legalisierung. Die Wirkung der Million wird aber keinen Wert haben, wenn nicht endlich tausende Cannabiskonsumenten sich outen und eine Milliarde Samen über die Republiken streuen. Ihr habt an den Reaktionen zur Millionärswahl gesehen – in unserem Land ist der Krieg gegen Hanf noch nicht vorbei. Merkel und das hat Sie in den letzten Jahren – jüngst mir der Ernennung einer Alkohol-Lobbyistin – bewiesen wird eher in den Trümmern des Kanzleramtes Selbstmord begehen, als zu akzeptieren, das Hanf kein Killerkraut ist und sich einfach eine Pflanze in den Garten zu setzten.

Und genau deswegen sind wir noch lange nicht am Ziel – der Kampf um die Deutungshoheit hat gerade erst begonnen. Der Tag an dem Politiker merken, dass die Legalisierung kein Spaß sondern bittere Notwendigkeit ist und sie nicht herum kommen muss erst noch kommen. Deine Aufgabe ist es dieses Jahr dafür zu sorgen, dass dieses Jahr in jeder Stadt ein Hanftag/GMM stattfindet – deine Aufgabe ist es, zur Hanfparade zu kommen und zu mobilisieren. Deine Aufgabe ist es jetzt, Dich zu organisieren und kein Fuß breit des gewonnen Terrains mehr zu räumen. Denn unser St. Patricks Day ist nahe – darauf eine Sportzigarette.
Euer Emmi

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